wollte ihm seine Abreise nach Ste . Roche anzeigen . Dann wollte er zu Madame Henriette , ihr sein ganzes Herz ausschütten - sie sollte beim Könige , bei der Königin Alles vorbereiten ; dann wollte er in dem Abendzirkel der Königin sich von Beiden beurlauben . Seine Mutter drängte er bei diesen Ueberlegungen zurück ; was er mit ihr wollte , wußte er nicht , darum berührte er es nicht . - Laut denkend , indem er Alles , was er dachte , an Lesüeur aussprach , lief er im Zimmer umher und bestellte endlich seine Toilette und seinen Wagen , um zur Oberhofmeisterin der Prinzessin , der Gräfin von Grammont , zu fahren . Dann ging er zu seinem Vater und trug ihm übereilt , zerstreut und mit dem vollsten Ausdrucke der erlittenen Gemüthsbewegung seine Absicht vor , nach Ste . Roche abzureisen . » Aha , « lachte der Marschall , » wir haben Crecy ' sches Blut ! Wir sind verdrießlich ! Die Hofcharge und die Braut bleiben zu lange aus ! - Nun höre , mein Junge , das ist so übel nicht ! Thue Du ein wenig empfindlich , damit sie nicht vergessen , wer Du bist ! Es wird schon Aufsehen machen , wenn Du jetzt fortgehst , als ob Du aller Hofgunst den Rücken kehrtest , wo alle die Hasen in einer Reihe lauern , um auf das erste Signal nach dem rothen Lappen zu laufen . Ich habe nichts dagegen - und sei nur ruhig - ich werde indessen Deinen Platz einnehmen ! Sie sollen mich nur fragen , wo Du hin bist - ich will ihnen dienen ! Die Frau Königin Anna denkt wohl , sie hat Wort halten nicht mehr nöthig ; da der alte Marschall nicht mehr die Thore von Paris stürmen und ihre Frondeurs in die Flucht schlagen kann ! Nun , nun - wir wollen sehen lassen , wer ich bin ! Gehe Du indessen , mein Junge - ich stehe Dir dafür , Du wirst bald zurück gerufen . « Der Arzt und der Kaplan unterbrachen diesen väterlichen Erguß und nahmen Leonin die Gelegenheit zu jeder Erwiederung , selbst wenn er sie beabsichtigt hätte ; was wir indessen bezweifeln , da er , um den Marschall von seinen eisernen Ideen abzubringen , wenigstens die entschlossene Sicherheit seiner Mutter hätte haben müssen , die ihm um so mehr fehlte , da ein Meer der widerstrebendsten Gedanken und Gefühle in ihm nichts weniger aufkommen ließ , als einen festen und geordneten Zustand . - Zur drückendsten Bürde wurde es ihm dagegen , den langweilig scherzhaften Gesprächen längst verbrauchter Gedanken zuzuhören , mit denen diese , täglich nur auf sich selbst angewiesenen , Männer sich zu vergnügen glaubten . Doch würde der Marschall seine Entfernung , ehe er dazu das Zeichen gab , höchst übel genommen haben , und ihm blieb Nichts übrig , als äußerlich Geduld zu zeigen , während er innerlich fast vor Aufregung zu vergehen meinte . Endlich schlug der ersehnte Augenblick , und gleich darauf eilte seine Karosse zur Gräfin Grammont . Madame de Grammont kam durch die falsche Stellung , die Oberhofmeisterin einer geistreichen Prinzessin zu sein , in den Wahn , selbst für geistreich gelten zu müssen , und suchte durch leichte , humane und elegante Manieren die Herzogin von Bellefonds zu persifliren , deren steife spanische Grandezza über die kleinste Abweichung von der Regel den Bannfluch sprach . Sie war daher leicht zu jeder Stunde zugänglich , verbaute den Eintritt bei Madame nicht durch ihren eignen Willen und war stets in eine Wolke von Parfums gehüllt , mit Vögeln , Hunden und Kätzchen aller Rassen umgeben ; - übrigens aber die beste Frau der Erde . Sie nahm nicht allein Leonin ' s Besuch gnädig auf , sondern begab sich auch zugleich zu Madame , ihr die Bitte des jungen Grafen vorzutragen . Doch kam sie bald und mit sehr verlegener Miene zurück , indem sie eine völlig abschlägige Antwort zu bringen hatte , da die Prinzessin allein zu bleiben wünschte . Leonin fühlte sich hierdurch ganz aus dem Wege gedrängt , den er sich als den leichtesten und bequemsten gedacht hatte , und schlich , in tiefes , unruhiges Nachdenken versenkt , über die Galerien und Vorsäle zurück , völlig unsicher , was ihm jetzt zu thun obliege . Einen Augenblick trat er an die Brüstung einer offenen Galerie , die vor der Prinzessin Kabinet vorbeilief und in die Gärten niedersah , um , ehe er seinen Wagen bestieg , zu wissen , wohin er ihn richten sollte ; - da hörte er eine Flügelthür aufgehn , die unmittelbar in die Zimmerreihe von Madame führte , und der Marquis de Souvré eilte mit schnellen Schritten daraus hervor . » Souvré ! - Crecy ! « riefen Beide überrascht . » Also die Prinzessin war nicht allein ? « fuhr Leonin laut denkend heraus . - » Mich nur wollte sie nicht sehen ? « » Sie sind ja in vollkommen hypochondrischer Laune ! « lachte Souvré - » Was haben Sie denn ? Im Ernste , Sie sehn entsetzlich tragisch aus ; - ich erkenne den leichten , heitern Gesellschafter der Mademoiselle de Lesdiguères nicht wieder ! « » Lassen wir das , Marquis ! « rief Leonin - » Sagen Sie mir nur , ob Sie bei der Prinzessin waren , ob keine Möglichkeit ist , bei ihr Zutritt zu erlangen ? « » Nachdem Madame de Grammont mit ihrem Gesuche abgewiesen worden ist ? « fragte Souvré - » wo denken Sie hin ! Doch , lassen wir das - was gehen uns die Launen der Prinzessin an ! Wer sagt Ihnen , daß ich bei ihr war ? Das kann ja Alles von keinem Belange sein . « » Es ist wichtiger , als Sie denken , Souvré ! « erwiederte Leonin . » Ich muß morgen früh nach Ste . Roche abreisen ; der Prinzessin ,