, z.B. mit dem Bilderhändler und dem Quodlibet und dessen quod deus vult est bene factus , statt factum - und so fort ? Was den Brief anlangt , so war er ja in meinem Namen und Stil so leicht zu schreiben , unterwegs aufzugeben , darin alles zu weissagen , was man eben selber vollführen wollte , das Geld aber eine Minute vorher einzugraben ! « - » Unmöglich ! « sagte Walt . » Und vollends der Larvenherr ? « - » Hast du die Larve etwa in der Tasche ? « sagte Vult . Er zog sie hervor . Vult drückte sie vor das Gesicht , funkelte ihn darhinter mit Zorn-Augen an und rief wild mit bekannter Stimme des Larvenherrn : » He ? Bin ichs ? - Wer seid ihr ? « - » Himmel , wie wäre denn das ? « rief der erschrockene Walt . - Sanft hob Vult die Larve ab , sah ihn ganz heiter an und sagte : » Ich weiß nicht , was deine Gedanken über die Sache sind ; ich sentiere , daß sowohl der Larvenherr und Flötenspieler als auch ich und der Briefschreiber dieselben Personen sind . « » Mein Verstand steht still « , sagte Walt . » Kurz , ich wars « , beschloß Vult . Aber der Notar wollte seiner eigenen Bestürzung nicht recht glauben . » Etwas Wunderbares « , sagte er , » steckt gewiß noch hinter der Zauberei ; und warum hättest du mich überhaupt so sonderbar hintergangen ? « Aber Vult zeigte , daß er ihm einige Lust zuwenden , ja einige Unlust ersparen wollen . Er fragte schelmisch-blickend , ob er nicht zur rechten Zeit seine Maske ins Zimmer geworfen , ehe Jakobine die ihrige fallen lassen . Endlich sagte er gerade heraus , die Klausel des Testaments , welche für Fleisches-Sünden um halbe Erbschaften bestrafe , sei allgemein bekannt , und Walt sei leider stets sehr unschuldig , auf nichts aber werde in einer Aktion öfter und besser geschossen als auf Schimmel wegen der Farbe der Unschuld - die sieben Erben decken , wie kluge Feldherrn , ihr Lager mit Morast - » kurz « , beschloß er , » wie Taubenhändler wahrhaft betrügen und zwei Täubinnen oft für ein ordentliches Paar Ehetauben ausgeben : hätte man es mit dir und der Aktrice nicht ebenso machen können , wär ' ich dir nicht nachgereiset ? « - Da wurde der Notar blutrot vor Scham und Zorn , sagte : » o garstig über die Maßen « - setzte unter dem Umherfahren nach dem Hute hinzu : » in diesem Lichte steht ein armes Mädchen bei dir ? Und dein eigner Bruder dazu ? « - lief fort - sagte wild weinend : » gute Nacht ; aber bei Gott , ich weiß nicht , was ich dazu sagen soll « - und ließ keiner Antwort Zeit . Vult ärgerte sich fast über den unvermuteten Zorn . » Ich , ich ? « wiederholte Walt auf der Gasse innigst- » ich hätte mich versündigen sollen an einem Tage , wo mir Gott den rührendsten Reise-Abend bescherte und die fromme Wina mir so nahe lebte ? - Das wolle Gott nicht ! « Als er aber in sein Stübchen trat , überflog ihn eine ganz besondere Seligkeit und zehrte den Schmerz auf ; - eine neue Empfindung wird an einem alten Orte lebendiger ; - es war Winas guter Blick unter dem Wasserfalle , der jetzt ein ganzes Leben wie ein Morgenlicht golden überstrahlte und alle Taublumen darin blitzen ließ . Vieles um ihn war ihm nunmehr zu eigen geworden sowie neu : der Park unten , in dessen Gängen er sie einmal gesehen , und Raphaela im Hause , die ihre Freundin war , gehörten unter die Habseligkeiten seiner Brust . Selber seinen eignen Roman Hoppelpoppel kannte er kaum mehr , auf so neue Gemälde des liebenden Herzens stieß er jetzt darin , von denen er erst diesen Abend recht faßte , was er neulich etwa damit haben wollen ; nie fand ein Autor einen gleichtöniger gestimmten Leser als er heute . Er bauete sich sogleich ein zartes Bilderkabinett für die Gemälde von den Auftritten , die Wina vermutlich diesen Abend haben könnte ; z.B. im Schauspielhause oder in den Leipziger Gärten oder in einer gewählten Gesellschaft mit Musik . Darauf setzte er sich hin und beschrieb es sich mit Feuerfarben , wie ihr etwa heute sei in Glucks Iphigenie auf Tauris ; dann machte er selige Gedichte auf sie ; dann hielt er die Papiere voll Eden ins Talglicht und verkohlte alles , weil er , sagt ' er , nicht einsehe , mit welchem Rechte er ohne ihr Wissen so vieles von ihr offenbare ihr oder andern . Als er zu Bette ging , verstattete er sich , Winas Täume sich zu erträumen . » Wer kann mir verbieten « , sagt ' er , » ihre Träume zu besuchen , ja ihr sehr viele zu leihen ? Ist der Schlaf vernünftiger als ich ? O sie könnte im wilden Wahnsinn desselben ja recht gut träumen , daß wir beide unter dem Wasserfalle ständen , verbunden aufflögen in ihn , umarmend hinschwämmen auf seinem flüssigen Feuergolde und zum Sterben herabstürzten mit ihm und vergöttert still nun weiterflössen durch die Blumen , in den Strahlen , sie mit ihrer Welle in meine schimmernd , und wir so uns ineinander verrönnen in das weite hohe blaue reine Meer , das sich über die schmutzige Erde deckt . Ach , wenn du so träumen wolltest , Wina ! « - Dann sah er auf dem Kopfkissen recht hell und scharf - weil nachts in der wilden Zeit des Vortraums vor der Seele alle blasse Bilder junge Lebensfarben annehmen und die Gestalten blitzende Augen öffnen - das liebe , milde Auge Winas vor sich aufgetan und wie einen Mond , den der Tag zum Wölkchen verdünnte , am Nachthimmel herrschend strahlen ;