, und ich werde nächstens auch anfangen , ihn zu ' assen . Unterdessen rollte der Wagen durch das kleinere Thor dem Waldweg zu , der um den Wall herum in den Buchwald führte , welcher sich von hier bis den Strand zog , und den man passiren mußte , wenn man von Grenwitz nach Cona , dem Stammgut der Oldenburger , wollte . Es war eine köstliche Fahrt in den hohen , kühlen Buchenhallen , wo durch die dichten grünen Baumkronen der blaue Himmel leuchtete , und links , wenn zwischen den mächtigen Stämmen das Unterholz weniger üppig wucherte , von Zeit zu Zeit das blaue Meer herüberblitzte , im Anfang selten und nur auf Augenblicke , dann , je näher sie dem Saum des Waldes kamen , öfter und länger , bis es plötzlich bei dem Ausgang des Waldes da lag , blau und unermeßlich , blitzend im prächtigen Sonnenschein . Der Weg führte auf der Höhe des Ufers hin , manchmal sich so dem Rande nähernd , daß man das Branden der Wogen zwischen den großen Steinen des Strandes deutlich vernahm , dann wieder auf weitere Entfernungen zurückweichend . Rechts streifte das Auge über ungeheure Kornbreiten , die den Rücken des Plateaus bedeckten . Die langen kräftigen Halme bogen sich unter der Last der Aehren , und wehten hinüber und herüber vor dem lauen Wind , der von dem Meere über sie dahinfuhr . Hier und da flatterte eine Lerche , deren Nest allzudicht am Wege war , empor und stieg singend in den blauen Himmel . Dann senkte sich der Weg in ein muldenförmiges Thal , durch das ein ziemlich bedeutender Bach , der Abfluß des Faschwitzer Moores , dem Meere zueilte . An dem Bach entlang und bis hart an ' s Meer lag ein Dorf , das von Fischern bewohnt wurde , die dem Baron Grenwitz zinspflichtig waren . Der Wagen mußte das Dorf passiren , das mit seinen kleinen sauberen Häuschen und den kleinen mit Muscheln eingefaßten Gärtchen vor den Thüren einen freundlichen Eindruck machte . Vor der Thür eines der größeren Häuser , das sich durch ein Schild , auf welchem ein Schiff mit vollen Segeln durch grasgrüne schaumgekrönte Wogen fuhr , als Wirthshaus ankündigte , hielt ein Reiter auf einem wundervollen braunen Vollblutpferde . Er trug einen langen Ueberrock , und Oswald konnte das Gesicht nicht sehen , da der Reiter sich eben niederbeugte , ein Glas Branntwein entgegenzunehmen , das eine blauäugige , blonde Schifferdirne mit einem allerliebsten Stumpfnäschen ihm präsentirte . Das Pferd ist unter Brüdern seine zweihundert Louisd ' or werth , sagte der Kutscher , welcher ein Kenner war . Wer ist der Herr ? fragte Oswald . Weiß nicht , ich konnte sein Gesicht nicht sehen . Hinter dem Fischerdorfe stieg der Weg ziemlich schnell zu einer bedeutenderen Höhe , als von welcher er auf jener Seite herabgesunken war . Auch nahm die Landschaft hier einen anderen Charakter an . Das Terrain war weniger eben ; statt des gelben nickenden Kornes bedeckte braunes Haidekraut den Boden , der hier und da auf große Strecken eine mit kleinen und großen Steinen und graugrünem kurzen Grase bedeckte Wüste war . Auch die Luft schien weniger warm , und man hörte , da sich der Weg näher am Rande des hohen steilen Ufers hinzog , deutlicher das Brausen des Meeres . Ein Seeadler zog oben in der hellen Luft seine Kreise , einigemal schwebte sein schwarzer Schatten über den sonnebeschienenen , steinigen Weg . Ist es noch weit bis Cona ? fragte Oswald . Der Hof liegt dort hinaus , sagte der Kutscher , mit dem Peitschenstiel rechts über die Haide deutend ; Sie können ihn von hier aus nicht sehen . Ich fahre den Herrn Doctor nach dem Schweizerhäuschen . Und wo liegt das ? Gerade vor uns , in den Tannen . Ein Waldweg von hohen Tannen krönte den höchsten Punkt des Ufers , zu dem jetzt der Weg , der immer steiler und steiniger wurde , ziemlich rasch hinaufführte . Als Oswald sich , um die zurückgelegte Strecke zu überschauen , im Wagen umwandte , erblickte er in einiger Entfernung den Reiter , der vorhin vor dem Wirthshause gehalten hatte . Er ritt mit derselben Geschwindigkeit , in welcher der Wagen fuhr , und als dieser zufällig hielt , weil eine Schnalle an dem Riemzeug aufgegangen war , hielt er ebenfalls sein Pferd an , so lange , bis das Fuhrwerk sich wieder in Bewegung setzte . Oswald , dem dies Benehmen aufgefallen war , bat den Kutscher , nach einigen Minuten abermals zu halten . Er wandte sich um : der Reiter hielt ebenfalls . Er ließ das Manöver noch ein paar Mal wiederholen , stets mit demselben Erfolg . Das ist doch sonderbar , sagte Oswald . Ja , sagte der Kutscher ; ich weiß auch nicht , was das zu bedeuten hat . In diesem Augenblick verließ der Reiter den Weg und trabte quer über die Haide nach der Richtung fort , in welcher , wie der Kutscher sagte , hinter dem Kamm des Plateaus der Gutshof von Cona lag . Der Wagen hatte jetzt die Tannen erreicht , die so dicht standen , daß man vom Meere nichts mehr sehen und nur noch sein Brausen hören konnte , das sich mit dem Wehen des Windes in den hohen Bäumen vermischte . Dann blitzte es bei einer Wendung des Weges wieder auf und vor ihnen , auf einem freien nach dem Meere zu offenen Platze lag ein aus Holz im Schweizerstyl aufgeführtes Haus , Oldenburg ' s Sommerwohnung . Dreiunddreißigstes Capitel Als der Wagen auf dem von hohen Bäumen umragten und mit braunen Nadeln wie mit einem Teppich überdeckten Platze vor der Thür hielt , erschien Oldenburg oben auf der Gallerie , welche die zwei Stockwerke trennte und sich um das ganze Haus zog , und grüßte freundlich hinab . Im nächsten Augenblick war er an der Thür und schüttelte Oswald mit Herzlichkeit