zu bereiten und unterdessen auch wieder die nöthigen Vorbereitungen zum Mittagessen zu treffen . Zu gleicher Zeit hing vor dem Hause auf zwei niederen Stäben befestigt und über einem lodernden Feuer , ein nicht unbedeutender eiserner Kessel , um kochendes Wasser bereit zu halten und dann und wann die kühle Morgenluft mit einem heißen , erquickenden Trank zu dämpfen und angenehmer zu machen . Trotzdem aber , daß der Becher häufig im Kreise herumging , der doch sonst so schnell Leben und Fröhlichkeit unter die » Männer von Arkansas « brachte , schien heute ein fast feierlicher Ernst die Zungen der Meisten gefesselt zu haben . Unter einem dichtlaubigen Baume , der das darunter gestreute vorjährige Laub vor dem niederfallenden Regen geschützt hatte , standen die Regulatoren , finstere Aufmerksamkeit und feste Entschlossenheit in den dunkeln , sonngebräunten Gesichtern , und dicht um einen einzelnen Mann geschaart , der mit lebhaften Geberden und geläufiger Zunge ihnen etwas scheinbar sehr Interessantes mitzutheilen schien . Es war eins jener , keinem besondern Staate angehörenden Mitteldinge , halb Weißer , halb Indianer , dessen fast zu dunkle Farbe bei den Amerikanern gar nicht selten den Verdacht nach niederer Abstammung erweckt . In den Backwoods hießen aber diese Art Leute kanadische Franzosen , Halbindianer oder auch wohl mit einem Spottnamen » Gumbos « .1 Dieses braune Individuum , sonst ein kräftiger , derber Bursche , erzählte aber mit lebhaften Gesticulationen seinen Zuhörern , wie er aus der Nation der Cherokesen der Spur von gestohlenen Pferden gefolgt sei , etwa fünf Meilen von da aber die Fährten verloren habe und schon wieder auf dem Heimwege gewesen sei . Da hatte er von der » Regulator Meeting « gehört und war nun hierher geritten , die Regulatoren , wenn er die Thiere auch jetzt nicht wiederbekäme , doch auf diese wenigstens aufmerksam zu machen und ihre genaue Beschreibung zu hinterlassen . Der Kanadienser , denn Kanada nannte er seine Heimath , war ein kleiner untersetzter Mann , mit glänzend schwarzen , langen Haaren , dunkeln feurigen Augen , blendend weißen Zähnen und ganz indianisch vorstehenden Backenknochen , wie etwas breitgedrückter Nase und großen Nasenflügeln . Seine Gesichtsfarbe erschien freilich kaum dunkler gefärbt als die der ihn umstehenden Männer ; seine Kleidung war aber vollkommen indianisch , und selbst der Gürtel , den er trug , aus perlengestickter rother Wolle gefertigt und reich mit Pantherfängen und Bärenkrallen verziert . Die Regulatoren riethen noch hin und her darüber , wie sonderbarer Weise die meisten Fährten in ihre Nachbarschaft führten und da , auf fast wunderbare Weise , verschwänden , als Brown , Jones und Cook herbeiritten und von den vor der Hütte Versammelten mit freudigem Gruß empfangen wurden . Zu gleicher Zeit fast traf auch Husfield von der andern Seite her ein und erquickte sich vor allen Dingen an dem Frühstück , da er schon , seiner Aussage nach , fünfzehn Meilen nüchtern geritten war . Erst als er dies beendet , näherte er sich den letztangekommenen Freunden , zu deren Besten der Kanadienser seine Erzählung wiederholte . Da mischte sich Jones mit in das Gespräch und frug den Halbindianer , ob nicht ein weißes Pferd mit einem schwarzen Hinterbein unter den vermißten gewesen sei . Mit freudig erstauntem Eifer bejahte es der Fremde . » Dann hab ' ich sie gesehen , « sagte Jones , mit der rechten Faust in die linke geöffnete Hand schlagend , » dann hab ' ich sie , straf ' mich Gott ! gesehen . « » Aber wo ? « frug schnell und hitzig der Verfolger . » Etwa fünfzehn Meilen von hier ; schon spät gestern Abend und oben auf dem Bergrücken , der die Wasser der Mamelle und dieses Flusses von einander trennt . « » Und welchen Weg nahmen sie ? « frug jener voll Eifer - » waren sie auf der offenen Straße , oder - « » Sie kreuzten die Straße , gerade als ich den steilen Berg von der andern Seite heraufkam , « erwiderte Jones . » Und wie viel Männer waren mit ihnen ? « » Einer nur , den ich sehen konnte . « » Das sind sie , « rief der Halbwilde frohlockend aus - » ein Farmer an der Grenze hatte sie ebenfalls gesehen , konnte mir nur den Mann nicht beschreiben , da er zu weit entfernt gewesen war . Aber wo etwa find ' ich die Fährten ? « » Die werden freilich Regen und Wind verweht haben , « sagte Jones nachdenklich - » kommt Ihr aber auf den Berg ( das letzte Haus , das Ihr von hier passirt , ist Greathouses ) und seid etwa vier oder fünf Meilen von da hingeritten , ohne die Spuren anzutreffen , so thut Ihr meiner Meinung nach am besten , gleich hinüber an den Arkansas zu reiten . Der fließt von dort nicht so sehr weit entfernt , und in den am Uferrande stehenden Blockhütten werdet Ihr sicher Kunde von den Dieben bekommen . « » Dann will ich wenigstens keine Zeit weiter versäumen , daß ich nicht auch diese , wenngleich sehr kalte Fährte verliere , « rief der Fremde - » dank ' Euch für die Weisung - Good bye , Gentlemen ! « Und ohne weitere große Umstände wollte der Kanadienser zu seinem Pony eilen und dem Dieb nachsetzen . Brown faßte ihn aber am Aermel seines ledernen Jagdhemdes , und als ihn der also Zurückgehaltene verwundert ansah , sagte er freundlich : » Schenkt uns noch etwa eine halbe Stunde . Die also angegebene Spur ist doch , wie Ihr einsehen müßt , sehr unsicher und zeitraubend , und auf so wenige Minuten kann es Euch unmöglich ankommen . Ueberdies scheint Euer Pferd ermattet und bedarf der Ruhe . Seid Ihr also in einer Stunde noch gesonnen nachzusetzen , so könnt Ihr meins nehmen , das frischer bei Kräften ist und Euch die versäumte Zeit , bald einbringen wird . Auf dem Rückwege