möglich wurde , aus dem Hause zu entfliehen , ohne mir und Friedrich , der mir vorleuchtete , zu begegnen ! Den alten Georg fanden wir im tiefen unnatürlichen Schlaf , aber wo ist Nanny ? « - » Weh mir , « lispelte Julia , » weh mir , daß sie krank war und ich sie fortschicken mußte . « » Vielleicht , « sprach die Benzon , » vielleicht kann ich ihr Arzt sein « , und stieß rasch die Türe des Nebenzimmers auf . Da stand die kranke Nanny völlig angekleidet ; sie hatte gelauscht und sank nun vor Schreck und Furcht nieder , der Benzon zu Füßen . Wenige Fragen der Benzon reichten hin , um zu erfahren , daß der Prinz durch den alten , für so treu gehaltenen Kastellan - ( M. f. f. ) - mußt ' ich erfahren ! - Muzius , mein treuer Freund , mein herziger Bruder war an den Folgen der bösen Verwundung am Hinterbeine Todes verblichen . - Die Trauerpost traf mich sehr hart , nun erst fühlte ich , was mir Muzius gewesen ! - In künftiger Nacht sollte , wie mir Puff sagte , in dem Keller desselben Hauses , wo der Meister wohnte , und wo man die Leiche hingeschafft , die Totenfeier gehalten werden . Ich versprach , mich nicht allein zu gehöriger Zeit einzufinden , sondern auch für Speise und Trank zu sorgen , damit nach alter edler Sitte auch das Trauermahl gehalten werden könne . Ich besorgte dies auch wirklich , indem ich den Tag über nach und nach meinen reichlichen Vorrat an Fischen , Hühnerknochen und Gemüse hinabtrug . - Für Leser , die alles gern auf das genaueste erklärt haben und daher auch wohl wissen möchten , wie ich es angefangen , das Getränk hinab zu transportieren , bemerke ich , daß ohne weiteres Mühen mir eine freundliche Hausmagd dazu verhalf . Die Hausmagd , welche ich gar oft im Keller zu treffen und auch wohl in ihrer Küche zu besuchen pflegte , schien meinem Geschlecht und insonderheit mir ganz vorzüglich gewogen , so daß wir uns nie sahen , ohne auf anmutige Weise miteinander zu spielen . Sie reichte mir manchen Bissen , der eigentlich schlechter war , als wie ich ihn von meinem Meister empfing , den ich aber doch verzehrte und dabei tat , als wenn er mir ganz vorzüglich schmeckte , aus purer Galanterie . So was rührt wohl das Herz einer Hausmagd , und sie tat , worauf es eigentlich abgesehen war . Ich sprang ihr nämlich auf den Schoß , und sie kratzte mir so lieblich Kopf und Ohren , daß ich ganz Wonne und Seligkeit war und an die Hand mich gar sehr gewöhnte , die » Wachtags ihren Besen führt und Sonntags denn am besten karessiert ! « - An diese freundliche Person wandte ich mich nun in dem Augenblick , als sie aus dem Keller , in dem ich mich gerade befand , einen großen Topf voll süßer Milch herauftragen wollte , und äußerte auf ihr verständliche Weise den lebhaften Wunsch , die Milch für mich zu behalten . » Närrischer Murr , « sprach das Mädchen , die ebensogut wie alle übrigen Leute im Hause , ja wie die ganze Nachbarschaft meinen Namen wußte , » närrischer Murr , du willst gewiß die Milch nicht für dich allein , du willst gewiß traktieren ! Nun , behalt nur die Milch , kleiner Graukittel , ich muß oben schon für andere sorgen ! « Damit setzte sie den Topf mit Milch auf den Boden nieder , streichelte mir , der ich in den zierlichsten Purzelbäumen meine Freude und meinen Dank zu erkennen gab , noch was weniges den Rücken und stieg denn die Kellertreppe hinauf . - Merke dir , o Katerjüngling , hiebei , daß die Bekanntschaft , ja ein gewisses sentimentell gemütliches Verhältnis mit einer freundlichen Köchin für junge Leute unseres Standes und Geschlechts ebenso angenehm ist als ersprießlich . Um die Mitternachtsstunde begab ich mich hinab in den Keller . Trauriger , herzzerreißender Anblick ! Da lag in der Mitte auf einem Katafalk , der freilich , dem einfachen Sinn , den der Verstorbene stets in sich trug , gemäß , nur in einem Bündel Stroh bestand , die Leiche des teuern geliebten Freundes ! - Alle Kater waren schon versammelt , wir drückten uns , keines Wortes mächtig , die Pfoten , setzten uns , heiße Tränen in den Augen , in einen Kreis rings um den Katafalk umher und stimmten einen Klagegesang an , dessen die Brust durchschneidende Töne furchtbar in den Kellergewölben widerhallten . Es war der trostloseste , entsetzlichste Jammer , der jemals gehört worden , kein menschliches Organ vermag ihn herauszubringen . Nachdem der Gesang geendet , trat ein sehr hübscher , anständig in Weiß und Schwarz gekleideter Jüngling aus dem Kreise , stellte sich an das Kopfende der Leiche und hielt nachfolgende Standrede , welche er mir , unerachtet er sie aus dem Stegreif gesprochen , schriftlich mitteilte . TRAUERREDE am Grabe des zu früh verblichenen Katers Muzius , der Phil . und Gesch . Befliss . , gehalten von seinem treuen Freunde und Bruder , dem Kater Hinzmann , der Poes . und Bereds . Befliss . » Teure in Betrübnis versammelte Brüder ! Wackre hochherzige Bursche ! Was ist der Kater ! - ein gebrechliches vergängliches Ding , wie alles , was geboren auf Erden ! - Ist es wahr , was die berühmtesten Ärzte und Physiologen behaupten , daß der Tod , dem alle Kreatur unterworfen , hauptsächlich in dem gänzlichen Aufhören alles Atmens bestehe , o , so ist unser biedere Freund , unser wackere Bruder , dieser treue tapfere Genosse in Freud und Leid , o , so ist unser edle Muzius gewiß tot ! - Seht , da liegt der Edle auf dem kalten Stroh und hat alle Viere von sich gestreckt ! - Nicht der