sollte . Gesagt , getan . Das Fest verlief unter dem Jubel aller Beteiligten , aber doch andererseits auch so , daß folgenden Tages Order kam , auf den Stiefel zu fahnden . So leichten Kaufes indes gedachten die jungen Offiziere weder sich noch ihren Stiefel fangen zu lassen , und als die diesem letzteren geltende Stubenrevision ihren Anfang nahm , war der große Stiefel schon mit Extrapost auf dem Wege nach Garz . Aber auch hier war seines Bleibens nicht lange . Das Versteck war verraten worden , und eine Reiterpatrouille hatte striktesten Befehl erhalten , den » Stiefel der Gensdarmes « , es koste was es wolle , zur Stelle zu schaffen . Was tun in dieser Lage ? Das erste war , eben dieser Patrouille , die schon drei Meilen Vorsprung hatte , diesen Vorsprung wieder abzugewinnen . Es sattelten also befreundete Kameraden , überholten im Fluge das ziemlich ruhig seines Weges trottende Pikett und führten den gefährdeten Liebling von Garz nach Ganzer hinüber , wo derselbe nunmehr , in einem abgelegensten Scheunenwinkel , unter hochaufgeschichteten Strohmassen versteckt wurde . Daselbst stand er über ein Menschenalter . Das Regiment Gensdarmes war längst tot und die Jürgasse längst ausgestorben , da erbat sich der jetzige Besitzer von Garz , Rittmeister von Quast , den Stiefel von Ganzer her zurück , » da dieser , wenn irgend wohin , am ehesten nach dem ehemaligen Gute des › tollen Quast ‹ gehöre « . Gern wurde ihm gewillfahrt und blank aufgeputzt steht er seitdem auf dem Flure des Garzer Herrenhauses , ein charakteristisches Überbleibsel aus den Tagen des » Regiments Gensdarmes « . Wolf Quast , wie so viele Militärs jener mit Unrecht in Bausch und Bogen verurteilten Zeit , war übrigens keineswegs ein bloßer » Junker Übermut « , der nur mit Sporen und Degen über die Straße zu rasseln und gelegentlich in einem Riesenstiefel eine Bowle zu brauen verstand , er war vielmehr umgekehrt ein Mann von hervorragenden Gaben , der die Pflege » nobler Passionen « mit Bildung , Belesenheit und künstlerischem Sinn sehr wohl zu vereinigen wußte . Soldat mit Leib und Seele , war er darauf aus , dem Dienste eine ideale , fast eine wissenschaftliche Seite abzugewinnen , und legte seine Reitererfahrungen in einem Buche nieder , das , wie Fachleute versichern , in allen erheblichen Punkten auch bis heute noch unübertroffen geblieben ist . Seine künstlerischen Neigungen führten ihn nach dem Süden , wo er 1804 erst in Rom und dann in Paris mit Schinkel zusammentraf . Dieser schrieb im Dezember genannten Jahres an den Geheimen Rat von Prittwitz : » Herr von Quast , mit dem ich schon in Rom schöne Genüsse theilte und den ich hier in Paris wieder finde , verspricht mir die Ausrichtung meiner Empfehlungen usw. « Das alles deutet auf mehr , als auf bloße Tollheiten und Fähnrichstreiche . Das Ende Wolf Quasts war beklagenswert . Der brillante Reiter starb infolge eines Sturzes mit dem Pferde . Freilich war Mangel an Geschicklichkeit nicht die Ursache . In der Wilhelmstraße , dicht am Platz , war das Pflaster behufs einer Röhrenlegung aufgenommen und bei Einbruch der Dunkelheit für die vorschriftsmäßige Einzäunung nicht Sorge getragen worden . Quasts Pferd stürzte an dieser Stelle . Er selbst fiel so unglücklich , daß er bald danach im Radziwillschen Palais , wohin man ihn brachte , starb , am 2. Mai 1812 . Sein Eichensarg , ohne besonderen Schmuck , steht in der Familiengruft zu Garz . Er war am 13. Februar 1769 geboren . Das Dossebruch Friedrichs 11. Besuch im Rhin- und Dossebruch Friedrichs 11. Besuch im Rhin- und Dossebruch Um acht Uhr morgens kamen Ihro Majestät auf Seelenhorst an und hatten den Herrn General Grafen von Görtz im Wagen bei sich . Ihro Majestät sprachen bei der Umspannung mit den Zietenschen Husaren-Offiziers , die auf den umliegenden Dörfern auf Grasung standen , und bemerkten mich nicht . Weil die Dämme zu schmal sind , konnte ich neben dem Wagen nicht reiten . ( Fromme ritt also vorauf oder hinterher . ) In Dechtow bekamen Ihro Majestät den Herrn Rittmeister von Zieten , dem Dechtow gehört , zu sehen , und behielten ihn – der Weg war hier breiter – neben sich , bis dahin , wo die Dechtowsche Feldmark zu Ende geht . Hier wurde wieder umgespannt , und Hauptmann von Rathenow auf Carwesee , ein alter Liebling des Königs , trat an den Wagen heran : Hauptmann von Rathenow . Unterthänigster Knecht , Ihro Majestät ! König . Wer seid Ihr ? Hauptmann . Ich bin der Hauptmann von Rathenow 67 aus Carwesee . König ( die Hände faltend ) . Mein Gott ! lieber Rathenow , lebt Er noch ? ich dacht ' , Er wäre längst todt . Wie geht es Ihm ? ist Er gesund ? Hauptmann . O ja , Ihro Majestät . König . Aber mein Gott ! wie dick ist er geworden . Hauptmann . Ja , Ihro Majestät , Essen und Trinken schmeckt immer noch ; nur die Füße wollen nicht fort . König . Ja , das geht mir auch so . Ist Er verheirathet ? Hauptmann . Ja , Ihro Majestät ! König . Ist seine Frau mit unter den Damen dort ? Hauptmann . Ja , Ihro Majestät ! König . Laß Er sie doch herkommen ! ( Sogleich den Hut ab . ) Ich find ' an Ihrem Herrn Gemahl einen guten alten Freund . Frau von Rathenow . Sehr viel Gnade für meinen Mann . König . Was sind Sie für eine geborene ? Frau von Rathenow . Ein Fräulein von Kröcher ! König . Haha ! eine Tochter vom General von Kröcher ! Frau von Rathenow . Ja , Ihro Majestät . König . Oh , den hab ' ich recht gut gekannt . – Hat Er auch Kinder , Rathenow ? Hauptmann . Ja , Ihro Majestät ! Meine Söhne sind in Diensten , und dies