gar nicht an . Das ist nicht wie in einem Herrenhaus , wo die Köchin drei Wochen grännet , wenn sie einmal um fünf auf muß statt um sechs , und sieben Wochen , wenn man es ihr für um vier Uhr zugemutet hat . Im Stalle füttert jemand , und wer es tut , geht selten zu Bette . Bauernpferde fressen langsam und viel , lassen sich behaglich alle Zeit dazu . Es ist wirklich , als ob es ihnen dieser und jener , der in einem Stalle nächtlich viel gefüttert hat , abgeguckt hätte , wenn er acht bis zehn Stunden an einer Kindbetti sitzt und langsam immer isset , eins nach dem andern , von der Suppe bis zur Tatere , und zwischendurch tapfer tränket . Und wie im Stalle gesorgt wird für den abfahrenden Geiselherr , so vergißt man auch seiner vornen im Hause nicht . Da legt die Mutter halb angekleidet sich zu Bette , damit sie sich nicht verschlafe , denn nicht nur die Pferde , sondern auch der Fuhrmann muß gut seine Sach haben , wird nicht mit etwas Gewärmtem abgespiesen oder einem dünnen Kaffee oder gar bloß mit einem Glase Brönz , sondern wenigstens eine gute Rösti , wenn nicht ein Eiertätsch , wird ihm vorgesetzt , und was er über läßt , erhält , wenn er fort ist , der treue Wärter im Stall . Die Köchin ist eben gewöhnlich die gute Mutter selbst ; das Werk vertraut sie selten einer Magd , wenn der Sohn fährt , das wäre der Magd zu viel vertraut , so vertraulich hält man sie nicht . Es ist auch eigentlich die alte , ächte Hausfrau , welche das Feuer anzündet im Hause des Morgens und des Abends es löscht ; sie ist des Feuers Herrin und das Feuer ihr Diener , sie ist des Hauses Priesterin , sie wahret , sie brauet des Hauses Segen auf ihrem Herde . Es ist etwas wunderbar Ehrwürdiges und Altertümliches in diesem Beherrschen des Herdes , diesem Schalten und Walten mit dem Feuer , der wahren Hausfrau eigentümlichste Pflicht . So ging es auch selbe Nacht zu Liebiwyl . Als Resli gegessen hatte , war auch angespannt ; die Knechte hatten freiwillig sich hervorgelassen und geholfen . Änneli hatte ihrem Resli noch sehr zugesprochen , er solle es nicht zu streng machen , sich ihrer nicht achten , wenn es zuletzt nur an der Meisterschaft hange ; wenn ds Meitschi öppe e guete Wille heyg , su chönn mes geng no brichte . Er solle doch recht an alles sinnen , was der Vater ihm gesagt ; wenn man einmal so weit sei , so seis immer bös , wenn dSach i Krebs gang . Aus dem Stübli rief noch der Vater , fragte erst : » Willst Geld , ds Schlüsseli ist im Hosesack , nimm , was manglist . « Dann sprach er auch zu und sagte , er solle nur machen , daß er das Meitschi bekomme , wenn er an ihm hange ; wenn man es einmal hätte , so werde doch öppe son es Meitschi geng no z ' dressiere sy , es syg doch geng ume es Meitschi . » Ebe « , sagte Resli , » drum düecht mih , man sollte so einem nicht so ganz unger dFüeß ga ligge , daß es meint , es bruch syr Lebtig nüt as uf eim umeztrappe . Wenns dann nicht so ist , als man ihm vorgespiegelt hat , man hintendrein anders ist , dann geht ds Pläre a ; es seit , mi heygs bschisse , heyg ihm da es süeßes Mul gmacht , u jetz tüey me , wie we mes fresse wett u wie wenn es alleine alles ustrappe sött . Und öppis hets de recht , aufrichtig gege ihm ist me nit gsi . Wie mes ha wott , so soll mes säge , Ätti . Un i Gottsname , darauf will ich es jetzt ankommen lassen . « » Mach wied witt « , sagte Christen , » öppis recht hest , aber es ma gah wies will , nimms de öppe nit grusam zHerze , denk de , es syg guet gange . « » Ich will machen , was möglich ist « , sagte Resli , gab dem Vater die Hand , wünschte ihm einen glücklichen Tag und ging . Die Geisel stach am Sattelroß , das rüchelend den Kopf an Resli rieb , als dieser nach der Geisel faßte , während Christeli zündete dem alles überschauenden Fuhrmann . » Ist der Haber im Kratten ? « frug Resli , der des Bauern halbzentnerigen Wink nicht vergessen hatte . » Ein halber Mütt liegt unten « , sagte Christeli . » Ich habe gedacht , du könntest ds Schwähers Rosse auch einmal etwas kramen , Haber wird ihnen wohl seltsam sein . « Nun kam die Mutter noch mit ihrem Laternli und frug : » Du hast doch nichts vergessen , hest e Lumpe , u Zwick , u dSackuhr ? « » Ja , Mutter « , sagte Resli , » ich glaub , alles . « » He nu so de « , sagte sie , » su schaff de wohl , mach ume hübschli u chumm nit z ' spät hei , bhüet dih dr lieb Gott ! « » Hü , i Gottsname « , sagte Resli und hob die Geisel ; satt zogen die Rosse an , und vorsichtig zündete Christeli , bis sie aus dem Hofe draußen im Wege waren . Es ging immer etwas eng zwischen den Türlistöcken durch , aber das war eben die Kunst , darum wurde das Türli nicht größer gemacht , sondern die neuen Stöcke immer in die alten Löcher gepflanzt . Der junge Geiselherr hätte es für eine Schande gehalten , wenn er nicht zu einem ebenso engen Türli hätte einfahren können als der alte , und allerdings , im ganzen Dörfchen hätte