soll auch Hamet heißen . O , das wird schön , rief Julius ; und dann reiten wir alle Drei spazieren . Du auf der Bella , ich auf dem Pony und Czika auf dem Hamet , und dann - aber , ich fürchte , Hamet wird nicht mitkommen können , unterbrach er sich selbst und machte dabei ein sehr bedenkliches Gesicht . So reiten wir langsam . Ja , das ist auch wahr . Wir wollen ganz langsam reiten , Czika ; ich möchte um Alles nicht , daß Du herunterfielst . So plauderte der Knabe und Melitta sah mit innigster Freude , daß sein Geplauder und munteres Wesen auf Czika nicht ohne Wirkung blieben . Sie dachte der Zeit , wo die Braune Gräfin zum ersten Mal nach Berkow kam und wie sie schon damals , ehe sie noch eine Ahnung davon hatte , daß dies Kind Oldenburgs Kind sei , den Wunsch gehabt , es bei sich zu behalten und mit ihrem Julius zusammen zu erziehen , und wie wunderbar ihr Wunsch nun doch endlich in Erfüllung gegangen . Und dann schweiften ihre Gedanken in die Zukunft hinaus , ob wohl eine Zeit kommen werde , wo sie von diesen Kindern als von » unsern Kindern « sprechen dürfte ; und als sie jetzt an dem Granitblock angelangt waren und sie einen Kranz von Immortellen darauf gelegt hatte , da schloß sie die Beiden in ihre Arme , herzte und küßte sie und sagte : meine Kinder , meine lieben , lieben Kinder . Melitta beschäftigte sich so viel mit Czika , daß Julius , wenn er das hübsche kleine Mädchen nicht selbst so lieb gehabt hätte , deswegen hätte leicht eifersüchtig werden können . Czika schlief auch bei der Mama und die Mama brachte sie alle Abend selbst zu Bett - oder vielmehr auf ihr Lager , denn Czika ' s Bett bestand vorläufig noch aus wollenen , auf der Diele ausgebreiteten Decken , da sie mit ihrem gewöhnlichen , melancholischen Ernst erklärt hatte , Czika stirbt , wenn Ihr sie in ein Bett legt . Die Kleine suchte ihr Lager sehr früh auf , meistens sobald es draußen dunkel geworden war , so daß Oldenburg , der erst immer um diese Zeit von Cona herüberkam , sie nicht mehr im Zimmer fand . Einigemal war er dann mit Melitta an das Lager getreten , aber er that es jetzt nicht mehr , da das Kind einen so leisen Schlaf hatte , daß das leichteste Geräusch es erweckte . Er begnügte sich deshalb , von Melitta zu hören , daß es » ihrer Tochter « wohl gehe , daß sie mit » ihren Kindern « spazieren gewesen , oder ausgefahren , daß » ihre « Czika sie heute zum ersten Male » Mutter « genannt habe . Ich fürchte , sie wird mich niemals Vater nennen mögen , sagte Oldenburg traurig . Wir müssen Geduld haben , Adalbert , erwiderte Melitta . Hermann hatte die Koffer seines Herrn mit größerem Vergnügen wieder ausgepackt , als er sie an jenem melancholischen Tage vollgepackt hatte . Oldenburg dachte nicht mehr daran , zu reisen , seitdem Melitta ihn zu bleiben genöthigt hatte , und das Haus von Berkow jetzt Alles umschloß , woran sein Herz hing . Jeden Tag gegen Dunkelwerden klingelte sein Schlitten auf dem Hof von Berkow , und die junge Frau begrüßte oft noch auf der Hausschwelle ihren täglichen Gast . Seit dem Abend , der ihm sein Kind wiedergeschenkt hatte , war Oldenburg ruhiger und heiterer , als er es je gewesen . Er schien sich Melitta ' s Wort , daß sie am besten geduldig trügen , was sie doch einmal tragen müßten , zu Herzen genommen zu haben . Er wußte recht gut , was die Geliebte damit hatte sagen wollen ; recht gut , warum sie ihm noch immer nicht mit ihren lieben , schönen Augen klar in die Augen sehen konnte . Er beklagte es , daß es so war , aber er , der den Adel von Melitta ' s Seele besser kannte , als irgend Jemand , hätte sich am meisten gewundert , wenn es anders gewesen wäre . Melitta liebte den Mann nicht mehr , der ihr Herz in einer unbewachten Stunde im Sturm der Leidenschaft eroberte , aber die Wunde , die dieser Liebe Lust und Leid ihrem Herzen geschlagen , blutete noch und auch hier mußte die Zeit bewirken , was dem Raisonnement nicht möglich war . Die eigenthümliche Situation , in welcher Oldenburg sich Melitta gegenüber befand , war nicht ohne Einfluß auf seine ganze augenblickliche Denk- und Empfindungsweise . Die Geduld , die Klugheit , die Vorsicht , deren er bedurfte , um das Fahrzeug seines Glücks endlich in den Hafen zu steuern , ließen ihn auch die Weltverbesserungspläne , mit denen er sich früher trug , als unausführbar , bei Seite legen . Dafür widmete er sich mit allem Eifer der Verwaltung seiner Güter und verfolgte die Politik des Tages mit nimmer müdem Interesse . Er bedauerte , daß er , als im Sommer der Landtag zusammentrat , die Zeit , welche er dem Vaterlande schuldete , an den Ufern des Nil verträumt hatte . Neue Quellen des Volkswohls zu öffnen , schien ihm jetzt wichtiger , als die des Nil zu entdecken . Er spürte in seiner stillen Solitüde den Sturm der Revolution , der aus Frankreich heraufdrohte und der mit seinem ersten Stoß das Gewitter , das dumpf über dem eignen Vaterlande brütete , entfesseln konnte . Melitta nahm Theil an seinen Hoffnungen , Befürchtungen , an seinen Wünschen , seinen Plänen , selbst an seiner Ungeduld , daß die Stunde , von der er fühlte , daß sie kommen müsse , bald kommen möge . Sie begriff es vollkommen , daß er nach Paris zu gehen wünschte , um mit den alten Freunden , die er dort hatte , die neu gewonnenen Ansichten auszutauschen . Er wußte , daß