zum Uebersetzen ins Deutsche ! Da Benno es des drohenden Näherkommens der aus zwei Richtungen heraufziehenden Gewitter wegen für gerathen halten mußte , vorläufig das Hinterdeck der Chaise aufzuschlagen , wobei ihn der Quasi-Postillon hinunterspringend unterstützte , so nahm Hedemann nach Benno ' s Ausdruck nicht nur die Leine , sondern auch den Faden der Erzählung auf und berichtete schmuckloser . Er erzählte , daß anfangs der Oberst und er , beide zu gleicher Zeit , den Entschluß gefaßt gehabt hätten , sich gegenseitig unterstützend bis zu dem Vorsprunge niederzusteigen , wo die Mütze lag . Freilich war damit schon Lebensgefahr verbunden , doch rollte kein Steinchen von der fast senkrecht niedergehenden Felsmauer . Bedenklich wäre schon das Wagniß gewesen , sich nur überzubeugen und weiter in die Tiefe zu sehen . Der Oberst hätte das aber gethan , während Hedemann , sich mit den Fingern in die Wand einbohrend , ihn krampfhaft gehalten . Lautlos hätte er nach erstem Bekämpfen des Schwindels sich wieder zurückgelehnt und nur mit dem Kopfe genickt , als könnte schon der Schall der Worte die Kraft haben , die schmalen Steine , auf denen sie sich hielten , loszubröckeln . Mit Lebensgefahr wäre man emporgeklommen und nun hätte der Oberst berichtet , daß ein junger Mann dicht am Rande des tosenden Sturzes anscheinend todt läge . Er wäre dann gerettet worden ... Was ? Wie ? fuhr Benno auf . Wer erzählt so ! Zerschmettert vom Niedersturz , fuhr er mit pathetischer Stimme fort ; zerschmettert vom Niedersturz konnte der Verunglückte nicht gewesen sein , denn der Fall war dicht an der Felswand entlang ; ein Beweis , daß der Gefallene anfangs die Besinnung behalten hatte und an der Felswand niedergeglitten war . Unten aber konnte die Erschöpfung , ja schon der Luftdruck des niederstürzenden Flusses , der bereits an dem kleinen Pavillon zu Lauffen beim Rheinfall den Athem benehmen kann , ihn vielleicht nicht mehr zur Besinnung kommen lassen - Sie mußten wol , fragte Lucinde zu Hedemann , wie zu einer authentischem Quelle hinauf , nach jener Colonie , wo die Holzschläger wohnten ? Sehr richtig , mein Fräulein ! sagte Benno . Eine halbe Meile , und des beschwerlichsten Weges ! Es vergingen drei Stunden , bis man an der einzigen Stelle , wo die Rettung möglich war , mit Stricken , Leitern und Stangen ankam . Der Schrecken war nicht gering in der Colonie . Der junge respectable Herr Thiebold de Jonge hatte diesen Spaziergang auf eigene Hand gemacht , während zwei Commis , ein Diener und einer der besten Holzmesser des Geschäfts , der die jungen Leute auf dieser Gewinn versprechenden Unternehmung begleitet hatte , in der Niederlassung zum Studium canadischen Gin-Punsches zurückgeblieben waren . Die Verzweiflung derselben verdreifachte die Anstrengungen , die man zur Rettung machte , und doch würde sie nicht gelungen sein , wenn das schwierige Anbringen der Leitern , der Stricke und Stangen nicht von den beiden tapfern Soldaten geleitet worden wäre . Der Oberst war der erste unten . Der Verunglückte lebte noch . Er war allmählich von einer Betäubung erwacht , um mit Schaudern zu gedenken , daß er , wenn ihn niemand hier aufsuchte , des elendesten Todes hätte sterben müssen . Eine Stunde verging in dieser grauenvollen Vorstellung . Sein Rufen verhallte im Wassersturze . Endlich kam Rettung . Sie war schwierig , aber sie gelang , wie Sie heute noch an meinem Freund de Jonge sehen werden . Sie gelang auf folgende Art. Erstens ... Genug ! Genug ! sagte Lucinde und wandte sich an Hedemann : Das gab gewiß eine glückliche Scene ! Des Dankes ? Der Rührung ? Im Gegentheil ! antwortete pathetisch für diesen Benno . Unsere zwei Söhne der Moorheide enthüllten nur oberflächlich ihr Incognito , nahmen vor zwei Jahren den gleichgültigsten Abschied von ihrem ewigen Schuldner , nicht einmal einen schönen Gruß bestellten sie durch ihn nach Borkenhagen oder Westerhof oder Kocher am Fall . In Quebec erfuhr der Gerettete die Namen des deutschen Obersten und seines nicht im activen Dienste stehenden Gefährten ; er wollte ihre Rückkehr in Garnison abwarten , aber sein Schiff war » klar « , er reiste ab mit Hinterlassung einer Menge von Danksagungen und Geschenken . Erst hier in Europa sahen sie sich zufällig in der Residenz des Kirchenfürsten wieder . Heute in Kocher am Fall bei diesem Wolkenbruch werden sie sich an die Strudel des St.-Moritzflusses zurückversetzt fühlen ! In der That brach jetzt das Wetter auch über die Reisenden mit furchtbarer Gewalt aus . Man bot Hedemann an , daß auch das Vorderverdeck aufgeschlagen würde und er schleunigst hereinkäme . Hedemann öffnete aber nur den Soldatenmantel Benno ' s und lehnte einen Aufenthalt um so mehr ab , als ein in der Nähe liegendes Wirthshaus bei schnellem Zufahren sofort erreicht sein konnte . Dort wollte man Rast halten und den Wagen vollends verschließen . Das Wirthshaus lag an einem Kreuzpunkte mehrerer Landstraßen . Immer größer wurde die Zahl der sich eilenden soldatischen Kameraden , die in Blusen und Kitteln gen Kocher zogen . Manche Bekanntschaft gab es in der jähen Flucht der sich Bergenden mit winkender Hand zu grüßen . Auch der Major der Gensdarmen , unter dem Grützmacher stand , wurde auf einem Gaule dahinjagend ersichtlich ... Von der nördlichen Straße kam ein geschmackvolles Reisecoupé herangesprengt ... Zwei Uniformen saßen darin , die aus dem Wagen sich vorbeugten , eine , die einem Offizier , eine andere , die , wie Benno , einem Gemeinen angehörte .... Letzterer sprang in dem Gedräng an dem Wirthshause noch vor dem Offizier heraus .... Und wie fast zu gleicher Zeit auch das Gefährt aus St.-Wolfgang anhielt und der Soldat den im triefenden Mantel sitzenden Hedemann erkannt hatte , kam er zu diesem herangesprungen , ihm die Hand zu schütteln und ihn fast zu umarmen . Jetzt hielt ein Diener in Livree einen Regenschirm über dem Soldaten - ein wunderlicher Contrast zu seiner Jacke als Gemeiner . In dem Durcheinander