Auf einem Beine steht nur der Storch ! « Karl wollte zeigen , daß er sich nicht lumpen lasse und rief dem Vetter zu : » Schenk ei ! Eemal rim ! Den gab ' ich ! « - » Aber richtig bedienen müssen Sie , Herr Büttner ! Sonst is es keen Spiel nich ! « meinte der Graukopf . » Ihr wart mich wuhl ' s Kartenspielen lahren , Rotzleffel , die d ' ' r seid ! « rief Karl den Mitspielern zu . Die beiden Fremden wollten etwas erwidern , aber Richard winkte ihnen mit den Augen ab . Wiederum hatte Karl verloren . Da schlug er auf den Tisch und brüllte : » Betrogne Karlen seid ' r , daß d ' ' r ' s wißt ! Betrogen hat ' r mich ! Gaht mer mei Gald raus , Hunde ! « Die Fremden waren aufgestanden . Karl fuhr fort , auf den Tisch zu hämmern und sein Geld zu fordern . Sein Vetter trat auf ihn zu . » Halt ' s Maul ! Schrei nich su laut ! Se hieren ' s sunst vorne . « » Du hast mer an Dreck zu befehlen ! « Damit hatte Richard auch schon einen Schlag von Karls Riesenhand ins Gesicht , daß er sich aufheulend die Backe hielt . Die beiden anderen Männer sprangen auf Karl zu , ihm in den Arm zu fallen . Er schleuderte sie gegen die Wand , ergriff einen Stuhl und schlug blindlings drauf los . Die Hängelampe , von einem Stuhlbeine getroffen , riß vom Flaschenzuge ab , fiel auf den Tisch , wo sie zerbrach . Inzwischen waren Leute , durch den Lärm herbeigerufen , ins Zimmer gedrungen : der Hausknecht , Gäste , der alte Kaschel . Man umringte Karl , der noch immer um sich schlug wie ein Wilder . Die neu Hinzugekommenen hatten keine Ahnung , um was es sich eigentlich handle . Man sah nur , daß es eine Rauferei gab ; das erweckte sofort die Lust , mitzutun . Richard hatte sich aus Karls gefährlicher Nähe zu retten gewußt und spornte nun die anderen vom Hintergrunde aus an , zuzugreifen und es » dem Hunde « mal ordentlich zu geben . Es wurde gerungen . Der Tisch fiel um , Gläser zerbrachen . Plötzlich dröhnte und krachte es . Karl hatte sich Platz geschafft , drang durch den schmalen Gang in die Hausflur . Dort standen auch schon Leute , die sich ihm entgegenwarfen . So von allen Seiten umringt , an Armen und Beinen von einem Dutzend Fäusten gepackt , ward er endlich wehrlos gemacht . Man wußte nicht recht , was mit ihm anfangen ! Die meisten ahnten nicht , was eigentlich der Anlaß zu dem Krakeel gewesen sei . Jemand riet , ihn vor die Tür zu schaffen . Der Vorschlag fand Beifall . Karl wurde zur vorderen Tür geschleppt . Hier gelang es ihm , ein Bein freizubekommen , das er gegen den Türflügel einstemmte . Man drängte und drückte , aber der große Körper war nicht freizubekommen . Richard Kaschel wußte Rat . Der Türflügel wurde durch eine eiserne Stange abgehalten , die hob Richard aus ; sofort gab die Tür nach . Karl stürzte mitsamt seinen Angreifern die Stufen hinab auf die Straße . In dem allgemeinen Durcheinander , das nun in der Dunkelheit entstand , wurde ein Schlag und der Fall eines schweren Körpers so gut wie überhört . Man lief ins Gastzimmer zurück , erzählte sich gegenseitig unter Geschrei und Gelächter die Heldentat , die man verübt . Kaschelernst lief umher , zeternd und klagend über den Schaden , der ihm am Mobiliar angerichtet worden sei . Um das Schicksal des Hinausgeworfenen kümmerte sich niemand . Nach einiger Zeit brannte einer der Gäste seine Laterne an und machte sich auf den Heimweg . Gleich darauf kam er mit verstörtem Gesichte wieder ins Zimmer zurück . Draußen liege einer in einer Pfütze Blut , berichtete der Mann . Man eilte hinaus . Karl Büttner lag da einige Schritte von den Stufen . Der Schnee um ihn her war dunkel gefärbt . Man untersuchte ihn ; er war bewußtlos . Das Blut floß aus einer Wunde am Kopfe . Ein Messerstich war es nicht . Es sah mehr aus , als habe ihn ein Hieb mit einem stumpfen Instrumente über den Schädel getroffen . X. Eines Tages im Februar erschien Harrassowitz auf dem ehemaligen Büttnerschen Bauernhofe . Er war in Gesellschaft eines städtisch gekleideten jungen Mannes . Der Händler fand die vordere Haustür verschlossen . Er ging daher um das Haus herum , durch den Schnee , nach dem hinteren Eingang , aber auch dort war die Tür verriegelt . Harrassowitz pochte und rüttelte an Tür und Fensterladen ; als das nichts nützte , legte er sich aufs Pfeifen und Rufen . Jemand mußte doch im Gehöft sein ; es führte ja keine Spur in dem frisch gefallenen Schnee zum Hoftor hinaus . - Endlich erschien der graue Bart des alten Büttner oben in der Dachluke . Er hatte sich seiner Gewohnheit gemäß eingeschlossen . Jetzt freilich , wo er den Eigentümer des Hauses und Gutes selbst vor der Tür sah , mußte er wohl oder übel aufmachen . Sam war wütend über das lange Warten . Bei ihm sei es wohl nicht ganz richtig im Kopfe , schrie er den alten Mann an , als er barhäuptig in der Tür erschien . Er solle mal gefälligst sofort alles öffnen ; hier sei jemand , der sich das Haus ansehen wolle . Nun ging es an eine eingehende Besichtigung des Ganzen . Vom Keller bis hinauf auf den Boden wurde jeder einzelne Raum beschritten und besehen . Der Fremde nahm es sehr genau . Er klopfte an die Wände , untersuchte das Holzwerk , blickte in die Essen und Öfen . Vielerlei fand er auszusetzen . Im Keller stand Wasser . Sam , der selbst niemals