. « Es lag Bitterkeit in seiner Miene , wie in dem Ton der Stimme . Darum hielt ich ihn auch nicht länger , als er mich ziemlich eilend verließ . Sie sehen , lieber Freund ! ich bin nicht glücklich in meinem Versuch gewesen . Ich fürchte auch , wir dürfen ihn nicht wiederholen , wenn wir uns nicht um alles Vertrauen bei Ihrem Neffen bringen wollen . Und ehrlich gesprochen , was hoffen Sie im Grunde Ihrer Seele ? Ich weiß nicht , die Zukunft kann mir bei Hugo niemals einfallen . Es ist , als wenn er keine hätte . Wenigstens suche ich den Faden vergebens , durch den sich Fortgang und Reife im Leben entwickeln . Sie wollen hier die Eigenthümlichkeit nicht berücksichtigt wissen . Nothwendig nennen Sie den Schritt , den die voreilige Störung wieder mit gesetzlicher Ordnung ausgleicht . Hugo sei Elisen ein Opfer schuldig . Er müsse sich durch sie vor der Welt herstellen . Lieber ! anders denkt der Mann , anders fühlt die Frau . Glauben Sie mir , Elise paßt noch weniger , als Emma für ihn ; und leicht könnte das zweite Aergerniß durch die Leidenschaftliche schlimmer werden , als das erste . Ich mag hierin irren . Doch lassen wir der Zeit ihren Lauf . Zudem ist für jetzt in der Sache um so weniger etwas zu thun , als ich Ihrem Neffen eine gewisse , geheimnißvolle Unruhe anfühle , die ich nicht zu erklären weiß . Elise ist es nicht , die ihn beschäftigt . Ueber sie scheint er in sich uneins . Er vermeidet , von ihr zu reden , vielleicht deutlich über sie zu denken . Wir könnten ihn wohl gar von ihr entfernen , indem wir Beide zu vereinen streben . Wenn ihm aber die augenscheinliche Unruhe nicht durch sie kommt , was hat er denn ? Sophie an Elise In diesem Augenblick erhalte ich Ihre Zeilen . Liebste , Beste ! wie schmerzt es mich , Sie um Aufschub Ihrer Herreise bitten zu müssen . Mein Gott ! Sie werden das fühlen . Ich kann nicht fürchten , daß Sie mich mißverstehen , ja , ich sollte es fordern dürfen , daß Sie mir ohne Weiteres vertrauten , wenn ich mir ' s abgewönne , Ihnen zu sagen , es sei jetzt kein Zeitpunkt für Ihre Anwesenheit bei mir . Doch , Sie würden nur forschen , grübeln , und sich quälen , also - die Oberhofmeisterin droht mit ihrer Ankunft . Sie will - ich weiß nicht was ? Ich kann ihren Brief nicht verstehen . Er ist dunkel , unruhig , schroff , wie sie selbst . Genug aber , sie will kommen , zu mir kommen ! In einem Auftrage , wie sie sagt . Es ist unmöglich , daß Sie beide hier zusammen treffen . Niemanden wird das mehr einleuchten , als Ihnen . Es wäre deshalb auch nicht ein Wort weiter über meine zurückweisende Antwort Ihres Briefes zu sagen , wäre dieser Brief nicht , wie er ist . Nein , in keinem Augenblick Ihres erschütterten Lebens haben Sie mir so ganz vernichtet , so fassungslos , so - lassen Sie mich ' s sagen , so herabgeworfen von Ihrer klaren Höhe , geschrieben . Ist es denn wahr , daß auch Ihnen der Muth sinkt , und die Schwungkraft des Geistes weniger dem Sturm als der entnervenden Schwüle erliegt . » Es reicht hin , das Maß voll und die Pflegerin unerträglich zu machen , « sagen Sie in einem Tone unwilliger Kraftlosigkeit , die mich erschreckt . Liebe ! Gute ! wo sind Sie hingerathen mit Ihrem Geschick , mit sich , mit den nächsten Freunden ? Die Tante meinen Sie , und Curd und Hugo . Sie deuten Alles nur leise an , aber es läßt sich errathen , was die einfache , redliche Verwandte wünscht , was der beschränkte Sohn möchte - doch Hugo ? - Nur er hat Sie wohl so ganz aus dem Gleichgewicht gerissen . Mit den beiden Andern , dächte ich , würden Sie leicht fertig . Wenn er aber ! - Was wollen Sie denn hier , Elise ? Sind Sie nicht einig mit dem Freunde , so sind Sie es noch weniger mit sich . Leicht möchte dann der unerwünschte Aufschub ein Gewinn sein . Betrachten Sie es so . Befreien Sie die befangene Seele von den Banden des Augenblicks . Sehen Sie über diesen weg . Sammlen Sie , o sammlen Sie den lieben , hellen , schönen Geist , senken Sie ihn nur einmal in den heiligen Quell zurück , von dem er ein armes , kleines Tröpfchen ist , das so oft der Erneuerung bedarf . Meine beste Elise ! ich sage Ihnen nichts mehr , kein Wort , aber heiße Thränen kosten Sie mich ! Mußte denn die heitere Jugend so frühe altern ? Antwort Zu spät ! Ihr Brief trifft mich hier in * * * wo er mit mehrern andern gemachten Vorkehrungen zufolge , auf der Post meiner Abholung wartete . Umkehren ? jetzt noch ? hier ? Ich kann es unmöglich ! Würden Sie es können ? würden Sie ? Denken Sie doch nur , so nahe bei ihm , so nahe bei Georg ! Nein , unmöglich ! unmöglich ! Daß ich Ihre Gastfreundschaft unter solchen Umständen nicht in Anspruch nehmen werde , versteht sich von selbst . Aber wohin sonst ? Ich sitze hier und sitze - Nein , ich sitze nicht einen Augenblick auf einer Stelle . Das Blut kocht mir in den Adern , mein Herz schlägt ungestüm . Ich laufe im Zimmer umher . Gedanken habe ich nicht . Gefühle ! unaussprechlich beglückende , unaussprechlich ängstigende . Man fragte mich , wohin ich die Postpferde wolle ? Ja , wohin ? Sagen Sie doch , Sophie ! wohin ? Ich weiß wahrhaftig - - - - - Abends . Hier bin ich , gute , liebe