es geheißen : » E Fuehrme git ds Bure Resli syr Lebtig nit , denkit ume o , si hey ihm ds Türli müesse wytere , wo me scho hundert Jahr us- u ygfahre ist , u ist alle wyt gnue gsi , u mi het öppe nie ghört , daß neuer agfahre syg . « Glücklich , wie üblich , kam Resli durch und fuhr trotz der schweren Last rasch seinem Ziele zu . Die Geisel in der Hand , vier rasche Rosse unter seinem Wink , steigerte in Resli das Selbstgefühl sich immer mehr , und immer mehr fand er sich in seinem Recht , wenn er sich nicht ganz unternließe als einer , der mit Geld es zwängen müsse , wenn er eine Frau wolle . Die Liebe ist wunderlich , ist stolz und demütig , sie duldet alles und ist wie ein Pulverfaß , das aufsprüht , man weiß nicht wie ; sie ist süß wie die gute Sommermilch und wird sauer , wie sich der Wind dreht ; sie setzt das Leben ein und weigert Kleinigkeiten ; sie bietet ungeheißen Hab und Gut , schlägt Kreuzer ab , wenn sie gefordert werden , hält die schwersten Proben aus und verschmäht am Ende den Lohn um dessentwillen sie die Proben bestanden . Als Fräulein Kunigunde den Ritter Delorges ihrem Händsche nachsandte , da ging Ritter Delorges und holte ihn . Aber es wuchs ihm , das Schwert an der Seite und des Mutes Brand in der Brust , der Kamm , als er aus der Ungeheuer Mitte zurückkehrte . Er fühlte , sein Leben sei mehr wert als an eine flüchtige Laune gesetzt zu werden , daß wer mit einem Leben spielen könne , von sittlichem Ernste nichts wisse ( wohlverstanden : er fühlte es , aber was sittlicher Ernst sei , hat Ritter Delorges kaum gewußt ) , und als er wieder vor das Fräulein trat , schmiß er ihr den Handschuh ins Gesicht und sprach : » Den Dank , Dame , begehr ich nicht . « Dieses Selbstgefühl muß die rechte Liebe zu einem Menschen in sich tragen ( die Liebe zu Gott ist eine andere , sintemalen Gott einem nichts Niederträchtiges zumutet ) , sonst ist sie eine hündische , das heißt sie ist nichts als eine Begierde , welche um jeden Preis befriedigt sein will , sei es nun eine Begierde nach purem Fleisch oder eine Begierde nach einem vollen Mushafen , worin vielleicht noch Würste sind , oder nach einem schönen Hundshalsband , wo auf blankem Messing ein glitzernd Wappen steht . Die heraldische Begierde möchte dato , wenn das Halsband nicht aus einem Mushafen hervorguckt oder um einen Hals von schönem Fleisch gelegt ist , rar geworden sein . Aber es ist auch der beste Mensch dem Fleische untertänig und hängt mehr oder weniger von äußern Zuständen und Einwirkungen ab . Den hielte ich mit Feuer und Geist getauft , der der Gleiche wäre mit Hudeln an den Beinen oder mit einer Krone auf dem Kopfe , an der Spitze von hunderttausend Mann oder zwanzig Dutzend Besen ziehend , hungrig und durstig , ohne Schuh in Kot oder Schnee , oder sich erhebend von einer englischen Lordstafel in bequemem Wichs , oder voll Läuse und voll Schulden , einem guten Schick nachgehend , oder Gold im Sack und Muggen im Kopf , auf stolzem Engländer der Liebe nachreitend ( Apropos , es wird Mode , daß wer heiraten möchte und nur Körbe gekriegt , sich ein Pferd anschafft . Ein schlechtes Kompliment für den Menschen , der zweibeinig die Liebe nicht erreicht und vierbeinig glaubt versuchen zu müssen ; es ist aber auch ein schlechtes Kompliment für unsere Zeit , es wird wahrscheinlich im Zeitgeist sein ; es ist aber das allerschlechteste Kompliment für die Damen , erstlich , weil es den Anschein hat , daß man mit vier Beinen ihnen näher komme als mit zweien , und zweitens , weil man gegen einen grollenden Unterleib und gegen spröde Damen das gleiche Mittel versucht ) . Wer in allen genannten Lagen der Gleiche bleibt , die gleiche Ruhe , das gleiche Selbstbewußtsein bewahrt , das Herz am gleichen Flecke behält , den Kopf auf gleiche Weise , gleich hoch und doch gleich einfach trägt , den hielte ich für den besten Mann . Der wäre wohl zu groß für des bayrischen Königs Walhalla ; der gute König wüßte nicht , in was für einen Sprachknäuel er ihn einwickeln , auf was für einen unghürigen Satz er ihn abstellen sollte . Wer aber , der kein Düpfi ist , kein Bayer , keine Regierungsmajestät , hat nicht schon erfahren , wie man in verschiedenen Um- und Zuständen bei der größten Ehrlichkeit doch ein ganz Anderer ist , anders vor einem Gläschen als nach demselben , anders hinter einem Schultheiß als vor demselben , anders vor den Wahlen als nach denselben , anders , wenn man eintrittet , als wenn man austrittet . Ach Herrgott , wer wollte die vielen Anders alle nennen , bei denen es einem anders wird , schyßerig zu Mut oder kühn , niederträchtig oder hoffärtig , oberländerisch oder aargauerisch , weibelochtig oder jünkerlig usw. Nicht nur Schmiede und Schlosser sind halt Naturprodukte , wie jene schulmeisterhafte Geistbüchse sagte , sondern wir alle werden es wahrscheinlich sein nach seiner Meinung ; somit sind wir auch chemische Stoffe , und chemische Stoffe wirken auf einander , und je nachdem ich mit diesem oder jenem Stoff in Verbindung komme , werde ich auch anders , werde so oder so bewegt und verändert , nehme an oder stoße ab , werde ein ander Produkt , so daß ich zum Beispiel , wenn ich mit jenem Schulmeister in Verbindung gebracht würde , vielleicht was weiß ich für ein Hauptkerl werden könnte , oder vielleicht wieder ein Blütterlüpf sondergleichen , nachdem er halt mir spendete oder entzöge ; ich müßte es halt erwarten sein . Nun möchte ich fragen , ob so