ruft die Jenny und hat derweil schon den großen Kleiderschrank aufgerissen ; Meine Herren , ist ' s gefällig ? Platz hatten sie drin , das ist wahr , und die süßesten Erinnerungen an alle Schäferinnen und Göttinnen , die in den Kottillons gesteckt , aber - nun das Uebrige ist kaum nöthig zu erzählen . Verschlossen waren sie , und der Schlüssel steckte in Jenny ' s Tasche , und Jenny hing am Halse des Eintretenden , und bat ihren herzgeliebten Louis und schönsten Louis und einzigen Louis um Verzeihung , daß sie nicht auf ihn gewartet , aber sie wäre zu durstig gewesen vom Echauffement « » Merkten sie ' s da ? « » Auf parole d ' honneur sie vor unserm Ehrengerichte versichert , der Kerl hätte täuschend den Prinzen gespielt . « » Sie konnten Alles hören ? « » Jedes Anstoßen , jeden Kuß , das Kritzeln mit dem Messer auf dem Teller . « » Donner und Wetter ! « » Zwei Pfropfen hörten sie gegen die Decke knallen , selbst durstig zum Verkommen und hungrig auch . Zwei Stunden saßen sie am Tisch . « » Bloß am Tisch ? « » Meine Herren , bedenken Sie , es waren Offiziere , die da für ihre Kameraden standen . Ja sie haben eingeräumt , zuletzt entdeckten sie durch eine Ritze , daß es Bovillard war . Was aber war zu thun ? Ich frage Sie , Kapitän , hätten sie poltern sollen ? « » Eine verfluchte Situation und eine Frage , daß Einem der Kopf schwindelt . Wenn ich für mich dagestanden - « - « » Hätten Sie die Thür gesprengt . Sehr richtig . Aber in dem Schranke stand das ganze Offizierkorps ; das erwägen Sie . « » Nein , da durften sie ' s nicht . « » So entschied auch unser Ehrengericht . « » Aber was wird nachher daraus ? « » Sie hörten rutschen , packen , Kisten und Kasten aufreißen - man sprach unter Gekicher davon , aus den Appolloball zu gehen . « » Und nachher ? « » Keiner schloß auf . Blieben sitzen . « » Kam denn nicht die Kammerkatze ? « » Nicht Katze , nicht Maus ; die war mit der Jenny fort . Kurz um , wie Ihnen bekannt sein wird , die Tänzerin war mit Extrapost nach Leipzig gefahren . Ist heut noch nicht zurück . Nicht einmal austrommeln lassen konnte man sie . Die Wirthin musste endlich , als sie zu poltern anfingen , das Schloß aufbrechen lassen . Frei waren sie da freilich , aber - « » Von wem nun Satisfaktion ? « » Meine Herren , ich versichere Sie , die Sache hat uns Allen schwere Nächte gemacht . Was sollten wir thun ? Bovillard fordern ? Wenn es damals noch ging ! Aber die Raison ! Hatten sie ' s denn mit ihm zu thun gehabt ? - Er stellte sich gegen Dritte als die pure Unschuld . War bei der hübschen Tänzerin gewesen , hatte sich ungemein amüsirt . Sollten wir uns nun blamiren und ihm mit dürren Worten sagen , daß wir uns nicht amüsirt hätten ? Durften wir überhaupt an die große Glocke schlagen ? Durften wir es vor dem Prinzen ? Wer wusste denn , ob er nicht mit im Spiel steckte , ob er ' s nicht eingeleitet , um mit guter Manier die Jenny los zu werden ? Es war ja ein Labyrinth , ein Wespennest , in das wir stachen . Gott weiß , was daraus geworden wäre . Dohleneck und der Andere wollten ihren Abschied fordern . Das ging auch nicht . Sie waren ja wir . Das ganze Offizierkorps hätte den Abschied nehmen müssen . Meine Herren , ich versichere Sie , es war eine Hundegeschichte , und dazu den Bovillard ansehen müssen , der wie der Sonnenschein über die Parade spazierte . « » Sag ' ich doch , man hat zuweilen im Leben Pech und weiß nicht , wo ' s herkommt . « Der Rittmeister hatte die Worte des Arrestaten noch gehört , als er eintrat , den Rosabrief auf den Tisch warf , und sich auf den Schemel : » Ist das Pech , oder nicht , oder was ist es ? Ich weiß es nicht . « » Onkel , ein Rendez-vous ? Will ' s Dir abkaufen , unbesehens . Bin generös . Den ersten Wechsel dafür . « » Lest mal das Zeug . Ich krieg ' s nicht klar . « Der Arrestat las : Wenn ein menschliches Herz in Ihnen schlägt , so setzen Sie Ihr Betragen nicht fort . Mein Gott im Himmel , ist es denn möglich , daß ein Kavalier , ein Offizier des Königs , ein Mann , dem man sonst gute Eigenschaften nicht abspricht , im Martern eines weiblichen Herzens sein Vergnügen finden kann ! Wenn Sie auf unsere Bitten nicht hören wollen , wenn Sie Ihre Schwadron täglich vorüber reiten lassen müssen , treiben Sie den Hohn wenigstens nicht so weit , immer vor ihrem Fenster den Bart zu streichen . Sie sehen freilich nicht die Dolchstiche , die es in das Herz der Armen drückt , denn die Balsaminen verbergen sie Ihren Augen . Wir vertheidigen die Arme nicht , sie ist ein schwaches Weib . Sie verspricht uns wohl am Abend , morgen will sie sich in die Hinterstube verschließen , aber wenn Ihre Trompeter um die Ecke blasen , reißt es sie mit unwiderstehlicher Gewalt ans Fenster . Wenn sie dann schluchzend , ohnmächtig in unsere Arme sinkt , verspricht sie uns freilich , es soll das letzte Mal gewesen sein , aber - vielleicht wird es ein Mal das letzte Mal sein . Bietet denn eines Mannes Brust eine so unerschöpfliche Höhle für das Rachegefühl , daß er nie vergeben kann , und einer Frau , einer schönen Frau ? Sie hat