Die sollst du machen ! « » Wann ? « » Wann es dir beliebt ! « Da sah ich ihn freilich noch ganz anders an als vorher . » Dschafar ! « rief ich aus . » Ich hörte , Du habest ein vollständig verhülltes Pferd mitgebracht . Soll ich etwa gar vermuten , daß - - - « Ich empfand es als Wagnis , den begonnenen Satz auszusprechen . Er aber lachte fröhlich auf und tat es an meiner Stelle : » Daß dieses Pferd der Syrr des Herrschers ist ? Ja , er ist es . Ich habe ihn mitgebracht . « Da sagte ich kein Wort . Ich war fast erschrocken . Dann kam mir die Sprache wieder : » Welche Kühnheit von dir ! Was wird der Schah-in-Schah tun , wenn er es erfährt ! Er stellte den Syrr bei dir ein , damit er unbelästigt bleibe , und du schleppst ihn so viele Tagereisen weit hierher zu uns , allen , allen den Gefahren ausgesetzt , vor denen dieses kostbare Pferd grad durch dich bewahrt werden sollte ! « Nun lachte er noch herzlicher als vorher und antwortete : » Eine Strafrede statt des Lobes ! Du bist ja förmlich zornig , Effendi ! Aber ich nehme das als gutes Zeichen und will dich beruhigen . Wisse , daß ich nichts , gar nichts gewagt habe . Wir wurden , nämlich Syrr und ich , von einer Abteilung der Leibgarde bis zu den Kalhuran und dann von diesen Euren Freunden bis fast ganz hierher gebracht . Es konnte uns also unterwegs nichts geschehen . Und grad um das Pferd nicht anzustrengen , habe ich nicht auf den Ustad gewartet , sondern bin langsam vorausgeritten . Und wenn ich sage Leibgarde , so soll das heißen , daß ich es nicht ohne die besondere Erlaubnis des Beherrschers tat . Ja , er selbst ist es , der den Gedanken angeregt hat , Syrr mit nach hier zu nehmen ! « » So bin ich starr ! « » Starr ? Ich werde dich sofort wieder lebendig machen , indem ich dir sage , daß ich den Syrr für Niemand bringe , als für dich allein . « » Für mich ? Sei ernst ! « » Ja , ja ; für dich ! Und das kam so : Daß du ein guter Reiter seist , das hatte ich erzählt , doch ist das nicht der Grund . Die Andern alle , welche nichts erreichten , hatten ja geglaubt , nicht nur gute , sondern sogar virtuose Reiter zu sein . Aber ich hatte auch von deiner Findigkeit gesprochen , von deiner Aufmersamkeit für alles Tiefere und von deiner Liebe zu den Tieren . Lindsay erzählte so viel von dir und deinem Rih , dem herrlichsten Pferde der Hadeddihn . Der Schah erfuhr , wie du dich zu den Pferden und überhaupt zur Kreatur verhältst , und als ihm dein Sprung über die Verräterspalte und gar das gräßliche Wagestück berichtet wurde , daß du , vorn und links den Abgrund , rechts die Felswand , hinter dir die Feinde und unter dir den kaum vier Fuß breiten Stein , durch einige liebe Worte dein zitterndes Pferd bewegtest , sich vorn zu erheben , den halben Körper über der Tiefe , und langsam umzuwenden - - - da rief er aus , daß du es vielleicht sein könntest , dem Syrr außer ihm gehorchen würde , weil ein freundliches Wort von dir genügt habe , die Todesangst des Pferdes in ruhiges Vertrauen zu verwandeln . Und als er hörte , daß ich dich besuchen werde , ging er mit sich zu Rate , ob er mir den Syrr anvertrauen solle oder nicht . Ich selbst riet ihm ab , weil ich nicht glaubte , eine solche Verantwortlichkeit auf mich nehmen zu können . Aber grad mein Widerstand schien ihm die Gewähr zu bieten , daß das Pferd nicht nur daheim , sondern auch während dieser Reise in guten Händen sei , und so befahl er mir , es mitzunehmen . Ich sage , er befahl ; so durfte ich mich nicht länger weigern . « » Dschafar - - - Mirza - - - vor allen Dingen , wie soll ich dich titulieren ? « » Du nennst mich einfach Dschafar ; ich will es so . Die Andern mögen immerhin Mirza sagen ! « » Ich danke dir ! Nun wieder zu dem Pferde ! Ich kann mir nicht denken , daß dir der Schah den köstlichen Syrr bloß aus reiner Neugierde anvertraut hat , nur um zu erfahren , ob es mir gehorchen werde . Es muß noch ein anderer , höherer oder tieferer Grund vorhanden sein . « » Der ist auch da ! Bezeichne ihn , wie du willst ; ich nenne ihn psychologisch . Der Herrscher nannte es ein Problem , und zwar ein wichtiges Problem . Er ist nicht etwa neugierig , sondern gespannt ! Das ist doch wohl ein Unterschied ! Er sagte sogar , Syrr sei zwar unbezahlbar , aber keineswegs ein zu hoher Preis für die Lösung , doch wolle er warten , ehe er hiervon spreche . Effendi , Effendi , merkst du , was der Beherrscher will ? « » Ja . « » So gieb dir Mühe ! « » Mühe ? Dschafar , Dschafar ! Mühe tut es am allerwenigsten ; ja , sie würde nur verderben ! Wenn mich das Pferd nicht gleich beim ersten Anblick liebgewinnt , brauche ich gar nicht zu probieren ; es würde doch vergeblich sein . Sag mir , was frißt es wohl am allerliebsten ? « » Sein größter Leckerbissen ist ein Apfel . « » Hat es irgend eine Untugend , welche zu schonen ist , wenn man es nicht erzürnen will ? « » Nein , keine einzige . « » Irgend eine empfindliche Körperstelle , die man nicht berühren darf ? « » Auch