lang die Absicht herrschte , ihn Musik studieren zu lassen . Er wurde zu diesem Behufe nach Frankreich geschickt , und war Schüler des Konservatoriums , als 1814 die Verbündeten in Paris einrückten . Bald darauf kehrte von Drieberg nach Deutschland zurück , um in Berlin seine Studien fortzusetzen . Diese Studien umfaßten die mannigfachsten Gebiete . Außer der Musik waren es die Naturwissenschaften , besonders physikalische Untersuchungen , die ihn schon damals interessierten . In den zwanziger Jahren verheiratete er sich mit einem Fräulein von Normann und kaufte bald danach Protzen , dessen Hebung er sich nunmehr angelegen sein ließ . Ob er immer die rechten Mittel wählte , stehe dahin . Frau von Drieberg , die ihn dabei unterstützte , stellte beispielsweise den Satz auf , » daß knappe Fütterung das beste Mittel sei , von den Kühen einen starken Milchertrag zu erzielen « . Dies alles war übrigens aufrichtig gemeint , und hatte keineswegs in einem Ökonomisierungshange seinen eigentlichen Grund . Es war einfach originelle Theorie , wie die vom » Luftdruck « , die der Herr Gemahl gleichzeitig mit so viel Eifer verfocht . Der landwirtschaftliche Betrieb war anfechtbar , desto mehr bewährte sich von Drieberg in seinen Parkanlagen . Seine Talente lagen eben mehr nach der Seite des Ästhetischen als des Praktischen hin . Der Protzener Park war damals einer der schönsten im Kreise , dreißig Morgen groß , mit den prachtvollsten Bäumen bestanden , dazwischen Blumenbeete , Wasser- und Rasenflächen . Außer der Pflege des Parks widmete sich Drieberg nach wie vor der Musik und – der Gesellschaft . Das Protzener Herrenhaus galt als der gastlichsten eines . Mit fast allen Familien der Nachbarschaft wurde Verkehr unterhalten , vorzugsweise mit dem Landrat von Zieten in Wustrau , mit der Majorin von Zieten in Wildberg und mit der Familie von Winterfeldt in Metzeltin . Auch aus Berlin kamen Freunde herüber , besonders wenn » Aufführungen « den Mittelpunkt der Festlichkeit bildeten . Das Künstlerische , namentlich das Musikalische , wurde indessen zu sehr betont , und zwar nicht bloß im gesellschaftlichen Kreise , sondern auch im Leben . Wie mir Häuser bekannt geworden sind , in denen jeder , der nicht einen Band lyrischer Gedichte herausgegeben hatte , nicht eigentlich für voll angesehen wurde , so stand es auch im Driebergschen Hause hinsichtlich der Musik . Ein vom Klavierspiel reingebliebener Pfarrbewerber wurde befragt : » ob er auch musikalisch sei ? « , worauf er , in richtiger Erkenntnis , daß er nun doch verspielt habe , pikiert antwortete , » er habe sich um die Prediger- und nicht um die Kantorstelle beworben « . Neben Park und Musik gehörte die Zeit den Wissenschaften . Von Drieberg hatte ganz den Typus des Gelehrten , des Büchermenschen . Seine Kleidung war die schlichteste von der Welt ; nicht auf Stoff und Schnitt kam es ihm an , sondern lediglich auf Bequemlichkeit . Er konnte sich deshalb von alten Röcken nicht trennen . Als seine Tochter einen derselben an einen Tagelöhner verschenkt hatte , bat er ihn sich wieder aus und zahlte dafür . Seine Studien , wie schon erwähnt , gingen meist nach der naturwissenschaftlichen Seite hin . Er war ein Tüftelgenie aus der Klasse der Perpetuum-Mobile-Erfinder und konstruierte sich eine Flugmaschine , mit der zu fliegen er glücklicherweise nicht in Verlegenheit kam . Er begnügte sich damit , sie » berechnet « und gezeichnet zu haben , und gab den Bau als zu kostspielig wieder auf . Seinen Hauptruhm zog er Anfang oder Mitte der vierziger Jahre aus seinem großen Zeitungskrieg in der » Luftdrucksfrage « . Die Leute von Fach zuckten die Achseln und mochten in der Tat aus jedem Satze Driebergs erkennen , daß es diesem an allem wissenschaftlichen Anrecht gebräche , in die Diskussion einer solchen Frage einzutreten , die Laienwelt aber , die bekanntermaßen einen natürlichen Zug der Winkeladvokatur und eine Vorliebe für die Franktireurs der Wissenschaft hat , stand günstiger zu ihm und freute sich offenbar , in der Partie » Drieberg gegen Newton « für unsern Protzener Kammerherrn , wenn auch nur ganz im stillen eintreten zu können . Der Kern der Sache war , daß von Drieberg den Luftdruck bestritt und seinerseits aufstellte , » das Quecksilber werde nicht durch eine Luftsäule von bestimmtem Gewicht emporgedrückt , sondern hänge vielmehr an dem luftleeren Raum der Barometerröhre , ziemlich genau so wie ein Eisenstab an einem Magnete hänge « . Diese Aufstellung besaß etwas Blendendes , und zwar umso mehr , als jeder luftleere Raum in der Tat eine gewisse Zug- und Saugekraft ausübt . Aber nur der Laie konnte flüchtig dadurch bestochen werden . Nach mehrmonatlichem Streit erstarb die Fehde ; niemand spricht mehr davon und nur der Beiname » Luftdrucks-Drieberg « ist in der Erinnerung derer geblieben , die jene Zeit noch miterlebt haben . Was seine kirchlichen Anschauungen angeht , so hielten sie die Höhe seiner Flugmaschine und entsprachen genau der Inschrift des vorerwähnten Protzener Kirchensiegels : Natur und Vernunft . 1852 vermählte von Drieberg seine einzige Tochter Valeska ( vier andere waren vorher gestorben ) an den Rittmeister von Oppen , der damals bei den Gardes du Corps in Charlottenburg stand . Von Drieberg entschloß sich deshalb , Protzen zu verkaufen . Es wurde seinem Herzen nicht leicht , aber die Liebe zu seinem Kinde siegte schließlich über die Liebe zu seinem Park . Und so übersiedelte er denn . In den fünfziger Jahren starb er und ruht auf dem Charlottenburger Kirchhofe . Was den Drieberg-Tagen in Protzen folgt , ist von geringerem Interesse . Das nächste Kapitel mag uns deshalb nach Garz , dem alten Besitze der Quastschen Familie , führen . Garz Albrecht Christoph von Quast Albrecht Christoph von Quast Albrecht Christoph von Quast ward am 10. Mai 1613 auf dem Rohrschen Gute Leddin geboren . Seine Mutter war eine geborene von Rohr ( gestorben 1667 ) aus Leddin . Über seine Jugend ist wenig bekannt geworden , doch existieren Aufzeichnungen , wahrscheinlich