unter Umständen auch ein Trost , Bob . Da ist Euer und mein Freund Fiebiger in seiner Polizeistube ; ich kalkuliere , der Mann hat Euch öfters dasselbe gesagt . « » Sie haben recht , Herr von Faber « , sagte Robert seufzend . » Aber es ist doch sehr traurig . « » Bah , das sagt Ihr jetzt , wo Herr Leon von Poppen die Oberhand , die beste Karte im Spiel hat ; träte das Gegenteil ein , was gar nicht so unmöglich ist , so würde es freilich heißen : Was ist , ist gut , es ist nicht mehr als billig , als daß sich das Laster und der Herr Baron zu dem Spucknapf in die Ecke zurückziehen . « » Aber Helene ? ! « rief Robert . » Was soll sie denn in Eurer harten , selbstsüchtigen Welt ? Ich gebe Euch recht , wir haben Waffen und Rüstung und sind daher nicht zu bedauern . Aber die Waffenlosen , die Wehrlosen ? Sind sie nur ein Spielball derer , die da kämpfen können ? « Der Hauptmann nickte : » Ja , da liegt der große Jammer , und weder Fiebiger noch Konrad Faber , welche , jeder auf seine Weise , nach der besten Welt gesucht haben , haben viel Sinn in dieses dunkle Kapitel gebracht . Hat Euch der Mann im Niklaskloster , hat Euch Ulex nichts darüber gesagt ? « » Er wies nach oben und sprach : Seht nach den Sternen ! « » So tut das und laßt mich und den Polizeischreiber ungeschoren ! ... Übrigens gehen wir in acht Tagen nach San Francisco , um Euer Metall gegen Wechsel umzutauschen , und dann - zu Pferde , Sir ! Unsere Zeit hier ist um , der Weg nach Osten ist frei ; Ihr werdet sehen , Herr , wie solch ein Ritt über den nordamerikanischen Kontinent die Brust frei macht . Nehmt Abschied von den Gräbern , Wolf , und kümmert Euch nicht , wie die alte Frau drunten in San Francisco , weil niemand für sie sorgt . Die stolzesten Grabmäler werden in den Herzen der Menschen erbaut . « Es kam der Tag , wo Robert zum letztenmal , mit entblößtem Haupte , unter den drei Riesenfichten stand . » Lebe wohl , Fritz « , rief er . » Lebe wohl , Bruder ! Früh haben uns unsere Sterne getrennt , hochherzig und edel bist du deines Weges gegangen ; und als ich - ein armer unwissender Knabe - die Sterne falsch deutete , hast du nicht gelacht und gespottet , sondern liebend hast du mir auch aus der Ferne die treue Hand geboten . Körperlich waren wir voneinander geschieden seit unserer Kindheit ; aber unsere Seelen haben sich wieder zusammengefunden , als wir Männer geworden waren . Ruhe sanft , Bruder ; ein leuchtend Beispiel sollst du mir sein , und vor jeder Schwierigkeit des Lebens will ich deiner gedenken ! ... Lebe wohl , Eva , teure Schwester ! Schwester , Schwester ... « Tränen erstickten die Stimme des Trauernden ; er ließ sich auf ein Knie neben dem Grabhügel nieder und beugte tief das Haupt . In Worten ließen sich seine Gefühle nicht ausdrücken . Konrad von Faber beobachtete den jungen Genossen aus einiger Entfernung ; dann trat er auf ihn zu , und sanfter , als es sonst in seinem Wesen lag , sagte er : » Laßt es nun genug sein , Freund ! Von den Göttern wie von den Weibern mag es heißen : ferrum est , quod amant . Die Toten , welche unter diesen beiden Hügeln , Brust an Brust , begraben liegen , wollen nicht mit weinenden Augen beklagt sein . Erhebt Euch , wir müssen fort ; die Maultiere warten , und Loatoa will Euch Lebewohl sagen . « Einen letzten Blick warf Robert auf die Ruhestätten Friedrichs und Evas ; dann folgte er festen Schrittes dem Hauptmann . Sie nahmen Abschied von der Chinesin , die Erbin ihres Hausstandes wurde , sie nahmen Abschied von den Bekannten , welche sie im Lager der Goldgräber gewonnen hatten , und in vier verschiedenen Sprachen wurde ihnen gut Glück auf die Reise gewünscht . » Gut Glück auch euch , Kameraden ! « rief Konrad von Faber . » Ihr Herren aus Deutschland , England , Frankreich und Spanien , ihr Herren Bürger der Union , ihr Herren Bürger von Mexiko , gut Glück ! Möge im rechten Augenblick immer ein tüchtiger Platzregen auf eure Tollköpfe und Revolverzündlöcher fallen ! Lebt so wohl , wie ihr könnt ! « Die Männer , welche den Wunsch verstanden , lachten . Loatoa vergoß einige Tränen ; am Abend schlugen Faber und Robert ihr Lager wohl acht englische Meilen vom Hawk-Gulch im Walde auf , und in derselben Nacht wurde von einigen der Gentlemen , welchen der Hauptmann so gute Wünsche zurückgelassen hatte , der Versuch gemacht , den beiden Reisenden ihre Reise zu erleichtern und ihnen die Last ihres Goldes abzunehmen . Es fiel aber kein Regentropfen auf die Büchsen des Hauptmanns und seines Begleiters ; die Herren gaben ihre freundschaftliche Absicht auf , nachdem etwas Blut geflossen war , und zogen sich fluchend über die damned Dutchmen zurück . Glücklich vollendeten Konrad von Faber und Robert ihre Reise und zogen wohlbehalten mit ihren Schätzen in San Francisco ein . Zweiunddreißigstes Kapitel Ein Ritt vom Stillen Ozean zum Missouri ; Konrad von Faber hält abermals eine Rede Sie fanden eine vollständig veränderte Stadt . Eine große Feuersbrunst hatte einen bedeutenden Teil der leichten Bauwerke , Hütten und Zelte verzehrt ; andere Straßen , andere Hütten waren auf der Brandstätte entstanden . Tausende und aber Tausende neuer Einwohner waren gekommen ; es kostete viel Mühe , ehe die Familie Tellering in dem Gewimmel gefunden war , und der Zufall mußte beim Auffinden derselben das Beste tun . Bis an die Zähne bewaffnet , als eifriges Mitglied des