garantiere , wir wollen nie klagen . Das habe ich doch gedacht , daß Ihre guten Herzen nicht zwei Leute unglücklich machen werden . Kommt , Elise , laßt uns den teuren Eltern danken für unser Glück , danken , daß sie uns mehr geglaubt als bösen Leuten . « Bei der Hand faßte er Elisi und zog sie zu den Eltern und fiel darauf der Mutter um den Hals und küßte sie . Ihrer Lebelang hätte es ihr niemand so unerchannt gemacht , sagte sie später . Dann fiel er dem Joggeli um den Hals , daß der den Husten bekam fast zum Ersticken . Ds Elisi hätte eigentlich auch um den Hals fallen sollen , aber es hatte eben ein Stück Züpfen in der Hand , die wäre ihm brosmet . Es fand daher vernünftiger , ruhig zu bleiben und seine Züpfe zu essen . Als aber der Baumwollenhändler mit den Eltern fertig war , riß er in seinem mannlichen Ungestüm die Tochter an seine hochschlagende Brust , achtete sich aber der Züpfe zu wenig ; die kam ins Gedränge , so daß Elisi schreien mußte : » Herr Jeses , my Züpfe , Ihr vrdrücket mr se ganz ; wartet doch , bis ih se weggleit ha ! « Der Baumwollenhändler tat sehr glücklich , konnte nicht aufhören , von Einem zum Andern zu gehen , die Hände zu drücken und zu sagen , er könne Gott im Himmel nicht genug danken für sein Glück ; es sei der schönste Tag seines Lebens , und der müsse würdig gefeiert sein . Darauf ging er hinaus zu seiner Chaise . Es möge nun gehen , wie es wolle , sagte die Mutter mit einem Seufzer , jedenfalls habe er ein gutes Herz und Religion . Das sei aber die Hauptsache , was man mehr wolle ? Er kam zurück mit Flaschen und sagte : Sie hätten letzthin von Wein geredet ; er habe gedacht , er wolle ihnen einige Muster mitbringen , sie müßten auch wissen , was Wein sei . Da er das Glück haben sollte , seine liebe Elise zu erhalten , so zieme es sich nicht , an einem solchen Tag gemeinen Wein zu trinken . Solchen Wein trinke man nicht alle Tage ; ihnen aber könnte er ihn liefern um einen Spott , wenn er schon nicht Weinhändler sei . Aber wenn man viel in der Welt herumkomme und die Augen mitten im Kopf habe , so wisse man bald , wo man die besten Sachen am wohlfeilsten bekommen könne . So habe er gerade die schönsten Geschäfte gemacht . Auch hatte er ein prächtiges Stück Seidenzeug mitgebracht von aschgrauer Farbe , wie Elisi noch keines gesehen und Trinette keins hatte . Solches , sagte er , würden sie in Bern und Zürich umsonst suchen . Ein guter Freund hätte es direkt von Lyon gebracht und aus Freundschaft es ihm abgelassen . Nun waren alle glücklich , und bei dem guten Wein und schönen Seidenzeug wurde man nach und nach recht gemütlich und heimelig miteinander , daß die Mutter dachte , es wäre doch lätz gegangen , wenn man ihm das Elisi nicht gegeben hätte . » Was habt ihr für wunderliche Leute im Hause ? « fragte unter anderem der heimelig gewordene Bräutigam . » Als ich das letztemal fortwollte , ging ich in die Küche und wollte dem hübschen Meitli , wo uns aufgewartet hat , ein Trinkgeld geben , wie es der Brauch ist ; das kehrte mir den Rücken und sagte , es brauche kein Geld . « » Das wird Vreneli gewesen sein , « sagte die Mutter . » Es ist eigentlich nicht Magd , wir haben es dr Gottswille zu uns genommen . Es ist uns eigentlich von weitem verwandt und hat niemand gehabt , der sich seiner angenommen . « » Jä so , « sagte der Baumwollenhändler , » dann ists mir leid , wenn ich es beleidigt habe , ich muß es suchen gut zu machen . « Das sei nicht nötig , sagte ds Elisi ; am besten täte er , es nicht immer so anzusehen , es könnte sonst meinen , was das zu bedeuten hätte . Es sei ohnehin ein anlässig Mensch . Das könne man just nicht sagen , sagte die Mutter . » Aber wer war denn der große , schöne Bursche , « durchschnitt der sprachgewandte Herr das unangenehm werdende Gespräch , » der mein Roß zäumte ? Der hat mirs noch ärger gemacht . Der hat mir gar keine Antwort gegeben , aber den Zehnbätzler mir vor die Füße geworfen , so daß ich darauf und daran gewesen bin , ihm eine Ohrfeige zu geben , wenn ich meine Hand an einem Knecht hätte beschmutzen mögen . « Es sei besser , er habe das nicht getan , sagte Joggeli . Das werde Uli gewesen sein , der Meisterknecht , ein guter Knecht , aber längs Stück ein Kolder , mit dem nichts anzufangen sei . So einen würde er doch nicht haben , sagte der Händler . Er sei so bös nicht , sagte die Mutter . Und für das Land und das Vieh sei er bsunderbar gut , sie hätten noch Keinen so gehabt und so einen wüßten sie nicht mehr zu bekommen . Das müßte bös sein , sagte der Bräutigam . Wenn sie ihm den Auftrag geben wollten , so wolle er ihnen einen prokurieren um einen billigen Lohn , wo sie dann wüßten , daß sie einen Knecht hätten . Diesmal schnitt die Mutter das Gespräch ab und kam auf etwas anderes . Endlich begann der Bräutigam davon zu reden , noch heute das Hochzeit angeben zu wollen zu Üfligen . Die Mutter schlug über diese Eile die Hände über dem Kopf zusammen , Joggeli schüttelte den Kopf und sagte : Das Pressier gefalle ihm nicht . Elisi sagte , das Wetter sei sehr strub , sie möchte warten bis morgen .