die Schläfer , die langsam - behutsam - fast lautlos nach Hause gerudert werden . Es wird Tag . Bagdad - die Stadt - erwacht . Der glühende Sonnenball taucht im Osten hinter der Stadt brennend empor . Hellauf glänzt die hohe Chalifenburg im strahlenden Tageslicht . An den Ufern des Tigris - in den Gärten der - Reichen wirds lebendig . Hübsche junge Sklavinnen baden hinterm Schilf - kichernd . Und der Tau blitzt auf allen bunten Blumen im Sonnenschein . Ein Morgenwind umsäuselt die ruhigen Palmen , die Schläfer und die kichernden Mädchen , die im Tigris - baden . Viertes Kapitel Und Safur lehnt an Tarubs Küchentür , er ruft mit seitwärts geschobenem Kopf : » Ich stünde nimmer ganz allein , Wenn ich ewig könnte bei Dir sein . « Doch die Tarub stemmt die Fäuste in die Seiten und sagt zornig : » Jetzt kommst Du erst ? Ist jetzt Morgen ? Die Sonne geht ja bald wieder unter . Ich lass mir das nicht mehr gefallen ! « » Tarub ! « erwidert wehmütig der Dichter , » sei nicht so böse ! Battany lud uns zu einer Kahnfahrt ein . Wir sind eben erst zurückgekehrt . Ärgre Dich nicht ! Nein ? « Tarub - schnell besänftigt - sagt rasch : » Na ja ! Ausreden hast Du immer - daran fehlt es Dir nicht ! « Bei diesen Worten hebt sie schon wieder geschäftig einen Kochtopf vom Feuer runter , stellt ihn auf die Platte und holt mit einem Blechlöffel vorsichtig das Fleisch aus dem Topfe heraus . Das Feuer schlägt lodernd in den rußigen Schornstein empor . In der Küche des reichen Said ibn Selm schaltet die Tarub wie eine Herrin . Sie wird fast rot vor Eifer . Der Dichter flüstert ihr ins Ohr : » Ja , ja ! sei nur schön ernst - das steht Dir gut - ich weiß ja . « Und da lacht Tarub über das ganze Gesicht . Safur aber greift nach ihrer Hand , die noch immer den Blechlöffel hält , berührt sehr demütig mit den Lippen die braunen Finger und sieht dann mit hoch emporgezogenen Augenbrauen unter seinem braun und blau gestreiften Beduinengewande zur lachenden Köchin auf . Tarub schüttelt vergnügt den Kopf , schreit aber plötzlich : » Nein - wie Du wieder aussiehst ! « Indeß das kümmert den Dichter , der nie an seiner Schönheit zweifelt , sehr wenig , denn er schließt seiner braunen Köchin den Mund mit einem Kuß . Safur wandelt alsdann in der mit roten Mauersteinen gepflasterten Küche langsam auf und nieder . Er schaut immer wieder Tarubs grünen Wollrock an , der wie ein Sack in steifen Falten den Körper umschließt . Der grüne Rock hängt an roten Lederriemen , die über die Schulter gehen und hinten sich kreuzen . Das weiße Leinenhemd , das den Oberkörper faltig umschließt , sieht auch sackartig aus . Ganz kurz sind die Ärmel des Hemdes , das so bläulich-weiß aussieht wie Kuhmilch , die verwässert wurde . Die kräftigen braunen Arme wirtschaften am Herde so eifrig herum , daß der für gewöhnlich nicht sehr lebhafte Dichter ganz überrascht ist durch diese flinken braunen Arme ... Die Tarub ist fest gebaut wie aus Erz . Ihr schwarzer Zopf fliegt bei jeder Bewegung bald nach rechts - bald nach links . Jetzt wendet sie das breite Gesicht zu ihrem Dichter . Ihre großen schwarzen Augen glänzen unter buschigen Brauen . Sie zeigt ihm ihre weißen Zähne , schüttelt sich das schwarze strähnige Haar aus der niedrigen Stirn und fragt leise : » Was ist Dir denn wieder in die Krone gefahren ? « Safur blickt seine Köchin nachdenklich an und sagt ernst : » Ich habe Hunger , Tarub ! « » Pfui ! « ruft sie da , » schämst Du Dich nicht ? Ein solcher Feinschmecker wie Du hat Hunger ? « Safur versetzt ernst : » Ein wahrer Feinschmecker ist niemals satt . « Tarub ärgert sich über diese Worte , sagt schnippisch : » Warum kamst Du denn nicht früher ? Jetzt , wo ich soviel zu tun habe , bist Du hier . Zieh doch den Vorhang fort ! « Safur zieht den safrangelben Vorhang vom breiten Fenster zurück und schaut in Saids grellbunten Garten hinein . Die Sonne scheint dem Dichter von links oben ein bißchen auf den Kopf und auch auf die rechts gelegene weiße Küchenwand , an der eine lange Reihe starker Messer mit prächtigen Griffen glänzend aufblitzt . Tarub geht dann mit ihrem Blechlöffel zu dem sinnenden Dichter , dreht ihn um und blickt ihn an , steht breitbeinig da und wackelt mit dem ganzen Körper lustig von rechts nach links und von links nach rechts - wie ein Bär . Und indem sie die Augenbrauen so hochzieht wie vorhin der Safur , fragt sie schmeichelnd : » Nu ? Na ? Was möchtest Du jetzt wohl essen ? Nu ? Na ? Sag ! Ja ? « » Alles ! « ruft da lachend der Dichter . Drob freut sich die Tarub , wackelt wie ein Bär durch die ganze Küche und spricht darauf sehr ernst , indem sie die Hände faltet : » Oh ! Oh ! mußt Du aber hungrig sein ! Setz Dich gleich da drüben auf die Bastdecke - schnell ! Ich werde vor Dir auch ein weißes Tuch auf die Erde breiten . Setz Dich ! « Safur setzt sich denn auch mit untergeschlagenen Beinen und zufriedenen Gesichtszügen auf die Bastdecke . Und Tarub breitet das weiße Linnenzeug auf den roten Ziegeln mit rasch bewegten Händen vor ihm aus . Danach bringt sie ihm das Essen . Sie erklärt : » Hier hast Du hartgesottene Steppeneier mit gelber Sonnentunke . Der Holzteller , auf dem die Eier ruhen , ist ganz neu und von einem ganz alten Beduinen am Rande geschnitzt . Und hier hast Du auf dunkelblauem Porzellan sauren Waldsalat ... Nachher gibts