vergelten zu können und selbst auf meine Kosten mit diesem Bristol sie bezahlen . Dabei rückt die Zeit immer näher , welche das Wollen und das Können in eine Hand geben wird ; denn Vater Jakob sieht aus wie die verschossenen Gobelins im Ahnensaale , und selbst die große Abschließung von Babys Vermählung mit Frankreich vergißt er jeden Augenblick wieder , und glaubt , die Infantin werde erwartet . Beeile Dich jetzt , sie wegzubringen ; ich habe mehr zu bedenken , als dies Mädchen , und doch muß sie in meinem Gewahrsam bleiben , bis die französischen klugen Herren mir ihre Prinzessin überliefert haben und dieser Prozeß , der den hochmüthigen Bristol stürzen soll , beseitigt ist . Dann soll Frankreich , welches schon über meinen Einfluß zu triumphiren glaubt , erfahren , daß Buckingham gegen die Reize ihrer Prinzessin ein Gegengift in dem Besitz einer berechtigten Nichte hat , und die stolze Herzogin von Nottingham , die einst Buckingham verschmähen durfte , soll bejammern lernen , daß sie Buckinghams Nichte nicht früher erkannt hat , um ihren Vater damit retten zu können . Wenn Du Dich klug und bescheiden beträgst , wird Dein Verdienst beim Vater des Mädchens einzukleiden sein ; aber sei schnell und lasse mich nicht länger hören , daß Du sie mit Gewalt nicht entführen darfst . Folgt sie Dir nicht willig , so befehle ich Dir , entführe sie mit Gewalt ; denn sie muß verschwunden sein , ehe die Ahnung ihres Werthes laut wird . Bedenke , daß ich keinen Fuß eher aus England setze , bis ich sie gewiß habe . Du findest in Berrystreet Alles zu ihrem Empfange bereit , und wie es der Rang fordert , den sie beim Eintritte in mein Haus einzunehmen berechtigt ist . Du aber wirst sogleich mir selbst die Nachricht des glücklichen Gelingens überbringen , und dann die Ehre haben , mich nach Frankreich zu begleiten , wohin ich mich begebe , die Hand der königlichen Henriette zu empfangen und die schönste der Frauen wieder zu sehen . Warum hast Du mir nicht lachen helfen , als Tomson mit seiner geübten Feder den rührenden Brief verfaßte , der meine kleine spröde Nichte in meine Hände liefern soll . Ich schwöre Dir , daß ich , der ich täglich die Handschrift des Prinzen sehe , sie nicht unterscheiden konnte . Den Siegelring kennt sie auch , denn Karl schwatzt den ganzen Tag von den Wundern , die er und der steife Narr , der Nottingham , an dem Dinge wollen erlebt haben . Nun , mir kann es recht sein . Dabei merke ich wohl , daß diese Korporation von Heiligen mich als den nahen Blutsverwandten selbst in eine Art Heiligthum gehüllt hat , und daß sie meinen Namen mit gehöriger Hochachtung betrachtet . Viel zu viel habe ich Dir nach Maßgabe Deiner geringen Verdienste geschrieben , ich fürchte fast , es ist ein bischen Langeweile dabei , mitunter denke ich , daß Du mir fehlst . Deine Schulden sind abermals bezahlt , der Kastellan von Berrystreet hat für Dich einige Wechsel . Buckingham . NB . Damit Du den Inhalt des rührenden Oheims- kennst , erfolgt hier die Abschrift . « - Sie lautete , wie folgt : » O , weigere Dich nicht länger , dem Einzigen zu folgen , der sich dem gefährlichen Unternehmen unterzog , Dich zu mir zu führen ! Ein schreckliches Geschick macht die edelsten Menschen zu meinen bittersten Feinden ; Du darfst Dich ihnen nicht vertrauen , ohne großes Elend über mich zu bringen . Glaube nicht , daß ich über die Thorheiten dessen blind bin , dem Du Dich vertrauen mußt , aber es blieb mir keine Wahl . Mir ist er ergeben , davon habe ich Proben ; muthig und treu ist sein Sinn . Folge ihm ohne Verzug , ohne Sorge , nur an Deinem Herzen kann ich die Schmerzen ausweinen , die mich zerreißen . Ich unterschreibe mich nicht , Du kennst Handschrift und Siegel . « Zwar war Membrocke vom Inhalte beider Briefe wenig erbaut ; doch sein Leichtsinn ließ ihn bloß im Hintergrunde die Reise nach Frankreich sehn und im nächsten Augenblicke die Sicherheit , jetzt das stolze Fräulein in seinen Besitz zu ziehen . Trotz Buckinghams Droh-Brief behielt er sich doch vor , die Angelegenheiten hier nach seiner Ansicht zu ordnen und , so viel sich nur erreichen ließ , für sich zu gewinnen , denn bei seinem Mangel an aller Achtung für Frauen zweifelte er nicht , daß eine Fluchtreise tausend Verhältnisse herbeiführen müsse , welche dann zu seinen Gunsten zu leiten , ihm immer noch ein Leichtes schien . - Für den Rest des Tages blieb Lady Maria in Gesellschaft der Lady Arabella auf ihrem Zimmer . Lord Ormond und Membrocke mußten beide daher ihre Ungeduld bis zum andern Tage zügelu . Als Lady Maria am andern Morgen zum Frühstück erschien , trug sie den unverkennbaren Ausdruck des tiefsten Grames ; ihr Antlitz war blaß , und ihre Augen schauten so groß und kalt und mit einem so trostlosen Ausdrucke umher , daß sie Niemand ohne Antheil sehen konnte . Sie blickte von Einem zum Andern in gleicher Theilnahmlosigkeit , und schob ihren Sitz zwischen die jungen Damen ein , die sie alle mit Beweisen der größten Zärtlichkeit überhäuften . Ormond blieb in der bewegten Stimmung , die ihm der so nah rückende wichtige Augenblick gab , lieber fern von ihrer Nähe . Membrocke aber genoß die stolze Sicherheit des nahen Gelingens und fragte wenig nach der kleinen Gunst , die zu erringen hier sehr zweifelhaft war . Er kündigte dagegen der alten Lady seine Abreise nach London an , da Seine Majestät die Gnade gehabt habe , ihn zu der Gesandtschaft zu ernennen , die zur hohen Vermählungsfeierlichkeit sich mit dem Herzog von Buckingham nach Frankreich begeben werde . Man hörte die Nachricht mit so wenig Betrübniß an , als irgend die Höflichkeit gestattete , und der Lord wendete