hüt früsch agleyt ! « Am Nachmittag putzte Christeli das Geschirr , hohe das schönste aus dem Spycher , und spiegelblank mußte ihm das Messing werden . Er machte sie in der Küche fast ds Guggers , wollte immer etwas , bald einen leinenen Lumpen , bald einen wollenen , bald wollte er Essig , bald wollte er Öl . Christeli wollte zeigen , wer man sei und daß man zu Liebiwyl noch einen Roßzug vermöge . Christeli hatte es wie alle alten Vettern , diese sind mehr den Katzen ähnlich als den Hunden ; ein Hund nämlich hängt mehr an der Person , eine Katze mehr am Ort . Nun , die bessern Katzen lieben auch Menschen , laufen der Bäurin nach bis in den Kabisplätz und der Tochter bis in des Weges nächste Krümme ; dann kehren sie aber um , wenn es weiter geht , und machen , daß sie heimkommen . So haben es alte Vettern auch . Sie lieben wohl Personen , besonders die , welche ihnen das Kännli auf den Ofen stellen oder dänne decken , wenn sie im Holz sind ; sie lieben auch irgend ein Kind , solange es ihnen nachläuft und bei ihnen gerne schlafen will . Aber von allem , was weiter geht , dem Hause den Rücken kehrt , wenden sie sich ab , denn so wie ihnen im Hause am wöhlsten ist , sorgen sie auch fürs Haus , und so wie es in ihrer Familie am besten ging , sorgen sie für ihre Erhaltung , balgen wohl über deren gegenwärtige Glieder , aber auf die Jungen bauen sie ihre Hoffnung , daß sie die Vergangenheit herstellen , und suchen für die Mittel dazu zu sorgen . Darum sorgte Christeli so sorgsam für schönen Aufzug ; man sollte von dem Zug und von dem Hof , zu dem er gehörte , noch lange reden da unten , wo kein rechtes Haus sei . Die vornehme Welt hält viel auf einer schönen Equipage . Zwei Pferde dran sind schon was , für vier aber muß man ein Graf sein . Bei einem rechten Bauer gräfelts , der hält wenigstens vier Pferde , zwei tüchtige Stuten hinten , zwei lüftige junge Mönche vornen . Ehrenfest ziehen die einen daher , tänzelnd die andern , aber wenn Not an Mann kömmt , der Wagen an den Berg , dann vereinen sie treu ihre Kraft und liegen ins Geschirr , jedes so stark es mag . Es ist eine Freude , so mit vier tüchtigen Rossen zu fahren in Wald und Feld , Fuhrmann und Pferde aneinander gewöhnt , daß die Letztern dem Erstern ohne Worte unter der Geisel laufen , wie und wohin er will . Darum ist die Geisel auch eine Art von Szepter , sie fuhren zu können ein Ehrenpunkt . Man liest von jungen , vornehmen Engländern , wie sie die Kutscher machen , sich hoch meinen , wenn sie vier Pferde vom Bocke führen können ; man liest von Parisern , welche gerne engeländerlen , daß sie es auch versuchen ; die alle machen es eigentlich nur unsern Bauernsöhnen nach . Es bildet ein eigentlich Ereignis , wenn ein Vater seinem Sohn die Geisel gibt , er erhebt ihn damit zu seinem Mitregenten und Stellvertreter . Die Geisel ist gleichsam ein Marschall- oder Feldherrnstab , welchen der König seinem besten und treusten Soldaten gibt . Aber ebenso ist es ein Ereignis , wenn ein Vater seinem Sohne die Geisel wieder nimmt . » Denk o , er het ihm dGeisle gno ! « heißts . Ärgeres droht ein Vater seinem Sohne nicht leicht als : » Ich nehme dir die Geisel ! « Das geht gleich vor dem Enterben her , und wenn man einen General wieder zum Gemeinen macht , es kann ihm nicht ärger als einem Sohne sein , der vom Pfluge weg wieder unter die gemeinen Hacker auf den Acker muß . Und diese Strafe wird nicht bloß verhängt oder gedroht , wenn einer schlecht fährt , den Wagen in den Kot , die Pferde zutod , sondern auch wenn der Sohn zu einem Mädchen geht , welches dem Vater nicht anständig ist , oder in ein Wirtshaus , welches dem Vater verhaßt oder verdächtig ist , und wegen andern wichtigen Vergehen mehr . Resli hatte die Geisel , Christeli hatte sie nie begehrt , dessenungeachtet wandte er alle Sorgfalt an den Zug und labete sich an dem Gedanken , wie die Leute luegen , wie sie fragen werden , wem der Zug sei , wenn sie die vier stolzen Braunen mit dem schönen Geschirr und dem mächtigen Ladenfuder durchs Land laufen sehen , als wäre die Last federleicht . Als sie das Fuder luden , sparte er die gewaltigen Ketten nicht zum Binden , und als Resli bemerkte , es manglen sich nicht so viele , die Wege seien gut und öppe schlagen werde es nicht fast , so meinte Christen , es sei besser zu viel binden als zu wenig , dKettene hätte man dafür , und sie müßten da unten wissen , daß sie hier die Ketten nicht zu sparen brauchten und nicht mit Seilstümpen zusammenzuplätzen , wie er sie schon manchmal da unten herauf habe Holz holen sehen , wo sie dann nicht einmal genug deren Seilstümpen gehabt , sondern von Haus zu Haus hätten springen müssen , um zu entlehnen . Früh um drei wollte Resli fort und alleine . Der Vater hatte ihm anerboten , mitzugehen . Es möge geben , was es wolle , so sei es kommod , wenn ihrer Zwei seien , hatte er gesagt . Aber Resli hatte es abgelehnt , er wollte seine wichtigste Angelegenheit ab Ort treiben alleine , mit freier Hand , nach seinem Sinn ; so ziemt es eigentlich dem Manne . Wenn eine solche Ausfahrt in einem Bauernhaus im Biet ist , so wird öppe nicht viel geschlafen , und am folgenden Tag merkt man es doch den Leuten