mit den holden Blumen . Die Jungfrau und die Blumen Wo leis des Gartens dichte Schatten rauschen Und in den dunklen Zweigen Die reifen goldnen Früchte heimlich schwellen , Gleich holden Engeln , die in Wolken lauschen Und freundlich sich bezeigen , Seht ihr die weiße Jungfrau sich erhellen . Des Lichtes letzte Wellen Umfließen sie . Sie sitzt , und ihr zu Füßen Unschuldge Blumen sprießen ; Sie spricht zu ihnen , weckt mit ihren Blicken , Die schon die Augen schließen , schlafend nicken . Es scheint ihr Wort sie mehr noch einzuwiegen ; Was ihre Lippen sprechen , Wallt längst im Traum um ihre zarten Seelen Und wohnt in ihrem Leben still verschwiegen - Die Stummheit zu zerbrechen , Sind sie zu schwach , und könnens nicht erzählen ; Doch sie kann nichts verhehlen , Der stille Abend löst die keuschen Banden , Die ihren Schmerz umwanden , Sie klaget leis , und mit den blauen Augen Will Antwort sie aus ihrer Stummheit saugen . » Ihr blinden Kinder , wenn der ewge Schlummer Von euren Augen weichet , Wenn eure Lippen seufzend sich erschließen , Ein warmes Herz euch bebt und eurem Kummer Die Götter Worte reichen , Erblüh ich eine Blume euch zu Füßen . Ihr werdet still mich grüßen Und für der Liebe jungfrauliches Bangen Der Blume Trost verlangen , Denn wir sind Schwestern , sind im harten Leben Der tiefen Liebe frühem Tod gegeben . Was , Lilie , keusch in deinem Kelche webet , Was , Rose , rot dich malet Und eure Augen , stille Veilchen , sagen , Auch keusch und bang in meinem Busen strebet , Von meinen Lippen strahlet Und still und mild die blauen Augen klagen . Uns faßt ein gleich Verzagen , Ach ! nimmer kann des Herzens still Verbrennen Der keusche Mund bekennen , Ach ! nimmer will die wilde Welt verstehen , Was unsrer Düfte stumme Lippen flehen . Wenn linde Sonnenstrahlen niedersehen , Sich laue Weste regen , Erkennen wir aus uns mit dunklem Sehnen , Doch nimmer wissen wir , wie uns geschehen . Was wir im Innern hegen , Ist süßes Träumen und ein kindisch Wähnen . Es fließen alle Tränen Noch leicht herab , und weilen keine Schmerzen Im unerschloßnen Herzen , Bis von der ewgen Liebe tiefen Quellen Das Herz sich dehnt , und leis die Knospen schwellen . Im Busen keimet heimliches Begehren , Und mildes Widerstreben , Und wie sie liebend miteinander walten , Erzeuget sich ein hoffendes Entbehren ; Der Blüte junges Leben Will nun die zarten Blätter schon entfalten . Die freundlichen Gestalten , Die in verborgner Werkstatt noch gefangen , Nach Freiheit sehr verlangen , Bis uns des Morgens goldner Pfeil erschließet Und der geheimen Wunde Träne fließet . Nun lösen sich die rätselhaften Triebe , Und zu dem reinen Throne , Der aus dem Herzen froh heraufgedrungen , Steigt schüchtern und verschleiert unsre Liebe . Es hat die bunte Krone Der sanften Königin das Licht geschlungen . Sie hat das Reich errungen , Und blickt in ihres Sieges junger Wonne So freudig nach der Sonne , Die freundlich sich in ihrem Schoß ergießet Und sie mit goldnen Strahlen froh begrüßet . Dir arme Königin , wie wird dir bange , So einsam und verlassen , So arm siehst du hinaus , ins weite Leben , Die eignen Düfte küssen deine Wange , Du mußt dich selbst umfassen , Kein Volk , kein schöner Freund dir Liebe geben . Die zarten Säulen beben , Auf denen sich dein leichter Thron beweget , Vom Weste selbst erreget . Die Nacht flieht lieblos dir in dunklen Träumen , Am Morgen Tränen deine Blicke säumen . Sind nicht dein Thron des Busens junge Wogen , Dein Purpur , rote Wangen , Dein Diadem , der Locken goldne Schlingen ? Ach bald sind all die Wellen weggezogen , Der Purpur bald vergangen , Gelöst die Flechten , die dein Haupt umfingen . Der Liebe Pfeile dringen Vom Himmel , und der Schmerzen glühes Wühlen Im Herzen zu erkühlen , Löst du in stillen Tränen dein Geschmeide ; Der Tränen Weide wirst du , Augenweide ! Du arme Königin ! so ohne Wehre Sollst schweren Kampf du führen , Will keiner für die holde Braut denn streiten , Will keinen , daß die Glut sie nicht verzehre , Solch zarte Schönheit rühren , Des Schattens liebend Dach um dich zu breiten ? O stummes bittres Leiden ! Welch Leben , wo die Liebe ungedinget Dir keine Hülfe bringet , Und wolltest du den dichten Schleier heben , So würde dir des Schatzes Geist entschweben . Und heißer , immer heißer dein Begehren , Und leiser deine Klagen ! Die Farben schon , die deinen Schmerz verkünden , Der Düfte leise Worte sich verzehren , Um lauter stets zu sagen , Wie dich die wilden Flammen ganz entzünden . Die Hülfe zu ergründen , Willst du vom freien Throne niedersteigen , Dem Frevel dich zu neigen ? Noch elender ein Handwerk voller Wehe , Umzunfte dich der schnöde Tod , die Ehe . - Nein ! solcher Ärmlichkeit dich hinzubieten , Wird Armut dich nicht zwingen ; Die freie Liebe läßt sich nicht umarmen ; Wo sie den Kuß in Zweck und Absicht schmieden , Wo Trieb und Freiheit ringen Und alle Lüste an der Not verarmen , Dem Handwerk zum Erbarmen , Wo zwei geübte Langeweilen weilen Und Pflicht und Notdurft teilen , Darfst du dich nicht ergeben - heilig Leben ! Dein Bild nicht in des Haushalts Linnen weben . O könntest ruhig du dein Sterben leben , Die Andern nicht erkennen , Die alles Lebens eine Hälfte fassen , Sich stille wandelnd hohes Ansehn geben Und hin und wieder rennen , Als wäre ohne sie die Welt gelassen . Ach wohl ! sie ist verlassen , Das Leben ist zur Selbstbetrachtung worden , Die Liebe zu ermorden , Und forscht die Schönheit tötend nach Gesetzen , Die