das weite Unterkleid waren aus blaßgelber Wolle . Die Haare deckte ein weites Netz mit Goldfädlein . » Wiulfhilt « , sagte Heinrich , » der junge Reiter Witiko von Pric , der Sohn Woks und Wentilas , ist unser Gast . « » So habt Ihr meinen Vater gekannt ? « fragte Witiko . » Ich habe Euern Vater gekannt , mein junger Reitersmann , und kenne Eure Mutter « , sagte Heinrich . » Wir kennen die feine gute Wentila « , sagte die Frau , welche eingetreten war , » und wenn Ihr der Sohn derselben seid , so heiße ich Euch in unserem Hause willkommen . « » Ich bin der Sohn derselben « , sagte Witiko , welcher aufgestanden war , » und so bin ich in einem Hause , in welchem meine Eltern gewesen sind . « » In diesem Hause sind sie nie gewesen « , sagte Heinrich , » wohl aber in einem andern . « » So seid Ihr uns in diesem Hause gegrüßt « , sagte Wiulfhilt . » Ich freue mich des Grußes , edle Frau « , entgegnete Witiko , » und verzeiht , wenn ich Eure Sorge mehre . « » Meine Sorgen für das Haus sind meine Freude « , sagte die Frau , » und für einen Gast doppelte Freude . « » Wenn ich es nur verdiene « , entgegnete Witiko . » Ihr verdient es , weil Ihr der Sohn Eurer Eltern seid « , antwortete Wiulfhilt , » und werdet es auch außerdem verdienen . Und wenn es auch nicht wäre , so wäret Ihr der Gast . « » Wiulfhilt « , sagte Heinrich , » der Reiter will heute noch auf den Sesselfels gehen , und abends zu den Köhlern im Klaffergrunde zurückkehren . Sorge für ein zeitiges Mahl . « » So erlaubt , daß ich mich bis zum Mittagessen beurlaube « , sagte die Frau . » Tut nach Eurem Rechte « , entgegnete Witiko . » Und ich werde der Mutter folgen « , sagte Bertha . » Dann tust du recht « , erwiderte der Vater . Und die Mutter und die Tochter verließen den Saal . » Wenn es Euch genehm ist , so suchen wir bis zum Mittage die freie Luft auf « , sagte Heinrich zu Witiko . » Es ist mir sehr genehm « , entgegnete Witiko . Der Herr des Hauses führte seinen Gast nun durch eine andere Tür in den Garten . Er schürzte sein faltiges Gewand durch einen Gürtel , den er anzog , höher , und schritt in die Beete voran . Witiko folgte . Im Garten waren Küchengewächse , duftende Kräutlein und an Mauerlatten die Birnstaude . Am Ende des Gartens erhob sich ein Hügel , von dem sie den Garten das Haus und den Wald übersehen konnten . Witiko sagte : » Ich habe nie gewußt , daß hier ein solches Haus steht , obgleich ich schon in dem Walde gewesen bin . « » Es ist sehr abgelegen « , antwortete Heinrich , » die Pfade gehen unten an der Mihel vorüber , und keiner geht herauf , der weiter in die Länder liefe , weil hinter dem Hause gleich der hohe Wald beginnt , über den kein Fußweg steigt . So ist es rückwärts umfangen von der Wand der Sessel und des Blöckensteins , und vor ihm geht der Forst bis zu der Mihel hinunter . Wenn einmal die Wälder gereutet werden , dann können es die Menschen von weitem her erblicken , da es hoch gelegen ist . Die Sesselwand und der Blöckenstein werden wohl nie gereutet werden , weil sie steil sind und nur Waldgrund haben , und dann wird es licht gegen die hintere dunkle Waldhöhe abstehen . « » Ist das Haus schon lange da ? « fragte Witiko . » Ich habe es erbaut « , entgegnete Heinrich . » Und warum habt Ihr es denn in den abgelegenen Wald gebaut ? « fragte Witiko . » Weil ich es so gewollt habe « , antwortete Heinrich , » einige bauen auf Weiden , andere auf Felsen , andere in Wälder , und wenn man einmal des Schutzes bedürfte , so ist dieses Haus sehr verborgen , und unbekannt . Ich bin öfter mit den Meinigen hier , wenn wir nicht anderswo zu sehr fest gehalten werden . « » Es muß auch sehr anmutig hier wohnen sein « , sagte Witiko . » Ja jetzt , und vielleicht auch in künftiger Zeit « , erwiderte Heinrich , » der breite Berg , der jenseits der Mihel liegt , wird einmal eine Ortschaft werden , weil er die Ursachen dazu hat , nämlich guten Boden und Verbindungen , es werden vielleicht dann auch an manchen Stellen rings herum Wohnungen ja sogar Kirchen entstehen , und dann , wenn Zeiten sind , die es weniger benötigen , daß der einzelne Mann sich um Schutz umschaue , mögen die weißen Mauern dieses Hauses weithin leuchten , und manchen einladen , zu kommen , und sich in ihnen zu vergnügen . « » Möge das Haus viele hundert Jahre dauern « , sagte Witiko . » Wenn die , welche nach mir kommen , so denken , wie ich « , antwortete Heinrich , » so wird es dauern . Es können Tage erscheinen , da die Macht und das Ansehen eines Stammes schwinden ; aber sie können wieder auferstehen , wenn nur der Stamm selber nicht ausgelöscht ist . Eines Tages kann dieses Haus zerstört und dem Erdboden gleichgemacht werden ; aber ein anderes kann an der Stelle sich erheben , und wenn einer meiner Nachkommen hier lebt , und wenn er Freude am Walten in Mitte seines Besitztumes hat , so wird hier eine Wohnung sein , die den Besitzern behaglich , und den Fremden , die mit offenen Herzen kommen , freundlich ist . « » Ich denke wie