kam übel an : es war Totila , er erkannte ihn . » Verfluchter Flachskopf , « schrie er , » so bist du nicht ersoffen ? « » Nein , wie du siehst ! « rief dieser und schlug ihm das Schwert durch den Helmkamm und noch ein Stück in den Schädel , daß er taumelte . Da war aller Widerstand zu Ende . Mit knapper Not hoben ihn die nächsten seiner Reiter auf ein Pferd und jagten mit ihm davon . Der Kampfplatz war geräumt . Totila eilte nach dem Hohlweg zurück . Er fand Valerius , bleich , mit geschlossenen Augen , das Haupt auf seinen Schild gelegt . Er warf sich zu ihm nieder und drückte die erstarrende Hand an seine Brust . » Valerius , « rief er , » Vater ! scheide nicht ! scheide nicht so von uns . Noch ein Wort des Abschieds . « Der Sterbende schlug matt die Augen auf . » Wo sind sie ? « fragte er . » Geschlagen und geflohn . « - » Ah , Sieg ! « atmete Valerius auf ; » ich darf im Siege sterben . Und Valeria - mein Kind - sie ist gerettet ? « » Sie ist es . Aus dem Seegefecht , aus dem Meer entkommen , eilte ich hierher , Neapolis zu warnen , euch zu retten . Nahe der Straße , zwischen deinem Hause und Neapolis , war ich gelandet ; dort traf ich sie und erfuhr deine Gefahr ; eins meiner Schiffsboote nahm sie auf und führt sie nach Neapolis : mit dem andern eilte ich hierher , dich zu retten - ach , nur zu rächen ! « Und er senkte das Haupt auf des Sterbenden Brust . » Klage nicht um mich , ich sterbe im Sieg ! Und dir , mein Sohn , dir dank ' ich es . « Und wohlgefällig streichelte er die langen Locken des Jünglings . » Und auch Valerias Rettung . O dir , dir , ich hoffe es , auch Italiens Rettung . Du bist der Held , auch dieses Land zu retten - trotz Belisar und Narses . Du kannst es - du wirst es und dein Lohn sei mein geliebtes Kind . « - » Valerius ! Mein Vater ! « - » Sie sei dein ! Aber schwöre mir ' s , « - und er richtete sich empor mit letzter Kraft und sah ihm scharf ins Auge - » schwöre mir ' s beim Genius Valerias : nicht eher wird sie dein , als bis Italien frei ist und keine Scholle seines heiligen Bodens mehr einen Byzantiner trägt . « » Ich schwör ' es dir , « rief Totila , begeistert seine Rechte fassend , » ich schwör ' s beim Genius Valerias ! « » Dank , dank , mein Sohn ; nun mag ich getrost sterben - grüße sie und sage ihr : dir hab ' ich sie empfohlen und anvertraut : sie - und Italien . « Und er legte das Haupt zurück auf seinen Schild und kreuzte die Arme über der Brust - und war tot . Lange hielt Totila schweigend die Hand auf seiner Brust . Ein blendendes Licht weckte ihn plötzlich aus seinem Träumen : es war die Morgensonne , deren goldne Scheibe prächtig über den Kamm des Felsgebirges emportauchte : er stand auf und sah dem steigenden Gestirn entgegen . Die Fluten glitzerten in hellem Widerschein , und ein Schimmer flog über alles Land . » Beim Genius Valerias ! « wiederholte er leise mit innigster Empfindung und hob die Hand zum Schwur dem Morgenlicht entgegen . Wie der Tote fand er Kraft und Trost und Begeisterung in seinem schweren Gelübde : die hohe Pflicht erhob ihn . Gekräftigt wandte er sich zurück und befahl , die Leiche auf sein Schiff zu tragen , um sie nach dem Grabmal der Valerier in Neapolis zu führen . Elftes Kapitel . Während dieser drohenden Ereignisse waren wohl freilich auch die Goten nicht völlig müßig geblieben . Doch waren alle Maßregeln kraftvoller Abwehr gelähmt , ja absichtlich vereitelt durch den feigen Verrat ihres Königs . Theodahad hatte sich von seiner Bestürzung über die Kriegserklärung des byzantinischen Gesandten alsbald wieder erholt , da er sich nicht von der Überzeugung trennen konnte und wollte , sie sei doch im Grunde nur erfolgt , um den Schein zu wahren und die Ehre des Kaiserhofes zu decken . Er hatte ja Petros nicht mehr allein gesprochen : und dieser mußte doch vor Goten und Römern einen Vorwand haben , Belisar in Italien erscheinen zu lassen . Das Auftreten dieses Mannes war ja das längst verabredete Mittel zur Durchführung der geheimen Pläne . Den Gedanken , Krieg führen zu sollen - von allen ihm der unerträglichste ! - , wußte er sich dadurch fernzuhalten , daß er weislich überlegte , zum Kriegführen gehören zwei . » Wenn ich mich nicht verteidige , « dachte er , » ist der Angriff bald vorüber . Belisar mag kommen - ich will nach Kräften dafür sorgen , daß er auf keinen Widerstand stößt , der des Kaisers Stimmung gegen mich nur verschlimmern könnte . Berichtet der Feldherr im Gegenteil nach Byzanz , daß ich seine Erfolge in jeder Weise befördert , so wird Justinian nicht anstehn , den alten Vertrag ganz oder doch zum größten Teil zu erfüllen . « In diesem Sinne handelte er , berief alle Streitkräfte der Goten zu Land und zur See aus Unteritalien , wo er die Landung Belisars erwartete , hinweg , und schickte sie massenhaft an die Ostgrenze des Reiches nach Liburnien , Dalmatien , Istrien und gen Westen nach Südgallien , indem er , gestützt auf die Tatsache , daß Byzanz eine kleine Truppenabteilung nach Dalmatien gegen Salona gesendet und mit den Frankenkönigen Gesandte gewechselt hatte , vorgab , der Hauptangriff sei von den Byzantinern zu Lande , in Istrien , und von den mit ihnen verbündeten