obschon leise geführten Gespräch . Zwei junge Wohrinnen , Mädchen von etwa 12-13 Jahren , bedienten sie , indem sie von Zeit zu Zeit mit einer silbernen Zange eine frische Kohle auf den duftenden Tabak von Schiraz legten , der im vergoldeten Kopf des Nargileh ' s brannte , dessen zierlich aus Gold- und Silberfäden gewundener Schlauch mit edelsteinbesetztem Mundstück aus dem in der Türkei so hochgeschätzten weißen Bernstein den Rauch durch das mit Rosenwasser gefüllte Krystallgefäß zu den Lippen der Damen führte . Häufig nahm dabei Eine oder die Andere derselben einen Löffel von dem süßen Eingemachten , das aus Rosenblättern , Mastix , Limonen und Weichseln bestehend , in vergoldeten Schaalen auf einem gleichen Präsentirbrett von den Sclavinnen ihnen gereicht wurde , und dessen häufiger Genuß , jedes Mal mit einem Schluck Wasser nächst dem Naschen des Zuckerwerks und dem Kaffee zu den Liebhabereien der türkischen Frauen gehört . Die eine der Damen auf dem Divan war eine hohe und trotz des weichlichen Lebens ebenmäßige Figur , zwar über die Frauenjugend hinaus und anscheinend bereits im Anfang der dreißiger Jahre , aber keineswegs schon verblüht , was so häufig bei den orientalischen Frauen in einem Alter der Fall ist , dabei uns Nordländern erst vollkommen die Frauenschönheit zu entwickeln pflegt . Ihre Gesichtszüge zeigten den reinen klassischen Typus der kaukasischen Raçe , belebt durch ein feuriges Auge , aus dem Stolz und Herrschsucht sprachen . Das dunkle Haupthaar war in zahllose Flechten gelegt , die , mit Goldmünzen und Perlen durchwunden , zu beiden Seiten des Gesichts und im Nacken herunterhingen , während ein gelbseidenes Tuch um den Scheitel geschlungen und dort mit großen Brillantnadeln festgehalten war . Eine dicke , drei Mal umgelegte Perlenschnur umgab den vollen , ebenmäßigen Hals und fiel auf den Busen herab , der von einer aus Goldstoff bestehenden Weste fast gänzlich entblößt gelassen wurde . Weite Beinkleider von Purpurseide aus Brussa , aus denen die nackten , auf den Zehen mit goldenen Ringen geschmückten Füße hervorsahen , indeß die gelben , kaum die Spitze bedeckenden Pantoffeln vom Divan geglitten waren , bildeten die untere Bekleidung . Auch die Arme waren fast bis an die Schulter entblößt , von der ein der Weste entsprechender offener Aermel von Goldstoff niederhing . Schwere Ohrgehänge von jenen großen Türkisen , die allein in den Minen von Nischagur in Indien gefunden werden , und eine Unzahl goldener Armbänder um beide Handknöchel vollendeten den Putz . Eben so reich , obschon weniger frei , waren die beiden andern Damen , namentlich die zweite , gleichfalls auf dem Divan Sitzende gekleidet . Das reiche Geschmeide dieser überstrahlte sogar an Glanz und Werth bei Weitem den Schmuck der Erstern . Diamanten und Smaragden waren sowohl an ihrem turbanartigen Kopfputz , als an der Stickerei ihres dunkelrothen Mieders verschwendet , über welches ein mit schwarzem Pelz verbrämtes kaftanartiges Oberkleid von gelber Seide fiel . Die gestickten gelbledernen Socken an ihren Füßen , welche die Türkinnen statt der Strümpfe tragen , und die beiden Yaschmacks , welche neben ihnen lagen , der eine mit goldenen Sternen gestickt , bewiesen , daß die Beiden nicht in den Harem gehörten und nur zum Besuch dort waren . Die Zweite der Damen war eine türkische Schönheit von etwa 27 Jahren , deren männliche Züge stark an den verstorbenen Sultan Mahmud II. namentlich in den buschigen Augenbrauen und der vollen , kräftigen Bildung des Mundes und Kinnes erinnerten ; - die dritte auf dem Teppich Kauernde dagegen mochte bereits an Vierzig zählen , und in ihrem Gesicht sprach sich ein hoher Grad von Verschlagenheit , Lust und Fähigkeit zur Intrigue aus . Etwas entfernt von der Gruppe , nach der Seitenthür zu , die an der Balustrade des Obertheils zu den innern Gemächern führte , befand sich eine zahlreichere Gesellschaft von jungen und schönen Frauen , im Genre der erst erwähnten Dame ähnlich üppig und wo möglich noch freier gekleidet , obschon nur zwei unter ihnen durch besondern Schmuck sich auszeichneten und dadurch dem kundigen Auge bewiesen , daß sie unter der Schaar der Odalisken zu Kadinen des Padischah sich durch die Macht ihrer Reize emporgeschwungen hatten . Alle hockten in den verschiedensten Stellungen und mit dem Ausdruck einer kindischen Neugier und Lüsternheit um den großen Kasten mit Schmuck- und Bijouteriesachen und Schönheitsmitteln , den eine Frau von demüthiger Haltung aber überaus gewandter Zunge , in der einfachen Kleidung einer orientalischen Jüdin , an dem gelben Zeichen auf der Brust und den dunklen Strumpfschuhen kenntlich , vor ihnen ausgekramt hatte . Der Handel war in vollem Gange und der Inhalt des Kastens wanderte Stück für Stück durch die an Fingerspitzen und Nägeln mit Hennah gefärbten Hände , während das wirre Geschnatter und Geschwätz der Beschauerinnen kaum das eigene Wort verstehen ließ . Dieser Gruppe gegenüber auf der Ecke des Divans , welcher zum Ehrensitz fortlief , lehnte eine dritte , doch nur aus zwei Personen bestehend , beide der Typus einer auffallenden und doch sehr verschiedenartigen Schönheit , Herrin und Dienerin . Die Erste war ein junges Mädchen von kaum siebzehn Jahren , nicht nach gewöhnlicher türkischer Sitte auf dem Divan mit untergeschlagenen Füßen hockend , sondern halb liegend in die weichen Polster gelehnt . Ein zartes , blasses Antlitz von überaus schöner Form , von den im Orient so ungewöhnlichen aschblonden Haaren umgeben , die in einem reichen Lockenwald auf Hals und Brust fielen , erhielt durch die bei dieser Farbe eben so seltene Zierde schwarzer Augen , in denen eine gewisse melancholische Schwärmerei lag , einen wunderbaren Reiz . Die Züge dieses Gesichts waren edel , verständig und harmonisch , die Figur unter Mittelgröße , zart und schlank , und obschon die Schöne , die den Kopf in die rechte Hand gestützt , sinnend und theilnahmlos vor sich hin schaute , in orientalische Gewänder gekleidet war , hatte Alles an ihr doch den Typus einer Züchtigkeit und Schaam , der offenkundig der Kleidung der anderen Frauen fehlte . Vor ihr knieete , mit ihren