seine heil ' ge Werkstatt in mir - da muß alles Andere weichen - das kann ich recht fühlen , wie er allein sein will bei mir ! « Mit Lesüeur ' s Hilfe noch hatte Emmy Gray neben Fennimor ' s Schlafzimmer einen kleinen Raum benutzt , der nach dem Garten sah , und mit den reichen Stoffen , die Leonin zur Ausschmückung der Zimmer gesandt , zu einer anmuthigen grünseidenen Laube umgeschaffen , worin sich nach und nach die kleinen lieblichen Gegenstände sammelten , deren verringerter Maaßstab unser Herz mit Lust und Rührung erfüllt und die Sehnsucht nach dem Anblicke des kleinen Wesens steigert , das dies Alles beleben soll mit seiner anmuthigen Erscheinung . Wenn ihr Emmy sagte , daß die Zeit nahe sei , die ihr die Erfüllung bringen würde , erbleichte sie vor andächtigen Schauern und wünschte dann wieder , Leonin bliebe aus , bis sie das Segenszeichen im Arme trüge . Das wünschte Emmy nicht . Noch hoffte sie auf Lesüeur ' s Einwirkung ; und dann sollte er auch die Weihe als Vater durchempfinden durch die Last der Angst um die schweren Stunden seines Weibes ! Da sah sie , wie eines Morgens Fennimor ' s Wangen dunkler glühten und sie nicht in das Thal hinab stieg , sondern auf dem sonnigen Sitze am Fuße des Eudoxien-Thurmes ausruhte , wo sie den Weg in das Thal übersah ; - und als sie zu ihr trat , war sie am frühen Morgen schon wieder eingeschlafen , der Athem war kurz und beklommen , der Mund glühte , und zuweilen stieg ein schmerzlicher Seufzer herauf . Da wendete Emmy Gray schnell den Schritt zurück , und bald erreichte ein Bote den geschickten Arzt des kleinen Fleckens Ste . Roche , mit der Weisung , seine Wohnung in dem Schlosse aufzuschlagen . Emmy blieb aber , ein treuer wachsamer Hüter , zu ihren Füßen sitzen , und Fennimor schlug nach kurzer , ungleicher Ruhe zu der Gefährtin die Augen auf . » Ich sah es ! « rief sie und drückte entzückt die Hände zusammen . - » Ganz deutlich sah ich es ! So klein und rund ist es , und seine Aeuglein sind wie Sterne ! - Ach ! Emmy , nun muß Leonin bald kommen ; denn ich werde eifersüchtig , daß ich all das Glück allein genießen soll ! « » Ja , ja , « sagte Emmy - » er könnte wohl hier sein , wenn Euch die Stunde schlägt - der Vater gehört zum ersten Gruße für sein Kind ! « - Doch brach sie nach diesen Worten ab ; denn sie durfte ihrem zürnenden Herzen nicht trauen . - Am Abende erschallten Hörner in der Ferne - ein Reisezug flog durch das Thal . Als Fennimor es hörte , sank sie auf ihre Knie und betete - Emmy ' s Brust wollte zerspringen . » Lebt sie , wo - wo - ist sie , Emmy , geliebte Emmy ? « rief Leonin und weinte wie ein Kind , als er die spröde , schluchzende Gestalt wie eine Geliebte an seine Brust drückte . » Sie ist ihrer Stunde nahe , Herr , « sagte Emmy . Eis und Bitterkeit glitten dabei von ihrem Herzen ; denn sein Gefühl war keine Lüge . Da drängte er den Ungestüm zurück , und sie führte ihn bis zu Fennimor ' s Zimmer . Sie hatte ihm nicht mehr entgegen eilen können - ihre Füße hatten gewankt - sie saß , und ihr im vollsten Purpur glühendes Engels-Antlitz leuchtete über die bedeutungsvolle Gestalt . Als er sie sah , ward sein Herz wieder fest - aller Ungestüm , alle Leidenschaftlichkeit war daraus verschwunden . Er fühlte die ganze Heiligkeit ihrer Stimmung und lag weinend zu ihren Füßen , sein Gesicht in die Falten ihres Kleides bergend . » Sieh nur , Leonin , « sagte sie da über ihm mit der klaren , süßen Stimme - » sieh nur , wer ich bin ! « Und sich kräftig fühlend , erhob sie sich und stand vor ihm , und als er aufsah , erblickte er sie leuchtend vor Freude , mit der Gewißheit des höchsten Glückes , das sie ihm zu geben hatte . Und das war der Inbegriff von Allem , was sie ihm zu sagen hatte . Kein Vorwurf , keine Unsicherheit , keine Befürchtung - als ob sie gestern das letzte Wort mit ihm gesprochen hätte , so ruhig , so froh und heiter knüpfte sie wieder an . Nur lieblich , kindlich wehren that sie ihm - er durfte nur leise mit ihr sein - sie behütete sich ernst und doch halb kindlich spielend . Doch verhüllte die Freude nur noch schwach die ahnungsvolle Bangigkeit , die immer schneller wiederkehrend in ihr aufstieg und Emmy Gray entführte sie endlich aus Leonins Armen in ihr Schlafzimmer . - Als aber die ersten Strahlen der Juli-Sonne den Horizont rötheten , kniete Leonin nach einer unter tausend Qualen verlebten Nacht an Fennimors Bette , und sie sah an seiner Brust ihren Traum erfüllt , und Leonin rief immer fort : » Fennimor , Fennimor , mein geliebtes Weib , Du hast mir einen Sohn geboren ! « » Und so klein ist er ! und so rund ! und seine Aeuglein glänzen wie Sterne ! « setzte Fennimor leise lächelnd hinzu , während große Thränen über die blassen Wangen flossen , und die schönen matten Händchen sie nicht trocknen konnten . Emmy ' s argwöhnischer Tadel verstummte nach gerade vor dem glücklichen Vater , der , zwischen Fennimors Lager und der Wiege seines Kindes mit eifersüchtiger Sorgfalt Beide behüten wollte . Sie ward wieder hoffnungsvoll und heiter , und sah dem Glücke ihres Lieblings ohne so bange Schmerzen zu , als sie bisher erlitten . Und dennoch hatte sie Recht - dennoch war es derselbe Leonin nicht mehr , der diese Stelle einst einweihte als das Ziel seines Strebens , als