Name gemacht und mit wie leichter er wieder ausgewischt wird : so ists wahrlich ein matter Trost , daß es in Rücksicht des Verkennens auch andern größten Männern nicht besser ergangen , z.B. dem großen Gottsched , der selber sogar im Gellertischen Leipzig so manches erlitt , was man hier nicht wiederholen will . Der vierte Punkt , wovon ich einem hochedlen Magistrate zu schreiben versprach , ist gerade ein närrischer , den der junge Schuster am besten ausfechten würde in öffentlichen Blättern . Ein hochedler Stadtmagistrat wünschte nämlich von weitem , daß das Werk etwas verweint und beweglich verfasset würde . Aber wie war das noch tunlich in unsern Tagen , Verehrteste , die ein wahrer einziger heller Tag sind , wo die Aufklärung als ein eingeklemmter angezündeter Strick fortglimmt , an welchem an öffentlichen Orten jedes Tabakkollegium seine Köpfe anzündet ? - Wer öffentlich noch ein wenig empfinden darf und der ist zu beneiden - , das sind entweder die Buchhändler in ihren Bücher-Geburts-Anzeigen , indem man alle etwanige Empfindsamkeit darin mit dem Eigennutz entschuldigen kann ; oder es sinds die lachenden Erben in ihren Todes-Anzeigen , wo aus demselben Grunde der Korkzieher der Tränen darf eingeschraubt und angezogen werden . Sonst aber hat man gegen Weinen , besonders wahres , viel - die Tränenkrüge sind zerschlagen , die weinenden Marienbilder umgeworfen von zeitiger Titanomanie - die besten Wasserwerke sind noch früher angelegt als die Bergwerke , welche davon auszutrocknen sind - wie in Schmelz-Hütten ist in die Seelenschmelz-Hütten , in die Romane , einen Tropfen Wasser zu bringen streng verboten , weil ein Tropfen das Glut- und Fluß-Kupfer zertrümmernd auftreibt - der Mensch fängt überhaupt an , und zwar bei den Tränen ( nach Hirschen und Krokodilen zu schließen ) , das Tierische abzulegen , und das Menschliche anzunehmen , wo man bei dem Lachen anfängt , so daß jetzt eine poetische Zauberin , wie sonst eine prosaische Hexe , daran eben erkannt wird , daß sie nicht weinen kann . Kurz , Rührung wird gegenwärtig nicht verstattet - leichter eine Rückenmarksdürre als eine Augenwassersucht ; - und wir Autoren gestehen es uns manchmal untereinander heimlich in Briefen , wie erbärmlich wir uns oft wenden und winden , damit wir bei Rühr-Anlässen ( wir müssen selber darüber lachen ) keinen Tropfen fahren lassen . Ich schließe diese Zeilen ungern ; aber der Ohnehosen Schuster steht hinter dem Kopisten , Halter , schon gestiefelt und wartet auf die Kopie derselben mit der Jagdtasche ; denn es wäre kaum zu sagen , was ich den trefflichen Testaments-Vollstreckern noch zu sagen hätte über das Werk . Mög ' ich und die Welt nicht zu lange bei Ihnen auf die nächsten fünfhundert Nummern passen müssen ! Nachgerade gegen den vierten Band spinnt sich in der Biographie ordentlich merkbar eine Art von Interesse an . Denn nun müssen die kostbarsten Sachen kommen und im Anzug sein ; und ich brenne nach Nummern . Überall stehen Tellerfallen , und Dampfkugeln fliegen , Wildrufdreher schleichen , Hummerscheren klaffen Walts und Winas neuester Bund ist seltsam und kann unmöglich lange bleiben ohne die größten Stürme , die bändelang rasen von Messe zu Messe - Jakobinens Nachtvisite muß konfuse Folgen haben oder kanns doch - der Larvenherr muß entlarvt werden ( wiewohl ich ihn wahrlich errate ; denn er ist mir zu kenntlich ) - Vult hat seinen Schmollgeist , ist erlogen von Adel , lebt von Luft , stürmt so leicht - der testierende Elsasser ist ganz hergestellt und sieht zum Schalloch heraus - die meisten Erben minieren gewiß , ich seh ' aber , bekenn ' ich , noch nichts - des Helden Vater sitzt zu Hause und rennt und verschuldet Haus und Hof-Paßvogel , Harprecht , Glanz , Knoll müssen sich sehen lassen und graben noch unter der Erde - guter Gott , welche eine der verwickeltsten Geschichten , die ich kenne ! Walt soll Pfarrer werden , und ich begreife nicht wie , und hundert andere Dinge nicht besser - der Graf Klothar will heiraten , kommt zurück und findet beim Himmel eine neue Wirtschaft und Historie , die ihm natürlich etwas frappieret - Walt will unendlich gut und willig bleiben und ein zartes Gottes-Lamm , und soll daraus ein Schaf , ein Hammel werden , unter Wollen-Scheren , unter Schlachtmessern - Schlingen , Flammen , Feinde , Freunde , Himmel , Höllen , wohin man nur sieht ! ...... - Allerdings , verehrlichster Stadtrat ! hat eine solche Geschichte noch kein Dichter gehabt ; aber ein Jammer ist es eben und ein noch unbestimmliches Unglück für die ganze schöne Literatur , daß sie wahr ist - daß mir so etwas nicht früher eingefallen als zugefallen - daß ich unglückliche Haut , an Testaments-Klauseln und Naturalien-Nummern gefesselt gehend wie an klein-schrittigem Weiberarm , nichts von romantischen Gaben und Blüten ( indem ich doch auch unter den Romanciers mitlaufe ) künstlich pelzen darf auf solchen Stamm . - - O Kritiker ! Kritiker , wär ' s meine Geschichte , wie wollt ' ich sie für euch erfinden und schrauben und verwirren und quirlen und kräuseln ! Würfe ich z.B. etwan nur ein schmales Schlachtfeld in eine solche göttliche Verwicklung - ein paar Gräber - einen Schlegelschen Revenant des Euripidischen Ions42- fünf Schaufeln voll italischer Erde oder sonst klassischer - einen schwachen Ehebruch - einen Klostergarten samt Nonnen - von einem Tollhause die Ketten , wenn nicht die Häusler - ein paar Maler und deren Stücke - und den Henker und alles ; - - - ich glaube , Vollstrecker , es fiele anders aus als jetzt , wo ich bloß nur nachschreibend zusehen muß , wie die Sachen gehen und aus Haßlau kommen , ohne daß ich , im möglichen Falle ungewöhnlicher Langweile , etwas anderes für die Welt und für Hrn . Cotta in der Gewalt hätte als wahres Mitleiden mit beiden , fast zu sehr vom Gewissen und sonst eingeklemmt und angepfählt . - Aber mein Rezensent , der junge