des Generalleutnants angehörte . Die Anwesenheit des Generals auf seinem Gute war aber immer nur eine kurze ; der Dienst hielt ihn fern . Welche Truppen er kommandierte , ist aus den Aufzeichnungen , die ich benutzen konnte , nicht ersichtlich . 1756 rückte er mit in Sachsen und Böhmen ein und erlag am 13. Januar 1757 seinen in der Schlacht bei Lobositz erhaltenen Wunden . Das Protzener Kirchenbuch schreibt Logoschütz . Aber selbstverständlich kann nur Lobositz gemeint sein . Nun begann die Herrschaft der verwitweten Frau Generalin . In die Zeit ihrer Regentschaft , also bevor der minorenne Sohn eintrat , fällt das große Ereignis Protzens während des vorigen Jahrhunderts : der Tod eines preußischen Prinzen im dortigen Herrenhause . Über diesen Tod berichtet der alte Pastor Schinkel im Protzener Kirchenbuche wie folgt : » Den 16. Mai 1767 traf S.K.H. Prinz Friedrich Heinrich Karl von Preußen auf dem Marsche von Kyritz nach Berlin mit seinem Regimente hier ein . Er nahm bei unserer Frau Generallieutenant von Kleist Quartier , in der Hoffnung , nach hier zugebrachter Nacht am anderen Morgen weiter zu rücken . Es zeigten sich jedoch die Pocken , so daß S.K.H. sich genötigt sahen hier zu bleiben . Geschickte Doctorens 61 wandten alle Mittel an , diesen theuren und liebenswürdigen Prinzen zu retten , Gott verhängte es aber anders , so daß , nachdem die weißen Frieseln dazu schlugen , dieser allerliebste Prinz den 26. Mai , 8 Uhr abends seinen Geist aufgeben mußte . Ein trauriges Andenken , so die späten Zeiten nicht vergessen werden . Den 28. Mai 11 Uhr abends wurde die hohe Leiche durch Offiziere unter Leuchtung vieler Lichter in das hiesige Gewölbe gesetzet und am 7. Juni , als am ersten Pfingsttage , von hier aus nach Berlin gebracht . Dieser hochselige Prinz war am 30. November 1747 geboren , also kaum neunzehn Jahre fünf Monate alt geworden . « Ich lasse dieser schlichten Kirchenbuchaufzeichnung noch einige Notizen folgen . Prinz Heinrich , damals gemeinhin – zum Unterschiede von seinem berühmten Oheim in Rheinsberg – der junge Prinz Heinrich genannt , war der Sohn des 1758 zu Oranienburg verstorbenen Prinzen August Wilhelm von Preußen . Er war also Neffe Friedrichs des Großen , wie zugleich jüngerer Bruder des späteren Königs Friedrich Wilhelms II. Friedrich der Große bezeigte ihm von dem Augenblick an , wo die Kriegsaffären hinter ihm lagen , ein ganz besonderes Wohlwollen . Dies war ebenso sehr in den allgemeinen Verhältnissen , wie in den Eigenschaften des jungen Prinzen begründet . Dieser erschien von ungewöhnlicher Beanlagung , war klug , voll noblen Denkens und hohen Strebens , dabei gütig und von reinem Wandel ; was indessen den König in all seinen Beziehungen zu diesem Prinzen eine ganz ungewöhnliche Herzlichkeit zeigen ließ , war wohl der Umstand , daß er sich dem verstorbenen Vater des Prinzen gegenüber , dem er viel Herzeleid gemacht hatte , bis zu einem gewissen Grade verschuldet fühlte , eine Schuld , die er abtragen wollte , und an den älteren Bruder ( den spätern König Friedrich Wilhelm II. ) , der ihm aus verschiedenen Gründen nicht recht zusagte , nicht abtragen konnte . Prinz Heinrich hatte 1762 den lebhaften Wunsch geäußert , dem Könige bei Wiederbeginn der Kriegsoperationen sich anschließen zu dürfen . Friedrich lehnte jedoch ab , da der junge Prinz erst vierzehn Jahre alt war . Erst nach erfolgtem Friedensschluß wurde er von Magdeburg , wo er garnisonierte , nach Potsdam gezogen und trat als Hauptmann in das Bataillon Garde . Er gehörte nunmehr einige Jahre lang zu den regelmäßigen Mittagsgästen des Königs und begleitete diesen auf seinen Inspektionsreisen durch die Provinzen . 1767 im April übersiedelte der Prinz nach Kyritz , um nunmehr die Führung des hier stehenden Kürassierregiments oder auch nur eines Teils desselben zu übernehmen . Dies Kürassierregiment waren die berühmten » gelben Reiter « , deren Chef der Prinz bereits seit 1758 war . Der Übernahme des Kommandos folgte , wenige Wochen später , jene Katastrophe , die ich , nach den Aufzeichnungen des Protzener Kirchenbuches , vorstehend mitgeteilt habe . Rittmeister von Wödtke brachte die Trauerkunde dem Könige . Dieser war in seltenem Grade bewegt . Einer der höheren Offiziere sprach dem Könige Trost zu und bat ihn , sich zu beruhigen . » Er hat Recht « , antwortete Friedrich , » aber Er fühlt nicht den Schmerz , der mir durch diesen Verlust verursacht wird . « – » Ja , Ew . Majestät , ich fühle ihn ; er war einer der hoffnungsvollsten Prinzen . « Der König schüttelte den Kopf und sagte » Er hat den Schmerz auf der Zunge , ich habe ihn hier . « Und dabei legte er die Hand aufs Herz . Eine ähnlich tiefe Teilnahme verraten seine Briefe . An seinen Bruder Heinrich in Rheinsberg schrieb er : » Ich liebte dieses Kind wie mein eigenes « und an Tauenzien meldete er in der Nachschrift zu einer dienstlichen Ordre » Mein lieber Hendrich ist todt . « Kehren wir , nach diesem biographischen Exkurs , nach Protzen zurück . Die Geschwister des Prinzen übersandten der verwitweten Generalin von Kleist wertvolle Zeichen der Dankbarkeit und das Ereignis selbst wurde seitens dieser letztern durch zwei bildliche Darstellungen im Sterbezimmer lokalisiert . Ein Loyalitätsakt , der mir , nach der Huldigungsseite hin , etwas zu weit zu gehen und die Schönheitslinie zu überschreiten scheint . Ob die Gemälde noch existieren , hab ich nicht erfahren können ; aber das Giebelzimmer , in dem der junge Prinz verstarb , heißt noch immer das » Prinzenzimmer « . Protzen von 1770 – 1803 Um 1770 ging Protzen ( aus der Hand der verwitweten Generalin ) an ihren Sohn Gustav von Kleist über . Da das Gut seit 1757 bereits auf einen neuen Herrn harrte , dessen Majorennität eben nur abzuwarten war , so hatte dieser letztere nicht Zeit , es auf der militärischen Rangleiter zu einer seinem Namen angemessenen Stufe zu bringen .