daß dazu Uli und Vreneli fort wollten , daß dann der Tochtermann das Heft ganz in die Hand kriege , daß sie die Haushaltung machen solle mit Nichts , gegen die Armen schmürzelen , daß man ihr jede Kelle Mehl nachrechnen werde und alle ungeraden Male , wenn sie das Kücheln ankäme - und da kam sie ein Elend an , daß sie niedersitzen und weinen mußte , daß man die Hände hätte waschen können unter ihren Augen , so daß selbst Joggeli hinauskam und sagte , sie solle doch nicht so plären , es hörten es ja alle Leute und könnten meinen , was sie hätte . Was er gesagt habe , sei ja nicht der wert , sie wisse ja wohl , daß er allbe einist etwas sagen müsse . Auch Vreneli tröstete und sagte , sie solle das nicht so schwer nehmen , es gehe ja am Ende alles leichter , als man denke . Sie aber schüttelte den Kopf und sagte , man solle sie ruhig lassen , sie müsse sich selbst fassen können , das Reden helfe ihr nichts . Sie suchte nach Fassung manchen Tag . Man sah sie umhergehen schweigend , als ob sie Schweres im Kopfe wälze , sah sie hier und dort , wo sie sich unbemerkt glaubte , absitzen , die Hände in den Schoß legen hie und da den Zipfel des Fürtuches ergreifen und mit der Rückseite die Augen trocknen . Endlich schien es ihr zu leichten , das Ungewisse schien verschwunden , sie sagte : Es hätte ihr viel gewohlet , aber es düech sie , sie möchte neuehin , sie sei so blange , es besserete ihr , wenn sie einen Tag oder zwei fort könnte . Joggeli hatte diesmal nichts darwider , seine Alte hatte ihm selbst Kummer gemacht . Sie könne ja zum Sohn oder zur Tochter fahren , wohin sie wolle ; Uli solle sie führen , er hätte jetzt wohl Zeit , meinte er . Nein , sagte sie , dahin möge sie nicht , da sei ein ewiges Gchär , und wenn sie die Säcke mit Neutalern füllte , sie hätte doch noch zu wenig . Aber es dünke sie , sie mochte einmal zu Vetter Johannes ; man hätte es ihm schon lange versprochen , nie gehalten , und sie sei nie dort gewesen . Sie sehe da einen neuen Weg , eine unbekannte Gegend und könne vielleicht am besten vergessen , was sie drücke . Sie wolle Vreneli mitnehmen , das sei auch lange nie fortgewesen . Ans Hochzeit habe man es nicht mitgenommen , und es sei doch auch billig , wenn das Meitschi zuweilen eine Freude hätte . Gegen das Letztere hatte Joggeli Manches einzuwenden , indessen diesmal , der Alten zulieb , gab er nach und wollte zwei Tage sich leiden . Uli freute sich , als er hörte , wohin er mit der Frau fahren sollte . Vreneli dagegen wehrte sich lange , hatte hundert Grün , de dagegen und gab erst nach , als die Base sagte : » Du bisch mr doch es wunderligs Greis , und kurz und gut , du kommst mit , ih befiehles . « Es war in den ersten Novembertagen eines schönen Herbstes an einem Samstag morgens , als das Sitzwägeli vor dem Hause stund , der Kohli herausgenommen , im Schopf mit geschäftigen Händen aufgeputzt und endlich von einem zum Fuhrwerk geführt wurde , während nun auch Uli seine Sonntagskutte anzog und stattlich mit der Geißel in der Hand an das Fuhrwerk sich stellte . Nicht lange darauf kam Vreneli , schmuck und schön wie ein aufgehender Morgen , einen kleinen Strauß an der Brust , und packte etwas ein . Dann kam die Mutter , geleitet von Joggeli , dem sie noch manche Anweisung zu geben hatte . » Die Leute werden glauben , ihr seiet ein Hochzeit , « sagte Joggeli , » die fahren an einem Samstag im Lande herum . Ds Vreneli sieht gerade aus wie eine Hochzeiterin . « » Öppis Dumms eso , « sagte Vreneli und ward rot bis weit hinteren . » Uli muß noch einen Meien haben , dann meinen es alle Leute , « rief eine schnippische Jungfrau , riß dem Uli den Hut vom Kopf und sprang damit ins Haus . Zornig war Vreneli aufgesprungen im Wägeli : » Mädi , willst du den Hut geben oder nicht ? Was braucht Uli einen Meien ? Sei mir nicht ds Hergetts , einen Meienstock anzurühren ! « Als Mädi nicht hören wollte , wollte Vreneli ab dem Wägeli springen ; aber die Mutter , lachend , daß es ihre ganze Gestalt erschüttete , hielt es am Kittel und sagte : » Was willst du ? Laß das doch gehen , das ist nur lustig . Vielleicht sieht man ja mich für die Hochzeiterin an , wer weiß ? « Die sämtliche Hausbewohnerschaft nahm an dem Spiel teil und lachte über Vrenelis Zorn , der sich gar nicht wollte besänftigen lassen , während Uli in den Spaß eintrat und seinen Hut tüchtig in den Kopf drückte , den Vreneli ihm abzureißen suchte , um den Meien wegzunehmen . Es hätte ihm doch noch denselben abgerissen , wenn nicht die Mutter gesagt hätte , es solle nicht so dumm tun und den schönen Meien verstrupfen . Das wäre doch noch lange nicht das Grüslichste , wenn man sie schon für ein Hochzeit ansehen würde . Es wolle es aber nicht , sagte Vreneli und nahm den eigenen Meien von der Brust und hätte ihn fortgeworfen , wenn die Mutter nicht gesagt hätte : Es solle doch nicht so dumm machen . Die , wo am wüstesten täten , die heirateten zuletzt noch am liebsten , wenn es Ernst gelte . » Einmal ich nicht , « sagte Vreneli , » ich will keinen Schlufi , wie sie alle sind . Ich wüßte nicht , was ich so mit einem Schnürfli