das Gesetz gewesen , und über den Gewinn sei er ganz froh gewesen , bis das Mannli von Weib und Kindern gesprochen und ihm angewünscht , daß Gottes Hand ihn entweder beizeiten treffen oder er am Galgen sterbenmöchte . Die Worte hätten ihm schwer gemacht und nicht aus dem Sinne wollen , es sei ihm immer gewesen , wäre er nur daheim ; aber an ein Hagelwetter habe er nicht gedacht , da es ja hier nicht hagle , höchstens alle hundert Jahre einmal . Er habe wohl gesehen , daß es hagle gegen das Oberland , er habe den Zusammenstoß der Wetter gesehen und wie sie einander heraufgetrieben gerade gegen ihn zu ; es sei ihm kalt geworden ums Herz , er habe denken müssen : kömmt ein Blitz und trifft er dich ? Als der Hagel losgebrochen , als er wie ein armer Sünder am Halseisen unter dem Baume gestanden , da habe er den Blitz erwartet und nichts denken können als : Gott sei meiner armen Seele gnädig ! Mit dem Leben sei er davongekommen , aber was jetzt ? Ein armer Tropf , solange er lebe , daß ärmer keiner auf der Welt sei . Er sei nun um seine Sache , sei um ein gutes Gewissen , müsse sein Lebelang denken , er habe sich und noch einen unglücklich gemacht , und wenn er schon gut machen wollte , so seien ihm die Hände gebunden , da er selbst nichts habe . Als der Alte vorhin gesagt , es nehme ihn wunder , warum es gerade jetzt hageln müsse , da hätte er es ihm sagen können , aber nichts als wünschen , wenn er doch nur zehntausend Klafter tief unter dem Boden wäre . Vreneli hatte mit Beben Ulis Beichte gehört . Es war weit entfernt , die Sache leicht zu nehmen und Uli die Art , wie er das Gewitter auffaßte , auszureden . Es hatte einen innigen Glauben an den Zusammenhang der göttlichen Fügungen mit den menschlichen Handlungen , glaubte an eine Vorsehung , welche die Haare auf dem Haupte kennt und die Sperlinge auf dem Dache behütet , es glaubte an die zeitlichen Strafen , aber als eine Zucht , welche wirken soll bei denen , welche Gott lieben , eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit . Als es stumm dagesessen und lange um das rechte Wort gerungen und es nicht gefunden - klagen , Vorwürfe machen wollte es nicht , und wie trösten ? - , da stund es plötzlich auf , holte das heilige Buch , suchte , fand und las : » Betrachtet doch den , der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat , auf daß ihr nicht matt werdet , den Mut fallen lasset ! Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem Kämpfen wider die Sünde . Und , Lieber , habt ihr schon allbereits vergessen die Vermahnung , die mit euch als mit Söhnen redet ? Mein Sohn , spricht sie , achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht , wenn du von ihm gestraft wirst , denn welchen der Herr lieb hat , den züchtigt er ; er geißelt aber einen jeglichen Sohn , den er aufnimmt . So ihr die Züchtigung erduldet , so erbeut sich Gott gegen euch als gegen Söhne ; denn welcher Sohn ist , den der Vater nicht züchtigt ? Seid ihr aber ohne Züchtigung , deren sie alle sind teilhaftig worden , so seid ihr Bastarde und nicht Söhne . Darnach so haben wir die Väter unseres Fleisches zu Züchtigeren gehabt und sie gescheuet ; sollten wir dann nicht viel mehr untertan sein dem Vater der Geister , daß wir leben ? Denn jene haben uns gezüchtigt wenig Tage nach ihrem Gutdünken ; dieser aber züchtigt uns zunutze , auf daß wir seiner Heiligkeit teilhaftig werden . Eine jede Züchtigung aber , wenn sie gegenwärtig ist , dünket sie uns nicht Freude , sondern Traurigkeit zu sein ; aber darnach gibt sie denen , die durch sie geübet sind , eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit . Darum richtet wieder auf die sinkenden Hände und die müden Knie und machet richtige Wegleisen euren Füßen , auf daß nicht , was lahm ist , abgestoßen werde , sondern vielmehr gesund werde ! Jaget dem Frieden nach gegen jedermann und der Heiligung , ohne welche niemand den Herrn sehen wird ! Und sehet darauf , daß nicht jemand Gottes Gnade versäumet , daß nicht etwa eine Wurzel der Bitterkeit auf , wachse und Unruhe anrichte und Viel durch dieselbige befleckt werden ! « » Das wäre schön , « sagte Uli , als Vreneli zu lesen aufhörte und ihn ansah , » wer es fassen könnte . « Da wurde er abgerufen , die Knechte fühlten einmal , daß sie den Meister bedurften . Die Ställe waren voll Vieh , und keine Hand voll Gras wäre in diesem Augenblick auf dem ganzen Gute zu haben gewesen ; die Trümmer waren mit Hagel bedeckt , das neue Heu noch in Gärung . Da kam es Uli wohl , daß er dafür sorgte , so viel als möglich durch den größten Teil des Sommers altes Heu zu haben ; dies kömmt in gar vielen Fällen äußerst bequem , immer ists freilich nicht zu machen , es gibt Jahre , wo man froh ist , wenn Heu und Gras einander erreichen . Vreneli war sehr bewegt in seinem Gemüte , es fühlte wohl , wie schwer es sei , den wahren Trost zu fassen , wie schwer , über alle irdischen Kümmernisse den Glauben zu erheben , daß das , was Gott tue , wohlgetan sei . Es pries als ein groß Glück das Unglück , wenn dadurch Uli aus dem Wirbel des Zeitlichen dem höhern Ziele zugewendet worden , aber dazwischen kamen ihm doch die Sorgen : was werden wir essen und womit werden wir uns kleiden , Am tiefsten ergriff ihns , daß indem