aus und lassen Sie uns frühstücken . - Ich werde bei meiner Mutter absagen lassen , und wir wollen uns ein Paar Stunden angehören . « Bald war Alles nach seinem Willen eingeleitet , und Leonin behielt Zeit , sich zu sammeln , Lesüeur , seine mißtranische Empfindlichkeit zu überwältigen , wobei Leonin die außerordentliche Veränderung des sichtlich dem Grabe nahen Künstlers beobachtete . » Nicht wahr , mein Ste . Roche ist schön ? « rief Leonin , endlich die träge Mittheilung Lesüeur ' s überholend - » Und es war keine üble Idee , Sie dahin zu verweisen ? « - » Weiß Gott , eine Idee , für die zu danken , mein Leben zu kurz sein wird ; - der schönste Schwanengesang eines sterbenden Künstlers unter den Flügeln eines irdischen Engels ! - Ja , « fuhr er fort , » Lesüeur , der sterbende Lesüeur darf es gestehen , sein letztes Bild wird sein bestes sein - ich habe Ihre Gemahlin , Herr Graf , « sprach er leise und vor Bewegung zitternd , » zwei Mal gemalt ; denn ich wußte nicht , wie ich in einem Bilde diese Fülle von Liebreiz fassen sollte . - Hundert Bilder hätte ich nach ihr malen wollen - Alle sie selbst - Alle eine neue Seite dieses reichen , göttlichen Weibes entwickelnd ! « » Lesüeur , « rief Leonin mit dem Lachen der schon erlernten flachen Gesellschafsweise , » machen Sie mich nicht eifersüchtig ! Ich glaube , Sie sind verliebt - Ihr Herz hat Ihre Hand geführt ! « Lesüeur sandte aus seinen großen sterbenden Augen einen Blick auf Leonin , von dem er getroffen , die seinigen zu Boden schlug . - » Ha , « rief er dann , » wehe dem Künstler , der es anders macht ! - Wehe dem , der dies heilige Feuer mißdeuten kann und es mit der eiteln Bedeutung beleidigt , welche ihm die große Welt beilegt . Ha , Herr Graf , « fuhr er beinahe heftig fort - » wissen Sie noch , wie die heilige Atmosphäre Ihrer Gemahlin eine Begeisterung einflöst , welche unabhängig macht von allen thörichten Wünschen dieser Erde ? Wissen Sie es noch , wie sie uns von allen Fehlern reinigt , die uns die Welt anerzieht ? Wissen Sie es noch , wie wir vor ihr Alles vergessen möchten , was wir gethan , gewollt und bis dahin für das Rechte oder Erlaubte hielten ; - und wie wir ein neues Leben beginnen , um es zu verdienen , wenn sie uns ihre heilige Unschuldswelt aufthut ? « Leonin wußte es nicht mehr , oder es lag doch zurückgedrängt , eingeschlummert in ihm . Wie ein Gerichteter sank er in seinen Stuhl zurück , während Lesüeur in steigender Bewegung fortfuhr : » ich war krank , sterbend - von ihrem Bilde eilte ich zum Krankenlager ! Da hat sie mich gepflegt - hören Sie , mein Herr , nicht diesen elenden , dem Tode verfallenen Leib hat sie bloß gepflegt - meine Seele hat sie geheilt , die , kränker als mein Körper , zum Mörder an ihm ward ! Wenn ich jetzt den Weg in das Jenseits finde , wenn Friede und Ruhe mein letztes Lager umgeben - dann werde ich es ihr danken , die alle meine Irrthümer so lange verfolgte , bis sie besiegt zu ihren Füßen lagen . Ich werde sie sehen , bis mein Auge bricht , wie sie mit dem Heiligenscheine ihrer Begeisterung an meinem Lager betete , als sie mich für sterbend hielt ; - ich werde dies Gebet auf meinen Lippen tragen , wenn ich ende , und es wird die Brücke sein , die mich hinüber führt ! Und dies that sie , « fuhr er fast weinend fort , als Leonin sein Gesicht in tiefster Bewegung verhüllte , » obgleich ihr eigner Zustand Schonung , Sorgfalt verlangte , die wol keine Frau in solcher Lage sich versagt . « » Was meint Ihr , Lesüeur ? « rief Leonin und sprang todtenbleich von seinem Stuhle auf , ihn mit fieberhafter Bewegung ergreifend . » Was fehlt Fennimor - warum bedarf sie der Schonung - was ist ihr geschehen ? « » Wie ! « rief Lesüeur , » so fragen Sie mich ? Sie wissen nicht , was Fennimor geschah ? - O , gehen Sie hin , gehen Sie hin , so schnell Sie können ! Hat sie es Ihnen verschwiegen , so sollen Sie mit dem heiligen Glücke überrascht werden , das sie Ihnen aufhebt ! « » Lesüeur , « stammelte Leonin , » sagt , sprecht es aus ! Fennimor ! « Er konnte seiner Ahnung keine Worte geben . » Fennimor , « sprach Lesüeur , » wird Mutter werden ! « Laut weinend stürzte Leonin bei diesen Worten in Lesüeur ' s Arme . Die Rinde um sein verlocktes Herz war gesprungen - er war wieder Mensch - Fennimor ' s Gatte , die Natur hatte ihren mächtigen Ruf nicht umsonst ertönen lassen . » Nun dem Himmel sei Dank , Emmy Gray hat nicht Recht ! « rief Lesüeur - » Er liebt sie noch , er wird sie ehren und erheben , wie es sich gebührt ! - Doch eilen Sie ! Noch hält sie fest am Glauben , und das Glück , das sie , mit kindlichem Erstaunen wie die heilige Jungfrau , selbst in sich trägt , erhält sie in seliger Verklärung . - Emmy Gray sagte mir , in den nächsten Monat müsse die entscheidende Stunde fallen . « » Lesüeur , mein Freund ! mein Wohlthäter ! - Fennimor , mein geheiligtes , unschuldiges Weib ! - Morgen , morgen will ich fort ! « Außer sich , rief Leonin seinen vertrauten Kammerdiener ; augenblicklich gab er die Befehle zur Abreise ; am andern Morgen wollte er fort . Er ließ sich bei seinem Vater melden - er