, von geheimnißvollem Dunkel umgeben , auf den schmalen , zwischen Abgründen hinlaufenden Pfad hinausgestoßen werden ! rathlos ! verlassen ! ohne eine leitende Hand , die mir zum Führer dienen konnte ! seufzte Richard . Dieses Warum kann mit sehr wenigen Worten Dir gelöst werden ; erwiederte der Fürst : Dir ward kein Führer beigesellt , weil Du auf dem Platze , an welchen Du gestellt worden warst , keinen bedurftest . Hast Du denn unsre Abschiedsstunde , vor Antritt Deiner Reise mit dem nervenkranken Schwärmer Iwan , so gänzlich vergessen ? und wie zutraulich ich damals mein ganzes Herz , alle meine Gedanken Dir offenbarte ? Erinnerst Du Dich nicht mehr Deines Versprechens : es komme was da wolle , mir unbedingten Glauben zu schenken ? Hättest Du Dir an dem Vertrauen genügen lassen , das ich Dir bewiesen ; wäre es nie Dir eingefallen , da selbstthätig eingreifen zu wollen , wo Du doch offenbar die Verknüpfung des Ganzen nicht überschauen konntest , ja freilich , dann stände Alles um uns her anders ! Der Mensch im Allgemeinen ist bestimmt , entweder Ambos oder Hammer zu sein , sagt ein berühmter deutscher Poet ; fuhr der Fürst fort : Du wardst zum Ambos geschaffen , Du meintest Dich geeigneter Hammer zu sein , und nun liegen die Folgen dieses stolzen Wahns , zu Deinem eigenen Entsetzen , in Trümmern um Dich her ! Richard erröthete ; es ward ihm schwer das zornige Gefühl zu unterdrücken , das bei dieser letzten Äußerung des Fürsten in ihm aufloderte ; doch behielt er sich genugsam in seiner Gewalt , um weder sich selbst zu viel zu vergeben , noch die dem edlen Greise schuldige Ehrfurcht zu verletzen , dem er so unendlich viel zu verdanken hatte . Hammer wollte ich nie sein , denn ich fühle zum Zertrümmern mich nicht geeignet ; doch wahrlich auch nicht der geduldige Ambos , der schwerfällige Klotz , auf welchem Jeder nach eigenem Gutdünken herumhämmern darf ; erwiederte er bescheiden , aber fest und bestimmt . Nur Ihr Unwille kann für den Augenblick mich so erniedrigen wollen ; all mein Hoffen , das ganze Glück meines Lebens geht an ihm zu Grunde ; wie ich es in Zukunft tragen werde , weiß ich nicht , wohl aber daß ich Ihrer Verachtung rettungslos erliegen müßte . Mein Fürst , fuhr er in steigender Bewegung fort : Sie , der Sie im niedrigsten Leibeigenen das Gefühl seines Menschenrechtes anerkennen , können Sie mir , dem Unglücklichen , den Sie einst Ihren Söhnen gleich stellten , es verargen , daß er zum blinden Werkzeuge sich nicht erniedrigen lassen konnte ? Mein Gleichniß hinkt , ich merke es wohl ; doch das ist nun einmal so in der Regel , mag es darum sein ! erwiederte der Fürst leicht hingeworfen , mit scheinbarer Gleichgültigkeit . Doch jetzt sprich ohne Scheu es aus , was Du etwa noch auf dem Herzen haben kannst . Ich möchte diese letzte Gelegenheit dazu , die sobald Dir nicht wiederkehren wird , Dir nicht verkümmern ; setzte er nach einigem Schweigen hinzu , während welches er Richard betrachtete , als wolle er die geheimsten Gedanken seiner Seele durchschauen . Durch Mitchell veranlaßt , entdeckte mir ein Zufall die Gefahr , welche dem Geheimnisse des Bundes drohte ; fing Richard an . Und Du meinst daß ich , ja daß selbst Pestel , sie nicht weit früher erkannt haben sollten , als Du und Dein weiser Landsmann ? fiel der Fürst ihm lebhaft ein . Richard erbleichte vor Schrecken . O hätte ich dies ahnen können ! rief er : hätten Sie damals , als ich , wahrscheinlich im Vorgefühle dessen , was jetzt geschehn , so ängstlich strebte - - Nach gewünschter Gelegenheit all Deine Zweifel , Deine Besorgnisse , zum - ich weiß nicht wie vielsten Male vor mir auszuschütten ? fiel Fürst Andreas abermals ihm ein . Ohne die Wahrheit im mindesten zu verletzen , könnte ich , bei dem seit Mitchells Hiersein besonders sich häufenden Andrange von Geschäften , den wirklichen Mangel an Zeit als erstes Hinderniß angeben , daneben aber auch , ganz unter uns , die heimliche Furcht vor dem Ennui , dem dabei nicht entgehen zu können , ich voraussah . Doch die ganze Sache ist für uns Beide zu ernst geworden , als daß ich nur den Anschein eines frivolen Scherzes darüber mir erlauben sollte . Da ich indessen von Allem was Dich angeht zu genau unterrichtet bin , um von Dir etwas Neues erfahren zu können , so höre lieber meine Bekenntnisse an : Stets ging ich darauf aus meine Menschenkenntniß zu erweitern , und machte mir daher , von Eurer frühesten Kindheit an , sowohl Deinen , als meiner eigenen Söhne Charakter zum Gegenstande aufmerksamster Beobachtung . Dein ahnungsvolles Wesen , Dein zu weiches , leicht zu verletzendes Gemüth , zeichneten vor allen Deinen Jugendgenossen sehr merklich Dich aus ; daher faßte ich , als Du völlig erwachsen warst , aus wahrhaft väterlicher Fürsorge für Deine künftige Ruhe , den festen Entschluß , von jenem Geheimnisse , auf welches ich damals noch meine kühnsten Hoffnungen gründete , Dich stets fern zu halten , und Deine Aufnahme in den Bund , so eifrig Dein Freund Eugen sie auch betreiben mochte , standhaft zu verhindern . Der Zufall wollte es anders ; wider meinen Willen machte er Dich zum Augenzeugen dessen , was ich Dir ewig verbergen wollte ; und um aus dringender , sehr großer Gefahr Dich zu retten , blieb mir nichts andres übrig , als zu dem einzigen Mittel zu greifen , das mir noch zu Gebote stand . Mein Beschützer , mein Wohlthäter , mein Vater , habe ich denn andres gewollt als dieses ? rief Richard gerührt bis zu Thränen : war denn , was ich mit dem beabsichtigte was ich gewagt , nicht ganz das Nämliche was Sie gewollt ? War nicht bei gänzlichem Vergessen meiner selbst mein einziger Zweck