sey . Robert , Massiello , Eduard und der Herzog hatten gedichtet , componirt , gemalt und Pläne entworfen zu dem Feste , dessen eingentlicher Grund ein Erröthen auf Jokondens Wangen lockte , denn es galt den Jahrestag oder eigentlich die Jahresnacht zu feiern , wo der Herzog das schöne Kind von der Hand der Verschwiegenheit und Liebe sich antrauen ließ . Er war damals als ein junger , unbedeutender Mensch in ' s Haus ihrer Eltern getreten , ermüdet durch eine Fußreise in die Alpen und fast bis zum Tode ermattet , dazu ohne Geld und mit einem angenommenen Bauernnamen , so daß Jokonde dem armen Burschen seiner schönen Augen wegen einen , dem Vater abgezwungenen Kronenthaler in ' s Ränzchen steckte und ihn heimlich fragte : Wie heißt Er denn , mein Freund ? Da hatte der Fürst sich lächelnd umgewendet und im Styl eines altgriechischen Göttermythos höchst pathetisch gerufen : Lothar , Erbprinz von - . Den Kronenthaler hatte das hübsche Mädchen bald wieder , und die Reise des armen Burschen in das Gebirge war für sie eine Reise auf ' s Gebirge der Hoheit und des Erdenglücks geworden . Als der Herzog sich jene ersten Liebesmomente vergegenwärtigte , sah er seine Jokonde mit einem so innigen Blick an , daß diese vor der Fülle von Seele erschrack , die in einer Männerbrust liegen kann ; sie konnte nichts dagegen geben , als die gewöhnliche Dekoration - Sonnenschein , blauer Himmel , Lächeln , rechts im Vorgrunde ein Grübchen ; der Soufleur ihres kleinen Herzchens lispelte die alten verbrauchten Worte hinauf . Der Herzog führte seine geputzte Schöne durch den Kreis der Gäste in jene bis jetzt verschlossenen Gemächer . Strahlende Helle goß aus bunten Krystalltulpen und weißen Lilien ihr Feuermeer in ein zierliches Zelt , das von der Liebesgöttin geordnet und hier und da mit einzelnen goldenen Pfeilen festgesteckt war . Es zeigte sich eine kleine Bühne und vor derselben saß Massiello mit zwei Musikern und blies eine sonderbare Musik ab deren Composition Lachen erregte , aber zugleich auch Verdruß und Aerger . Jokonde freute sich kindisch , sie war über alle Beschreibung reizend : ein Brautkleid von weißer Seide umspannte den süßen Leib , goldene Schnüre hielten unten einige volle Myrthenbouquets gefesselt , in ihren gelben weichen Locken lag ein Kranz , dessen klares Diamantenband auf der hohen weißen Stirne festschloß . Sie blickte nun nach Robert , doch er war nicht da , indem endigte die Musik , und Massiello stieg mit einem langen Schritt auf die Bühne hinauf , deren Vorhang sich gehoben hatte . Man erblickte eine zauberhelle , prächtige Blumenlaube , wie sie so seltsam und herrlich nur aus der Phantasie aufblühen mag . Aus dem Boden empor flammten dunkle Feuerlilien in dichter Ueppigkeit und bildeten gleichsam den Grund , hochgefärbte Rosenkelche schloßen sich an sie , und immer heller und geläuterter erschien die Glut , bis sie in stets blasser werdende Rosen , und endlich in weiße Centifolien endete , deren letzte Sprosse hinauf silberhelle Sternblumen und weiße Frühlingsglocken bildeten . Ein mächtiges Blumenaroma überströmte das Gemach beim Aufrollen des Vorhangs . Die Landschaft hinter der Laube zeigte ferne Bläue , eine einsame Pinie stützte sich , wie in Gedanken verloren , auf die Schultern einer breiten Eiche , ein Paradiesvogel zog schweren , langsamen Flugs fern und immer ferner in die Landschaft hinein . Jetzt flog ein schöner , geflügelter Knabe auf die Bühne , er trug eine Lyra im Arm , und senkte sich wie im jauchzenden Entzücken der Jugend tief in die rothen Blumen und schwankenden Rosenkelche hinein ; dann begann er ein wunderlich feuriges Lied , das eine abentheuerliche , aber liebliche Sage behandelte : es war die Geschichte der Liebe . - » Gott liebte einst , liebte menschlich , liebte ein Weib , aber ein Götterweib , wie er ein Gott . Ihr Lächeln schuf den ersten Frühlingskeim und nach ihren Träumen bildete Gott die Blumen ; sie aber liebte einen Raum im flutenden Meere der Schöpfung besonders und bat einst den Ewigen : Schaffe mir hierher ein Gestirn und schenke es mir , hier muß es köstlich seyn zu wohnen , mild flammt das Licht des nächsten Firsterns herüber und süß fließt der Strom der Lüfte dahin . Sie hatte den Wunsch kaum ausgesprochen , als in dem Momente die neugeschasfene Erde ihre Bahn dahinrollte - die kleine Erde , und der höchste Geist sprach mit Lächeln : da ist sie ! nimm sie , schasse sie zu einem Paradiese um , sie sey dein Brautgeschenk , schalte mit ihr , wie es deiner Laune gefällt . Da sah die Gottgeliebte auf die kleine Erde mit rührender Freundlichkeit nieder , und dachte über Pläne nach , wie sie sie am zierlichsten schmücken solle . Endlich schuf sie ein sonderbares Wesen mit einem Barte , einem krausen Lockenkopf und in der Brust mit einem rothenklopfenden Herzen , und ihm zur Seite , nach ihrem eigenen Bilde , ein süßes kränkliches Püppchen , voll Sehnsucht und Thränen und voll Lächeln und Narrenspossen . Diese Beiden , sagte sie , sollen sich nun gegenseitig freuen und betrüben , beides bis zum Tode ; es soll eines die Lippen des andern suchen und nicht wissen , was es thun will , und so entstehe der erste Kuß ; sie sollen viel tolles , einfältiges Zeug sprechen und über die albernsten Dinge zusammen weinen ; sie sollen in den Mond blicken und lachen und weinen , und weinen und lachen durcheinander . Er soll fluchen und zürnen , wenn sie geht , sie aber soll tanzen , wenn er sich ärgerlich fortschleicht , lachen , wenn er weint , innerlich aber ersticken wollen an zurückgehaltenen Thränen , und all der neckende Unmuth , das weinende Entzücken der Liebe soll bei ihnen wohnen und Hütten bauen in ihren Herzen . - Sie sprach es , und die ersten Menschenherzen fingen ihr unruhiges Geklopfe an . Ein schöner Garten war