schlief ein . Warum ward er schwach , warum verirrte er in dem Walde , warum kehrte er in den Haidekrug ein , davor ihm beim Einreiten graute ? Der Jüngling , meine Andächtigen durfte dieses fragen . Wir wissen die Antwort . Es war der Finger des Herrn , der ihn schwach machte , der ihn irr führte , und doch zum Rechten . - Fest hatte er sich vorgesetzt , nur ein Stündchen zu schlafen , und er schlief eine , zwei , drei , ich weiß nicht wie viel Stunden . Da weckte ihn der Engel Michael , zu dem er vor ' m Einschlafen gebetet , daß er zur rechten Zeit aufwachen möge . Hat der heilige Erzengel Michael ihn denn getäuscht ? Meinst Du da - oder Du ? - Er versäumte ja die Stunde , sagt Ihr . Ich sage Euch , die Engel wissen , wann wir wachen , und wann wir schlafen sollen . Nun so sage ich Euch , wär ' er aufgesprungen , jach , wir hätten ihn heut nicht gesehen zum Ritter schlagen , ein blutiger Leichnam wär ' er , unter ihren Dolchen zu Boden gesunken . Wer aber von Euch , wenn er , voll solchen brennenden Diensteifers , gemerkt , daß er zu lange geschlafen , wer würde nicht auf der Stelle aufgesprungen sein , zur Thür hinausgestürzt , sein Roß gesattelt haben ? - Der rasche und ungestüme Jüngling schlief fort , d.h. die Heiligen woben um ihn den Schein eines Schlafenden , damit er die Rathschlüsse der Gottlosen ganz anhöre . Welches Meer unergründlicher Wunder thut sich vor uns auf . Warum gerade an dem Orte , daß ihn die unbegreifliche Schwachheit befiel , wo die unbegreifliche Tücke der Bösen Rathes pflog ? Einen Augenblick zu früh , einen Augenblick zu spät , und Du , mein theures Vaterland , mußtest Dich einhüllen in schwarze Trauergewänder um den besten Fürsten . Schon hatte Satan die Gruft dort in Kloster Lehnin mit seinen Krallen aufgerissen , aber der Engel Michael stieß sie wieder zu mit seiner ehernen Ferse . Wie aber schlug er die Ruchlosen mit Blindheit , welches Mysterium , daß sie in dem Schlummernden einen der Ihrigen zu erkennen glaubten ? Hatte er sich etwa verkleidet , entstellt ? Nein , arglos lag er da , ganz er selbst . Aber die Heiligen , die über ihm schwebten , hatten ihn verwandelt vor ihren Blicken . Aber warum stießen sie ihn nicht an , die Missethäter , warum weckten sie ihn nicht ? Beschlich sie denn gar kein Argwohn , der doch dem Einfältigsten unter uns kommen würde , wenn wir zu einer ruchlosen That in nächtlicher Stunde versammelt ständen , und Einer schliefe unter uns , dessen Gesicht wir nicht einmal sehen ? - O fragt , fragt , fragt doch in alle Ewigkeit . Die Gläubigen fragen nicht , sie wissen , daß der Herr die nicht antasten läßt , die er erkoren zu Rettern Israels . Fragt Ihr nicht auch : Wie doch kam es , da die Rotte Korah vor ihm aufbrach , gestreckten Laufes , das vatermörderische Schwert in der Faust , daß er , der nach ihnen sattelte und ausritt , auf demselben Wege , sie überholte , er ritt mitten durch sie , wie ein Windhauch durch die Aehren , sie sahen ihn nicht , sie fühlten ihn nicht , sie hörten ihn nicht . Nur ein Schauern durchfröstelte sie . Sein Pferd , blutig gespornt , keuchte , es wäre gestürzt , wenn die Engel es nicht gehalten . Dort fand er seinen Fürsten , nur mit wenigen Begleitern , die lustig umher tummelten , wie Jäger Art ist vor dem lustigen Waidwerk . Unser hoher Landesherr nur sprach mit meinem frommen Bischof von Brandenburg , dem Gott ein langes Leben schenke , gewiß tiefsinnige , gelehrte fromme Gespräche . Da keucht ein Reiter an . Sein Roß stürzt , er auch ; er erhebt sich wieder . Er streckt beide Arme empor , er will sprechen , aber die Stimme versagte ihm . Dennoch spricht er , die Gedanken , die in ihm würgen , werden zu Worten : Zurück ! Fliehe , Fürst ! Verräther , Mörder lauern Dein im Walde ! Und der fromme Bischof Scultetus wendet des Herrn Roß : Das hat Gott gesprochen . Da besinnt sich unser durchlauchtigster Herr , als sie dem Thor schon wieder nahe sind . Rasch kehrt er sein Roß : Ein Fürst soll nicht fliehen vor Mördern ; er soll sie suchen gehen ! Wer hätte sich unterfangen ihn in seinem gerechten Zorne zu halten ? Da führt der Zufall , sagt die Weisheit der Kinder dieser Welt , die geharnischten Dreihundert , die Kurt Schlabrendorf einüben will , zum Köpnicker Thor hinaus . Nun , wer den Engel Michael mit flammendem Schwerte nicht sehen will , der sehe diese wackere Schaar , vom Zufall geleitet , ihrem Fürsten folgen . Schaut , wie ihre glänzenden Panzer , ihre Schilde und Helme durch die Haide flimmern ; die Krähen und Raben schreckten auf vor dem Glanze , die siebzig Mörder sahen sie nicht ; vor dem Klirren der Stahlrüstungen , vor dem Getös und Getrampel der zwölf hundert Hufen flohen die Hirsche , man sah die Hasen in ' s Wasser springen , die Vögel entflohen , die Räuber hörten nicht , und flohen nicht . Sie ließen sich umzingeln wie ein blödes Thier . Siebenzig Dolche , siebenzig Schwerter , siebenzig Streitäxte , siebenzig verzweifelte Bösewichter wehrten sich nicht . Sie ließen sich fangen , binden , führen , richten , ohne einen Schwertschlag . Wer blendete , betäubte , lähmte sie , die sich vermessen , unsern Kurfürsten umzubringen , und das Reich umzudrehen ? - O Berlin , Berlin , du große , reiche , sündhafte Stadt , wenn einst der Arm , der jene blendete , betäubte , lähmte ,