Frau aus dem Fenster an den Bettüchern herunter ; am Morgen entdeckte der Herr , was vorgegangen , es war aber keiner von beiden zu erforschen . Der Herr war sehr wild , denn die Frau war ihm viel schuldig geblieben . « » Nun wohlan « , meinte Anton , » mein gutes Susannchen , so sei denn zum letztenmal so genannt ; Kurt heißt du nun , und Gott segne unsern Feldzug ; so bring ich dich zu meiner Frau , da sollst du gute Tage leben und wie mein eignes Kind gehalten werden . « Susanne lachte : » Wie Euer Kind ? Ihr kommt mir gar nicht vor wie mein Vater ; vielleicht scheint Ihr mir , ob Ihr gleich so groß und stark seid , jünger wie ich ; seht , ich möchte Euch immer unterweisen und beraten . « Anton war durch diese Rede in neue Verlegenheit gesetzt ; er glaubte sein Verhältnis zu ihr durch den Ausdruck » väterlich « gut festgesetzt zu haben ; er sprach , ohne recht zu wissen warum : » Ich könnte freilich manches lernen von dir , abgehauene Finger in einer Nacht anzuheilen . « » Ach denkt der Kleinigkeit nicht ; es war gut , daß ich mein sympathetisches Mittel brauchen konnte , ich habe wohl größere Kuren damit vollbracht , hier wo selten der Tanzboden ohne Raufereien leer wird ; doch es wird schon hell in den Gängen , sie könnten mich erkennen ; zahlt Eure Zeche . « Anton stand jetzt auf , dehnte sich mit allen Gliedern , sah noch einmal in das wunderliche Schlafkämmerlein und weckte dann den Wirt , der entsetzlich das verfluchte Susannchen schimpfte , die noch auf der faulen Haut liege . Er machte ihm eine teure Rechnung ; und als er wissen wollte , wofür , sagte er : » Ich habe Euch so hoch aufgeschrieben , als Ihr hereingetreten ; Ihr hättet das Doppelte verzehren können , ich hätte Euch nicht mehr abgefordert . Was habt Ihr da für einen feinen Burschen bei Euch ? « » Er ist mein Troßbube « , sagte Anton sehr verlegen und schob ihn zur Tür hinaus . » Da habt Ihr Euer Geld , lebt dafür als ein schlechter Kerl wie bisher , und dann segne Euch der Teufel mit allen seinen Gaben . « Er wollte unter dem Toben des Wirtes fortgehen , als Seger an der Leiter gebunden hereinsprang , den Wirt umrannte und flink voran zur Tür hinauslief ; wie ein tollgewordenes Schaltier schleppte er die breite Wagenleiter , die sich an der Tür festhakte . Susanna , die jetzt die Hemmung fürchten mußte , kletterte über ihn hinaus , Anton ihr nach ; der Wirt wollte wieder aufstehend beiden hitzig nach , er stieg die Leiter hinan , da ließ aber Seger dieselbe los und lief davon , so daß der Wirt sehr unsanft über seine Treppe hinaus auf das Straßenpflaster fiel . Die drei Flüchtigen hatten nicht Lust abzuwarten , bis der Wirt mit seinen zahlreichen Prügelknechten ihnen nachgekommen ; sie liefen schnell vor Schärtlins Haus , wo immer eine Zahl Landsknechte versammelt war . Einige , die gestern bei dem Streite zwischen Seger und Anton gegenwärtig gewesen , fragten ihn , ob er nicht seinen Finger mit dem Degen rächen wollte . Anton zeigte ihnen den Finger , daß er wieder angeheilt , dann ging er aber , weil er sich in seiner Ehre gekränkt glaubte , ganz trotzig auf Seger los und fragte ihn , wie er das gestern gemeint habe . Seger , an welchem ein paar andere gehetzt hatten , meinte , er wäre zwar betrunken gewesen , wenn er ' s aber so gar ernstlich nehmen wolle , so könne er ... und dabei drehte er sich um und bleckte mit seiner langen Zunge aus dem magern gelben Gesichte heraus . Der Feldwebel nahm jetzt Anton bei Seite , als er eben auf jenen losschlagen wollte , und sagte ihm , daß er ihn auf den Rosengarten vor der Stadt herausfordern sollte . Das sei Gebrauch unter den Landsknechten . Susanna hatte sich bei diesem Verhalten ängstlich dem Anton angeschmiegt ; das rührte ihn , er bat sie , wenn er fiele , nach Waiblingen zu seiner Frau zu gehen und ihr zu sagen , daß er an einer Krankheit gestorben . Susanna versprach es , sagte ihm aber , er möchte nur erst zu Gott beten , so stürbe er selig . Diese Fassung in dem Mädchen , ihn sterben zu sehen , brachte in seine Seele ein ganz neues Gefühl ; sein Zorn gegen Seger war längst veratmet , er war zu gutmütig , um ihn länger zu hassen , als die Bewegung im Blute dauerte ; er war wohl schon auf einigen Fehdezügen und Gefechten gewesen , aber da waren viele mit ihm , jeder war mit sich auch beschäftigt ; so war es auch bei manchem Zusammenlauf in Weinkellern und Gelagen , da war nichts Vorbereitetes , nichts Feierliches . Jetzt aber konnte ihm der Feldwebel nicht genug erzählen von allen Regeln , wie er sich stellen , wie er die Gänge endigen müsse , was er sprechen , wie er um sich blicken sollte ; er sah , wie alles auf ihn blicken würde , welches Zutrauen sie dabei auf seine Größe , auf seine Stärke setzten , wie lächerlich es sich ausnehmen würde , wenn er sich feige zeigte , oder nur linkisch erschiene . Vom Gebete hatte ihm der Feldwebel nun gar nichts berichtet ; er fragte ihn , ob es im Gebrauch . » Nein « , sagte jener , » das ist abgekommen , aber tüchtig Fluchen , das hilft . « » Vergiß nicht zu beten « , sagte Susanna ; und schon gelobte er sich mit großer Inbrunst , daß er nicht möchte zu Schanden werden . Es wurde sehr heiß ; sie gingen am sandigen Ufer des Wassers