sie etwas , das Jene nicht verstanden und das ein Fluch oder Segen , oder Beides sein mochte , denn der Ausdruck ihres Gesichts wechselte bei jedem Wort . Dann sagte sie : Schwört , daß Ihr die Czika nicht verlassen wollt . Wir schwören es , antwortete Oldenburg , während Melitta , unfähig , ein Wort hervorzubringen , nur die Lippen bewegte . Xenobi ließ ihre Hände los , um ihre eigenen Hände über die Brust zu kreuzen . Nun laßt Xenobi allein , sagte sie mit sehr leiser Stimme , nur Czika soll hier bleiben und der alte Mann . Oldenburg und Melitta blickten sich und dann den Alten an , der jetzt mit dem Trank in der Hand an das Bett trat . Er nickte mit dem ehrwürdigen grauen Haupte , als wollte er sagen : Thut , was sie verlangt ! Oldenburg wagte nicht zu widersprechen . Er nahm Melitta ' s Arm und führte sie aus dem Zimmer . Die Uhr auf dem Kamin hackte zum Schlagen aus . Der Sensenmann drinnen machte sich bereit , aus seiner Höhle hervorzutreten . Sie gingen in den Gartensaal zurück . Keines sprach ein Wort . Oldenburg warf sich am Kamin in einen Lehnsessel und starrte düster in die verglimmten Kohlen ; Melitta ' s Hand legte sich auf seine Schulter : Adalbert ! Er schaute fragend zu ihr empor . Nicht wahr , Du reisest nicht fort ? Wenn Du es nicht wünschest - nein ! Und Du willst geduldig warten , bis - bis Du mir auf den Grund der Seele schauen kannst ? Ja . Gieb mir die Hand darauf . Oldenburg drückte ihre Hand gegen sein Gesicht ; sie fühlte seine Thränen fließen . Dann setzte sie sich ihm gegenüber und versank , wie er , in stilles Brüten . Das Klingeln eines Schlittens unterbrach das Schweigen . Es war Doctor Balthasar . Oldenburg sagte dem alten Herrn , während er sich die Hände am Kaminfeuer wärmte , um was es sich handle . Hm ! Hm ! sagte Doctor Balthasar ; weiß schon , war schon damals herzkrank - rheumatisches Fieber - Reise bei dem Hundewetter - kommt nicht wieder auf - hm , hm - wo ist sie denn ? - wollen mal nachsehen . Als die Drei sich zu gehen wandten , that sich die Thür des Saales auf und der alte Baumann trat , Czika an der Hand , herein . Sie kommen zu spät ! sagte er zu Doctor Balthasar . Melitta zog Czika unter lautem Weinen an ihr Herz . Hm , hm ! sagte Doctor Balthasar ; alte Geschichte - immer gerufen , wenn nichts mehr zu thun ist - hm , hm - wollen mal nachsehen . Einunddreißigstes Capitel Zwei Männer aus dem Dorfe hatten unter Aufsicht des alten Baumann in dem Park von Berkow auf einer Stelle an dem Rande des Buchenwaldes den tiefen Schnee weggeschaufelt und in der schwarzen Erde ein tiefes Grab gehackt und gewühlt , und in dem tiefen Grabe schlief nun die Zigeunerin nach ihrer ruhelosen Wanderung durch das bunte ruhelose Leben , das ihr so wenig Glück gebracht , den tiefen , ewigen Schlaf . Als nach einigen Tagen das Wetter sich aufgeklärt hatte und es möglich gemacht worden war , die Gänge im Garten und durch den Park bis zu der Stelle am Waldesrande frei zu machen , wanderte Melitta mit ihrem Juluis und der kleinen Czika den Weg nach dem Grabe , das jetzt mit einem Granitblocke bedeckt war , auf dessen einer glattpolirten Seite der Name Xenobi stand . Melitta führte das braune Kind an der Hand und sprach mit ihm viel öfter , als mit ihrem Sohne , der aber auch seinerseits mit einer Art von ritterlicher Zärtlichkeit um das Kind bemüht war . Wenn die Bahn erst ein bischen besser ist , dann will ich Dich im Schlitten fahren , Czika . O , ich habe einen wunderschönen Schlitten ; ich will ihn Dir zeigen , wenn wir wieder nach Hause kommen . Und wir wollen beide ganz allein fahren ; der Pony kennt mich besser , als irgend Einen ; ich brauche blos mit der Zunge zu schnalzen , so geht er davon wie der Wind , und wenn ich sage : Brrr , Pony ! so steht er still wie ein Lamm . Nicht wahr , Mama , ich darf mit Czika ganz allein spazieren fahren ? Wenn Czika mit Dir fahren will , warum nicht . Czika ' s dunkles Gesichtchen hatte sich bei Juluis ' kühnen Worten ein wenig aufgehellt ; aber alsbald zog wieder eine Wolke über ihre Stirn . Czika wollte , sie hätte Hamet wieder , sagte sie , mit den braunen Gazellenaugen in die Ferne starrend . Wer ist Hamet , Czika ? fragte Julius . Hamet ? Hamet ist Czika ' s Esel . Pah , ein Esel ! rief der Knabe , die Oberlippe verächtlich krümmend ; aber ein Blick der Mutter genügte , ihm eine fliegende Schamesröthe über das ganze Gesicht zu jagen . Wo ist Dein Esel , Czika ? fragte er mit freundlicher Theilnahme . Hamet ist todt . Mutter und ich haben ihn im Walde eingescharrt . Ach , das ist ja schade . Laß es gut sein , Czika ; ich will Dir einen andern kaufen . Weißt Du , Mama , der Förster Griebenow in Faschwitz hat einen großen Esel , mit so langen Ohren , Czika ! der Pony scheut immer , wenn wir ihm begegnen . Aber das schadet nichts . Er muß sich d ' ran gewöhnen , sonst giebt ' s was - bei diesen Worten schwang Juluis seine Gerte - ich will ' s ihm schon austreiben . Nicht wahr , Mama , ich darf mit Baumann hinüberreiten und Czika den Esel kaufen ? Griebenow hat ihn mir schon ein paarmal angeboten . Nicht wahr , Mama ? Gewiß , sagte Melitta ; er