sei und einen Band religiöser Gedichte veröffentlicht habe , nach denen Alles klinge , was ihr Vater jetzt in gebundener Rede sage . Seine körperliche Genesung schien zwar langsam aber sicher voranzuschreiten , doch geistig blieb er , wie er war . Er kannte uns nicht und auch nicht seine Tochter . Er hatte Alles , Alles vergessen und wußte nur noch das Eine , daß er nicht mehr der Missionar Waller , sondern der Knabe Waller sei . Tsi vermied es , sich über diesen Zustand völliger Erinnerungslosigkeit näher auszusprechen . Er beantwortete hierauf gerichtete Fragen mit der kurzen Erklärung , daß sich diese Lücke nach und nach ganz von selbst ausfüllen werde ; nur Ruhe sei vonnöten , weiter nichts . Aber grad diese Ruhe erlitt jetzt Störungen , welche immer häufiger wurden . Die kriegerischen Vorbereitungen , von denen ich bereits gesprochen habe , brachten in neuerer Zeit Truppenzuzüge , welche die bisherige Stille in ihr gerades Gegenteil verwandelten . Das wirkte derart störend auf Waller , daß Tsi bedenklich zu werden begann . Als hierauf gar auch militärische Uebungen und Exerzitien vorgenommen wurden , bei denen es lauter als laut herging , konnte es unmöglich mehr in Frage stehen , daß wir nicht nur den Kratong , sondern Kota Radscha überhaupt verlassen müßten . Aber wohin ? Unten in Uhleh-leh war es wenigstens ebenso schlimm wie hier oben ; ja es trat da auch noch die Gefahr der fieberschwangern Küstenluft hinzu , was eine Verschlimmerung anstatt eine Verbesserung ergeben hätte . Es wurde also zu einer Beratung zusammengetreten , welche folgende Betrachtungen und das aus ihnen gezogene Resultat ergab : Raffley mußte nach China ; der Governor mußte nach China ; Tsi mußte nach China ; Waller mußte nach China ; Mary mußte nach China . Und schließlich mußte auch ich nach China , denn ich hatte versprochen , mitzufahren . Es gab unter uns Keinen , der hier in Kota Radscha eigentlich etwas zu tun hatte ; wir alle waren im Gegenteile sehr gern bereit , diesen Ort so bald wie möglich zu verlassen . Allein nur Wallers Krankheit hielt uns fest . Darum war es Tsi , der Arzt , von dem wir das entscheidende Worte zu erwarten hatten . Er sagte : » Ich habe bei diesem Patienten mehr als sonstwo zwischen dem äußeren und dem inneren Menschen zu unterscheiden . Von dem äußeren hoffe ich , daß er die Seereise wohl vertragen wird , denn ich habe gehört , daß er nicht die geringste Neigung zur Seekrankheit besitzt . Nur gute Nahrung , und zwar möglichst frisch , nichts Eingemachtes oder sonstwie Präpariertes . Den innern Menschen hätte ich gern noch länger hier zurückgehalten . Er braucht Stille , Ruhe , Einsamkeit , ungestörte Beschaulichkeit . Ist das auf der Jacht zu haben ? « » Gewiß , « antwortete Raffley . » Ich werde dafür sorgen , daß es ihm in dieser Beziehung an nichts mangelt . « » Aber Seestürme , vielleicht gar ein Teifun ? Bedenken Sie die Aufregung ! « » Wir haben grad jetzt die stille , von solchen atmosphärischen Ereignissen fast stets freie Zeit . Uebrigens arbeitet meine Maschine beinahe vollständig unhörbar , und die Yin liegt selbst bei hoher See so immerfort auf leichter , glatter Linie , daß man bei geschlossenen Augen fast nichts vom Wogengang verspürt . Sie ist eben grad in dieser Beziehung ein vollendetes Meisterstück des betreffenden Architekten . « » Gut ; so können wir es wagen . Welchen Kurs gedenken Sie , zu nehmen ? « » Zunächst Singapore . Bitte , anzugeben , wenn wir die Anker heben können ! « » Nicht vor morgen Vormittag . Ich kann noch nicht auf mein Ko-su verzichten , und da es nicht auf hoher See zu wachsen pflegt , so muß ich den heutigen Tag dazu benutzen , mir einen ausreichenden Vorrat anzulegen . « » Ich sammele mit , denn ich habe schon die Uebung ! « erklärte der brave Uncle schnell . » Aber den Sejjid darf man nicht mitnehmen , denn der rauft nur Gras ! « So war also unsere nächste Zukunft bestimmt , und wir rüsteten uns alle , morgen zur Abreise fertig zu sein . Der heutige Nachmittag stand infolge dessen , was Tsi gesagt hatte , unter dem Zeichen des Ko-su . Ich wollte nach dem Mittagsessen mich dem Governor anbieten , mit ihm Ko-su suchen zu gehen ; er war schon fort . Ich klopfte bei John an ; er war Ko-su suchen gegangen . Ich ging zu Tsi ; er suchte Ko-su . Nun klingelte ich noch Sejjid Omar ; er kam nicht , denn er hatte sich entfernt , um Ko-su zu sammeln . Da ging ich allein , selbstverständlich , auch , um Ko-su zu entdecken . Ich wanderte ein Stück über den äußersten Militärposten hinaus . Da sah ich zwei Personen , welche tief an der Erde hinkrochen , um Pflanzen zu sammeln . Tsi und Omar waren es . Sie schienen sich während dieser Arbeit in sehr heiterer Laune zu befinden ; das hörte ich ihren lauten Stimmen an . Und eben jetzt richteten sich Beide aus ihrer gebückten Stellung auf und stimmten ein so lautes und so herzliches Gelächter an , daß ich , der ich den Grund dieser Lustigkeit doch gar nicht kannte , fast auch mit lachen mußte . Aus ihren Gestikulationen dabei ersah ich , daß der Gegenstand des Juxes kein gemeinsamer war , sondern daß Jeder von ihnen den Andern auslachte , der Chinese den Araber und der Araber den Chinesen . Da sahen sie mich , und indem ich mich ihnen schnell näherte , rief mir der Sejjid entgegen : » Wie schön , daß du kommst , Sihdi ! Da kannst du uns gleich sagen , wer es besser versteht , er oder ich ! « » Was ? « fragte ich . » Das Reden ! Er sagt ,