Hecken , wenn man sie rief und sie aus der Ferne antwortete ; - als ob die Stimme lügen könnte ! ? Weshalb der Chevalier nur nicht schreibt ? Es kann ihm doch kein Vergnügen machen , sie - seinen Liebling hier im Pech zu wissen , von mir gar nicht einmal zu reden ! Wenn ich nur wüßte , was ich anfinge ! Ein frischgeschorener Pudel unter einem Sofa ist ein couragierter Kerl , ein Held gegen mich . Was hilft es mir und ihr , wenn ich auch hervorkrieche , um die hochverehrte , miserable Gesellschaft anzuheulen und anzubellen ? Ich habe ja nicht die kleinste Berechtigung dazu vorzuweisen , und sie hätten das größte Recht , mich auszulachen , und zwar ganz höflich im besten Ton . Hallo , aber wenn sie mich auslachten und ich benutzte die Gelegenheit , um dem Don Basilio , oder wie der Bursch heißt , scharf auf den Leib zu rücken ? ! Das ginge vielleicht an ! Das ist wenigstens ein Gedanke ! Da könnte ich auch ganz fein sein und brauchte durchaus nicht aus dem guten Ton herauszufallen . Wir lernten einander bei der Gelegenheit kennen , und auf diese Weise würde einem von uns beiden jedenfalls geholfen werden ! Das ist wahrhaftig ein Gedanke , und es ist eine wahre Schande , daß ich vierzehn Tage brauchte , um ihn zu finden . Der Tonie würden dadurch auch noch einmal sozusagen die Würfel in die Hand gegeben ; dem alten Rattenkönig , dem Häußler , würde unbedingt für einige Zeit das Konzept verdorben , und was das beste ist , ich brauchte nicht mehr auf einen Brief aus Krodebeck zu warten . Abgemacht ! Auf Ehre , morgen mache ich dem Herrn von Haußenbleib den Gegenbesuch für seine Visite auf dem Lauenhofe ! « Seit vierzehn Tagen hatte Hennig von Lauen nicht so frei und leicht geatmet wie an dem Abend , an welchem ihm dieser praktische , für alle Parteien so komfortable » Gedanke « aufging . Zum erstenmal seit vierzehn Tagen speiste er wieder mit Vergnügen und Appetit zu Nacht , um sich dann in das Karlstheater zu begeben und mit bescheiden-heiterm Gemüte den alten Nestroy in seinem eigenen Meisterstück » Einen Jux will er sich machen « - zu bewundern . Das war ganz ein Stück , sowohl für sein allgemein ästhetisches Verständnis wie für seine augenblickliche Stimmung . Für die hohe Komödie oder gar die Tragödie war er eben nicht gemacht , und da er sich ganz gemächlich und wohl dabei befand , so können wir ihm nur Glück dazu wünschen . Er kam vollkommen in Harmonie mit sich und der Welt heim , speiste zum zweitenmal zu Nacht und trank diesmal , in seiner Ecke allein sitzend , fast zuviel . Seit vierzehn Tagen hatte er nicht einen so ruhigen Schlaf genossen wie jetzt , und als er am folgenden Morgen erwachte und mit etwas schwerem Kopf sein Programm für den heutigen Tag sich aufs neue zurechtlegte , fand er nichts daran zu ändern und machte , seine rüstige Gestalt und sein ehrlich Gesicht mit außergewöhnlichem Wohlgefallen im Spiegel beschauend , eine außergewöhnlich sorgfältige Toilette . Während derselben fiel ihm allerlei ein , an welches er » viele Jahre nicht gedacht « hatte , und seltsamerweise spielte das Fräulein Adelaide Klotilde Paula von Saint-Trouin keine unbedeutende Rolle in diesen schwankenden Erinnerungen . Der Junker von Lauen dachte an die Zeiten , wo er mit offenem Munde zu den Füßen der hohen Dame saß , mit dem tapfern Johann von Brienne Tyrus eroberte und Kaiser von Konstantinopel wurde und alles glaubte , was das Frölen sagte , und nichts an der Art und Weise , wie es es sagte , auszusetzen fand . » Es ist doch angenehm , wenn man etwas auf sich halten darf ! « murmelte er , und : » Alles für die Ehre ! « fügte er hinzu , sich seiner eigenen ritterlichen Ahnen erinnernd . Ach - » alles für die Ehre ! « hatte auch jener Herr Hilmar von Lauen gerufen , der im Jahre des Herrn 1578 mit dem einen Ende der großen Wurst in den Fäusten drei Tage und drei Nächte hindurch seinen Schemel im Kreise um die Säule im Kommißhaus zu Wolfenbüttel rückte , und es war ein Glück zu nennen , daß der jetzige Junker von Lauen mit seiner Toilette zu Ende gekommen war , ehe er seine Erinnerungen bis zu diesen Almen hinuntergeführt hatte ! - » Wie gut hat ' s doch der Mensch , der endlich weiß , was er zu tun hat « , sagte er vor dem Frühstückstisch im Kaffeehause . » Was mag die arme liebe Tonie sich über mein Ausbleiben eingebildet haben ? Na , jetzt wird alles recht werden ! Ah , und jetzt vorwärts ! Wahrhaftig , nach einem reinen Gewissen geht doch nichts über solch eine reine , frische Morgenluft ! Bei Gott , ich habe mich lange nicht so sehr Krodebeck gefühlt wie in diesem Augenblick . « Er trat hinaus in die Gassen und ging noch ein wenig spazieren . Im Schaufenster eines Waffenhändlers betrachtete er längere Zeit mit innerlichstem Wohlbehagen ein elegantes Pistolenkästchen , und da in diesem Augenblick ein anderer junger eleganter Herr neben ihm stehenblieb , blickte er denselben unwillkürlich mit Interesse an und würde sich wenig verwundert haben , wenn sich derselbe ihm plötzlich als der Graf Basilides Conexionsky vor- und zur Verfügung gestellt haben würde . Da das aber nicht geschah , so ging er weiter und sah noch eine geraume Zeit dem Exerzitium an der Franz-Josephs-Kaserne zu und verlor sich allmählich dabei vollständig in seine eigenen heitern und finstern militärischen Erlebnisse . Unter den nachdenklichsten Betrachtungen über die Frage , ob die tschechischen , slowakischen und hungarischen Flüche und Liebkosungsworte , die ununterbrochen durch das deutsche Kommando schnarrten , rollten , zischten und klapperten , an Ausdruck und Bedeutung wohl denen seines eigenen alten Wachtmeisters