! Daß man deutlich merkte , wie sein Ansehen nichts war gegen den Rotzlöffel . Der Schuller ging zornig vom Felde heim und setzte sich zornig an den Tisch . Die Ursula hatte keine schönen Tage , und sie tat gut daran , wenn sie dem Vater aus dem Wege ging . Der Schullerin half es wenig , daß sie beschwichtigen wollte . Es war dummes Zeug , was sie redete . » Du muaßt halt denken , jetzt is scho , wia ' s is , und mit dein ganzen Vadruß kannst ' as nimma anderst macha , und jetz is schon vorbei . « Es war nicht vorbei . Freilich , die Bäuerin sah das nicht . Aber der Schuller wußte gut , daß die Unordnung im eigenen Haus einen Mann schädigt , der für andere hinstehen will , und daß der geringste Gegner im Vorteil ist , wenn er einen wunden Fleck zum Angriff erwischt . Er bekam schon den Sonntag darauf recht mit seiner Befürchtung . Da predigte der Pfarrer über das Evangelium des heiligen Matthäus vom bösen Knecht . » In derselben Zeit trug Jesus seinen Jüngern dieses Gleichnis vor . Im Himmelreich ist es wie mit einem Könige , der mit seinen Knechten abrechnen wollte . Da er zu rechnen anfing , brachte man ihm einen , der ihm zehntausend Talente schuldig war . Als dieser nichts hatte , wovon er bezahlen konnte , befahl sein Herr , ihn und sein Weib und seine Kinder und alles , was er hatte , zu verkaufen . « Hier knüpfte der hochwürdige Herr an und sagte : » Warum befahl der König , nicht nur den Schuldner , sondern auch sein Weib und seine Kinder zu verkaufen ? Ihr-Leute , das will ich euch erklären . Wo es in einem Hause schlecht geht , hat selten eines allein die Schuld . Von den anderen wird häufig dazu Anlaß gegeben durch Einwilligung , Stillschweigen , Übersehung . Da gibt es Leute , welche der Meinung sind , sie wären so gescheit , daß sie überall darein reden dürfen . Sie widersprechen der weltlichen Obrigkeit und geben Ratschläge , wie man es besser macht ; ja sogar die geistliche Obrigkeit muß es sich gefallen lassen , daß so ein Siebengescheiter seinen Willen durchsetzen will . Aber wie sieht es oft aus bei einem solchen in Dingen , die ihn mehr angehen ? In seiner Familie , in seinem Hause ? Da merkt man nichts von der großen Gescheitheit und vom guten Regiment . Einer , der Herr sein will über den Staat und die Kirche , vermag seine Dienstboten nicht in Ordnung zu halten , ja nicht einmal seine Kinder . Wäre es nicht besser , er hätte seinen Willen darauf gerichtet , daß man ihn als rechtschaffenen Hausvater betrachten , kann , als daß er sich um fremde Dinge bekümmert ? Das ist auch eine sichtbare Warnung für alle , die einem solchen anhängen . Diese sollten sich fragen , ob sie dem Rate eines Mannes folgen dürfen , der in seinem eigenen Hause das Schlechte duldet oder nicht unterdrücken kann . Und sie müßten sagen : Nein ! Dieser Mann kann uns kein Beispiel sein . Denn wie sagt Jesus zu seinen Jüngern ? Hütet euch vor den falschen Propheten , und an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen . Jeder gute Baum bringt gute Früchte , aber ein schlechter Baum bringt schlechte Früchte . Darum , wenn man sieht , daß in dem Hauswesen eines Mannes unziemliche Dinge vorkommen , so wissen wir , daß man seinen Worten nicht folgen darf . Seine Früchte sind schlecht , und er selbst kann nicht als gut erfunden werden . Amen . « In der Kirche saß keiner , der den Pfarrer nicht verstand . Der Hierangl hatte überall erzählt , daß sein Sohn vom Schuller angepackt worden war , weil er sich nicht dazu hergeben wollte , den Vater von der Ursula ihrem Kinde zu machen . Eine Dienstmagd , die der Schuller davongejagt hatte , erzählte auch , daß die Ursula in andern Umständen sei , und so war es leicht zu sehen , wen der Pfarrer meinte . Der Schuller war nicht in der Kirche , aber seine Bäuerin kam mit brennrotem Kopfe heim und erzählte ihm , was sie hätte anhören müssen . » I hätt ' mi am liabern vaschloffa , so hon i mi g ' schamt , « sagte sie . » Do brauchst di du gor it vaschliaffen . « » Ja , was moanst denn ? In de vordern Bänk ' hamm sie si alle umdraht nach meiner , und de Bäcker Ulrich Marie hat d ' Pratz ' n vors Mäu g ' habt und hat recht eini g ' lacht , daß ' s ja alle Leut ' sehg ' n. « » Da brauchst du di gor it vaschliaffen , « wiederholte der Schuller , » de Schand ' trifft an andern , der wo so schlecht is und nimmt d ' Kanzel her zu seiner Feindschaft . « » An den Früchten werdet ihr es erkennen , wo es in einem Hause schlecht ist , hat er g ' sagt , und einem Manne dürfet ihr nicht trauen , der wo die Schlechtigkeit duldet . Mi hamm do ' s Deandl mit Rechten aufzog ' n , und für dös kinna mir ' s aa it derschlag ' n. « Die Schullerin weinte . » Z ' weg ' n dem brauchst it trentzen , « sagte der Bauer , » was der red ' t , is gar nix . Des sell acht i gar it . « » Warum hat er nacha nix predigt , wia ' r an Schreiber sei Zenzl a Kind kriagt hat ? Da hat ma nix g ' hört von einem schlechten Haus . Grad ' ins tat er de Schand ' o vor allsamt Leuten . «