selbst , so hilft Dir Gott , « sagte Otterstädt aufspringend . Er riß ab den unscheinbaren Pelzrock , der seine Rüstung verbarg , und zog sein Schwert . » Blank , Mann gegen Mann , so ist ' s am besten . « » Und in Sonnenwalde ? « » Calkulirt Niclas Minckwitz mit seinen Vettern , wann ' s am sichersten für ihn sein wird , Fürstenwalde zu überrumpeln . « » Und die Birkholze ? « » Das Frösteln überkam sie , je näher der Tag rückte . Ersäuften mich mit schönen Worten und klugem Rath , daß Joachim ein mächtiger Fürst sei , und sie hätten ' s nur mit dem Lebuser Bischof zu thun . Wann und wie und wo es ihnen mit dem , ihrem Feinde gelänge , und dann und da und dort wollte Joachim sich einmischen , alsdann und insofern und alldieweil würden auch sie - Kreuzdonner Himmelwetter Sapperment , ich sattelte und machte , daß ich reine Luft kriegte . - Was lächelst Du ? « » Daß wir so sichere Bundesgenossen haben . Oder zweifelst Du , wenn wir ihn fortgeschleppt , daß ihre Bedenklichkeiten wie eine Schnuppe vom Licht gefallen sind ! « » Fortgeschleppen ! Wohin ? « » Thürme giebt ' s noch in der Mark . So lang ' s im Lande zweifelhaft aussieht , geht ' s mit ihm heimlich aus einer Veste in die andere , daß Niemand weiß , wo er sitzt . « » Und ? « » Knöpft er sein Ohr zu auf die Propositionen , steigt er immer ein Stockwerk tiefer - « » Bis - « » Hörst Du nichts draußen ? « » Bis er unter der Erde liegt ? « » Davon nichts jetzt , Otterstädt , nicht vor einem solchen Augenblick . « » Jetzt , grade jetzt , Hallo ! Nachher ist ' s Henkerdienst . « » Hast Lust , wie Kunz von Kaufungen durch die Gassen geschleift zu werden ! Prinzenraub ! Pfui über das Dumme und Halbe . Unter die Erde , aber nicht im Kerker . Gottes freie Luft soll das Gericht der Freien anschauen . « » Otterstädt ! Still , zügle die stille Wuth . « » Ich will nicht zügeln ! « » Wir verderben die beste Sache - « » Was schirt mich die Sache ! Ich hab ' s mit Menschen zu thun . Mein Feind ist er , mein Todfeind ; ich hasse , verabscheue nichts so auf Gottes Erdboden . Meinen Freund hat er gemordet , seinen eigenen Busenfreund ; Pest und Tod , wer mich hindern will ! Ich hau ' ihn nieder , Basta ! « » Achtet auf ihn , wenn ' s losgeht ! « flüsterte der Anführer zu seinem Vertrauten , als das Zeichen draußen gegeben ward . Die Verschwornen stürzten zur Thür hinaus , daß die Wände der morschen Hütte zitterten . » Götze ! Herr Götze von Ziatz , wacht auf ! « hatte Einer der Letzten dem Schläfer auf der Bank zugerufen und ihn gerüttelt ; doch erst nachdem er hinaus war , hatte der Schläfer sich aufgerichtet . Als er die leeren Wände sah , flog er an ' s Fenster und lauschte . Als die letzten Reiter zum Gehöft hinaus waren , sprang er auch in den Hof , riß sein Pferd aus dem Stalle und schwang sich mit einem Satz hinauf . Zum Thorweg hinaus , gab er dem Thiere die Sporen , daß die Weimen bluteten . Der Haidewirth schrie ihm verwundert nach : » Da nicht , Herr Ritter ! Nicht in ' s Gestell , da treibt Ihr grad auf ihn zu ; links , durch den Wald ! « Der Reiter hätte ihn noch hören können , aber er hörte nicht . Ehe der Wirth dreißig Pulsschläge zählte , war er ihm aus dem Gesicht . » Ein Bredow mag ' s sein , « sprach der Wirth ; » aber Götz von Ziatz ist ' s nimmer . « Vierundzwanzigstes Kapitel . Der Prediger . » Heil dem Manne , der nicht wandelt im Rath der Gottlosen , noch sitzet , da die Spötter sitzen ! Aber Heil auch dem Jünglinge , der unter den Spöttern lag , und horchte auf den Rath der Verworfenen ! Ihr saht ihn Alle , meine Andächtigen , den erwählten Knaben , den ich einen neuen David nennen möchte , denn der Herr hat ihn berufen , dem Herrn unseres Landes , dem Gewählten Gottes , sein uns kostbares Leben zu bewahren . Ihr saht ihn vor einer Stunde knieen , den Knaben , der die Schleuder genommen , und der Kopf des Riesen fiel , niederknieen als Knaben und auferstehen als Ritter . Preiset den Herrn , er hat durch kleine Dinge Großes gefüget ; er hat den Geringen erhoben und die Großen und die Gewaltigen gestürzt . Lobpreiset ihn und dankt ihm durch den vollen Klang Eurer Stimme im Gesange ! « So hub der Prediger am Sonntage in der Nicolaikirche zu Berlin die Dankpredigt an für die gnadenreiche Rettung und Erhaltung des Kurfürsten . Es war der Dechant und Pfarrer von Altenbrrandenburg , der für den kranken Probst als Gast vor den Berlinern redete , und im gedrängt vollen Gotteshause hörten sie ihm mit einer Stille zu , daß man den Hauch des Mundes vernahm . » Da lag der Jüngling « , hub er an , als nun der Gesang schwieg , » schlafmüde von einem langen , langen Ritte in Diensten seines Herrn , der ihn in ferne Lande geschickt zum Wohle seines Reiches . Ach , dachte er , wo werden meine Kräfte ausreichen , daß ich noch heut meinen Fürsten treffe ; hab ' ich doch so wichtige Botschaft , und morgen vielleicht ist er weithin aufgebrochen und ich erreiche ihn auch übermorgen nicht . Aber die Kräfte versagten ihm . Er wollte wachen und