wie du hörst , nur aus Mißtrauen und Schuldbewußtsein entstanden . « » Und aus dem unseligen Schleichhandel . Oh , nehmet eine Lehre für euch , wenn ihr auch diesmal noch ungeschlagen durchkommt ! « » Gar nicht so ungeschlagen « , sagte Jos etwas bitter . » Auch mir und meinen Freunden ist hier der letzte Sparpfennig , alles zugrunde gegangen . « » Dann « , sagte Dorothee noch beinahe fröhlich , » hat euch doch auf euerm Weg nur ein ersetzbarer Schaden getroffen . Ihr seht nun , wie es noch gar zum Verbrechen führt , wenn man aus Gesetz und Ordnung heraustritt und nur an sich selber denkt . « Jos aber konnte seinen Verlust nicht so leicht verschmerzen . » Unseliges Mißtrauen ! « rief er . » Es wär ' nie so weit gekommen , wenn auch der Krämer gemeinschaftliche Sache mit uns gemacht hätte . Aber der wollte den Hansjörg wegwerfen , drum hat er dann sich so vor ihm und dem Grenzjäger gefürchtet , als die beiden kamen , um mich zu einem Schoppen einzuladen . Ja , du hast wohl recht . Diese Stunde ist ernsthaft und lehrreich für Arme und Reiche , die einander im Kriege gegenseitig furchtbar werden . « » Und du versprichst mir nun wohl , in Zukunft bei fleißiger , friedlicher Arbeit dein Heil zu suchen ? « » Nicht nur ich « , antwortete Jos , » wir alle sollten den Vorsatz mit heimnehmen , uns gegenseitig das Leben so zu gestalten , daß jeder mit der bestehenden Ordnung zufrieden wär ' und keiner auf Abwege getrieben würde , weder Arm noch Reich . Wenn man das tät , so wär ' s noch mehr als nur so ein Haus wert . « » Nun , so mach ' den Anfang ! « bat das Mädchen lächelnd . » Versprich mir , in dieser Weise das Deine zu tun ! « Sie reichten sich die Hände und wechselten einen herzlichen Druck . Dann drehte sich jedes auf eine andere Seite und hatte mit dem Verwundeten zu tun oder dafür zu sorgen , daß er so schnell als möglich irgendwo untergebracht werde . Sie hätten viel nicht genommen , wenn ihr Gespräch von jemand auch nur gesehen worden wäre . Wie sind die Leute ! Ihr Urteil ist sehr streng , und man verargt es einem , in solchen Augenblicken an sich selber zu denken , obwohl es fast jeder tut . Nun aber bemühten sie sich auch desto mehr um den Verwundeten , welcher mit Hilfe noch einiger Herbeigerufener in das nicht gar zu fern stehende Häuschen der Schnepfauerin gebracht wurde . Nun glaubte Jos den Andreas in guten Händen . Er eilte wieder fort , den Doktor zu holen , und kam gerade recht an dem brennenden Hause vorüber , um Angelika noch geschwind Auskunft auf ihre Fragen über das Befinden des unglücklichen Gatten zu geben . » Er lebt , ist aber bewußtlos und scheint mir am Kopfe sehr bös von etwas getroffen « , sagte Jos kurz und machte sich , ohne noch auf weitere Fragen zu hören , wieder fort . » Und mein Vater ? « jammerte Angelika . » Tröst ' ihn Gott im ewigen Leben ! « riefen mehrere , die kein anderes Trostwort für die Unglückliche fanden . » Hat er denn so aus der Welt gehen müssen ? So schnell und unvermutet , sogar ohne Beicht ' ... ! « » Er hat gebeichtet « , sagten einige , die dann aber erschraken , daß sie an sein schreckliches Geständnis erinnerten , und sich so schnell als möglich aus der Nähe der Unglücklichen machten , um nicht noch genauere Auskunft geben zu müssen . Man redete wieder vom Niederreißen des Hauses , aber die Nachbarn , welche nach dem Dafürhalten aller die Sache doch weitaus am allermeisten anging , wollten durchaus nichts davon wissen . Seit der Sturm aufgehört habe , sei keine Gefahr mehr vorhanden , und auf der anderen Seite wär ' s doch noch möglich , daß der Krämer lebte . Im Grunde glaubten das nur wenige , aber man schwieg , weil man Angelika nicht um die letzte Hoffnung bringen wollte . Sie stand auf dem alten Platze wie angebannt , während der glänzende Strahl aus der nun endlich angekommenen Spritze mitten in die zischenden Flammen fuhr . Tränenlosen Auges starrte sie in die Glut , nur wenn wieder etwas am Hause zusammenstürzte , fuhr sie auf , wie wenn sie selbst getroffen zu werden fürchtete , sonst aber schien sie nichts , nicht einmal das Weinen des ermüdet neben ihr in den Schnee gesunkenen Kindes zu bemerken . Erst als Jos mit dem Doktor zurückkam , rief sie : » Der Vater ist als Retter in guter Absicht gestorben . Gott sei ihm gnädig ! « Dann hob sie das zitternde Kind auf den Arm , küßte es und folgte den beiden zum Gatten ins Häuschen der Schnepfauerin . Mit immer besserem Erfolg arbeiteten Löschmannschaften und Spritze , da bald schon die letzten Dachbalken brachen und in den Gluthaufen stürzten , dem nun auch mit Schnee , welchen man von allen Seiten auf Schlitten herbeiführte , ganz vortrefflich beizukommen war . Schon um zwölf Uhr wurden zwanzig Mann als Wache gewählt , damit die anderen heimgehen und sich zur Ruhe begeben könnten . » Aber ihr Leute ! « rief Hans , und alles drehte sich , um zu hören , was denn der so vielen zu sagen wage . » Uns allen « , fuhr er fort , » ist ernsthaft zumut , und es ist natürlich , denn wir verlassen ein Grab . Beten wir noch die üblichen fünf Vaterunser ! « Und alle knieten um den Gluthaufen herum und beteten laut und mit einer Andacht , wie sie sonst sogar in der Kirche selten war . Nachher wurde überall von dem traurigen Ereignisse geredet . Den Krämer