seine Sicherheit hatte er gesorgt . Es hatte ihn eine Schar von Kalhuran bis an den Paß begleitet und war dort von ihm entlassen worden . Es sind im ganzen acht Pferde , vier zum Reiten , drei für das Gepäck und ein lediges , welches wertvoll zu sein scheint , denn es ist ganz und gar in einen Anzug geschnallt , der nur die Hufe , die Nüstern und die Augen sehen läßt . Sogar der Schweif ist sorgsam eingewickelt , in einen leichten , dünnen Schleierstoff , wie vornehme Damen ihn vor dem Gesicht tragen . Ist das nicht sonderbar ? « » Hiernach scheint das Pferd allerdings von größtem Wert zu sein . Wir werden ja sehen ! « Als wir in den Hof kamen , befanden sich die Pferde schon nicht mehr da . Sie waren einstweilen in das Gewölbe gebracht worden , in dem sich die gefangenen Soldaten befunden hatten . Ich ging in die Halle . Da saß der Fremde mit dem Pedehr . Er trug einen persischen Reiseanzug . Als er mich kommen sah , sprang er auf . Er erkannte mich und ich ihn . » Dschafar ! « rief ich aus . » Mein Retter ! « klang es aus seinem Munde . Dabei eilte er auf mich zu , schlang die Arme um mich und küßte mich fünf , sechs , acht mal , auf den Mund , auf die Stirn , auf die Wangen , wohin er nur gleich kam ! Ich war damals in den Vereinigten Staaten zuweilen etwas streng gegen ihn gewesen ; das schien er aber vollständig vergessen zu haben . Er strahlte förmlich vor Freude ; die meinige war ebenso herzlich , aber stiller , und doch dauerte es längere Zeit , bis alles schnell fragende Hin und Her vorüber war und wir uns niedersetzten . Der Pedehr war so vernünftig , zwei Hukah ' s61 kommen zu lassen . Das Rauchen derselben und das stete Bemühen , sie nicht ausgehen zu lassen , zwang uns zum ruhigeren Gespräche . Da wir uns jetzt nicht im » wilden Westen « sondern im innersten Oriente befanden , nannten wir uns nach der Sitte dieser Gegend sofort du . Sonderbarer Weise schien er um keinen Tag gealtert zu sein , und von mir behauptete er , daß ich jetzt jünger aussehe als damals . Der persischen Anstandslehre zu gehorchen , hielt ich ihm gegenüber nicht für nötig . Man hat geduldig zu warten , bis dem Andern die ersehnte Mitteilung beliebt . Das fiel mir aber gar nicht ein . Ich fragte ihn sehr einfach , woher er wisse , daß ich mich hier bei den Dschamikun befinde . Da sah er mich kopfschüttelnd an und fragte : » Hast du denn nicht gewußt , daß ich ein Bekannter des Ustad bin ? « » Doch ! « » Und da hast du dir nicht gedacht , daß es sein Erstes war , mich zu benachrichtigen , als du hier angekommen warst ? Ich hatte erzählt , was ich dir zu verdanken habe , und wie sehr ich wünsche , dich einmal wiederzusehen ! Er hat mich wiederholt über dein Befinden unterrichtet , dir aber nichts davon sagen dürfen , weil ich dich hier überraschen wollte . Nun bin ich endlich da ! Und habe dich zu grüßen ! Von wem ? « » Nun ? « fragte ich . » Vom Schah-in-Schah . « » Von - - - dem ? ! « rief ich erstaunt aus . » Da gibt es doch nichts zu verwundern ! Es ist vielmehr sehr einfach ! Ich erzählte ihm von dir . Und nicht nur einmal , sondern öfters . Du hieltest mich da drüben in Amerika für einen Unwissenden , einen unvorsichtigen Träumer . Aber - - - « fügte er mit feinem Lächeln hinzu - - - » diese Träumerei war Tebdil , war Haßlama62 , obgleich ich zugebe , daß ich die Verhältnisse allerdings nicht kannte , sondern sie erst studieren wollte und mir dabei zuviel zugetraut hatte . Meine Aufgabe war - - - doch davon vielleicht später ! Kurz , der Schah lernte dich aus meinen Erzählungen kennen , und nicht bloß kennen , sondern mehr . Er erfuhr Alles , was ich von dir wußte . Und kürzlich stellte sich auch noch ein Anderer ein , der ihm noch mehr als ich von dir erzählen konnte . Das war ein Engländer , welcher David Lindsay heißt und - - - « » Lindsay ist in Isphahan ? « unterbrach ich ihn schnell . » Nicht mehr , sondern schon wieder fort . « » Wohin ? « » Zunächst nach Jesd hinüber , so viel ich weiß . Dann will er hierher , um mit dir weiter zu reisen . Ich glaube aber nicht , daß er dazu kommen wird . Ein Verwandter , der bei ihm ist , nämlich ein General , aber kein Original , hat ihn so in Beschlag genommen , daß du wohl kaum hoffen darfst , deinen sonderbaren Freund jetzt wiederzusehen . Er wurde mir vorgestellt und erzählte mir von dir , aber so viel und so interessant , daß ich ihn bat , mich zu besuchen . Ich machte den Schah auf ihn aufmerksam . Die Folge war ein sehr unterhaltender Abend zu Dreien . Der Gegenstand des Gespräches waren seine Reisen mit dir und die Absichten , welche du mit diesen Reisen verbindest . Du wirst wissen , daß der Schah Bücher schreibt . Auch ich bin Schriftsteller . Man nennt mich sogar Dichter . Da ist es begreiflich , daß er sich sehr lebhaft für dich interessierte und sich freute , dich jetzt hier in seinem Lande zu wissen . Als er erfuhr , daß ich dich besuchen werde , gab er mir seine Grüße mit und außerdem noch zweierlei . Ueber das Eine wirst du dich freuen , denn es ist ein Zeichen seiner