. Glück zu junger Herr , doch will ich dir raten , mehr rechts zu halten als links , dann kann es dir nie fehlen auf Erden , und wärst du so eifersüchtig als ein Türke . Sieh , sieh , da kommt ja der Rechte ; sieh , wie seine breite kurze Gestalt sich wunderlich ausnimmt unter den Frauenzimmern . Und wie er sich stattlich angetan hat ! Den verschossenen grünen Mantel trug er schon Anno eilf , auf Unserer Hochzeit mit Frau Sabina Lobesan . « » Kann mich nicht viel mit dem Anzug befassen « , erwiderte der tapfere Ritter von Schweinsberg , der die letzten Worte noch gehört hatte ; » auch mit dem Tanzen will es nicht recht gehen , Ihr werdet mich entschuldigen ; will aber heute abend im Ritterspiel der neue Eheherr eine Lanze mit mir brechen , so - « » So willst du ihm aus lauter Zärtlichkeit und Höflichkeit ein paar Rippen einstoßen ! « lachte der Herzog ; » das heiße ich einen Bräutigamsgesellen von echter Art. Nein , da rate ich dir , Georg , dich lieber links zu halten , der Ulmer wird dir nicht wehe tun « Die Flügeltüren öffneten sich jetzt , und man sah auf der breiten Galerie das Hofgesinde des Herzogs in Ordnung aufgestellt . An diese schlossen sich die Edelknaben an , welche brennende Kerzen trugen ; dann folgte der glänzende Zug der Fräulein und Edelfrauen , die sich zu diesem Feste eingefunden hatten . Sie waren in reiche , mit Gold und Silber durchwirkte Stoffe gekleidet , und jede hatte einen Blumenstrauß und eine Zitrone in der Hand . Die Braut wurde von Georg von Hewen und Reinhardt von Gemmingen geführt . Viele Ritter und Edelleute schlossen sich an diese an , in ihrer Mitte ging Georg von Sturmfeder ; Marx Stumpf zu seiner Rechten , der Ratsschreiber Dieterich Kraft zu seiner Linken . Sein ganzes Wesen schien von einer würdigen Freude gehoben , seine Augen blinkten freudig , sein Gang war der Gang eines Siegers . Er ragte mit dem wallenden Haar , mit den wehenden Federn des Baretts weit über seine Gesellen hervor . Die Leute betrachteten ihn staunend , die Männer lobten laut seine hohe , männliche Gestalt , seine edle Haltung , aber die Mädchen flüsterten leise und priesen seine schönen Züge und das freie , glänzende Auge . So ging der Zug aus dem Tore des Schlosses nach der Kirche , die nur durch einen breiten Platz von ihm getrennt war . Kopf an Kopf standen die schönen Mädchen und die redseligen Frauen , sie musterten die Anzüge der Fräulein , strengten die Blicke an , als die schöne Braut vorbeiging , und waren voll Lobes über den Bräutigam . Unter den zahlreichen Zuschauern sah man auch eine rüstige , runde Bauersfrau mit ihrem Töchterlein stehen . Diese Frau verneigte sich immerwährend zu großer Belustigung der Städtler umher , die nur der Braut und dem Herzog diese Aufmerksamkeit bewiesen . Sie unterhielt sich dabei eifrig mit ihrer Tochter . Das schöne Kind an ihrer Seite schien aber wenig auf ihre Reden zu achten ; sie übersah den glänzenden Zug der Fräulein , ihre hellen Augen waren nur immer auf die nahende Braut gerichtet . Je näher diese kam , desto röter färbten sich die Wangen des Mädchens , das rote Mieder hob und senkte sich ungestüm , und das pochende Herz schien die silbernen Ketten , womit es eingeschnürt war , zersprengen zu wollen . Sie sah Marien fest und durchdringend an , die hohe Schönheit der jungen Braut schien sie zu überraschen , ein wehmütiges Lächeln zuckte um ihren kleinen Mund : » Sie ist ' s ! « rief sie unwillkürlich aus , und verbarg dann schnell ihr Gesicht hinter dem Rücken ihrer Mutter , denn die Umstehenden sahen verwundert nach ihr hin . » Jo , dia ist ' s , Bärbele ! dia ist grausig schö ! « flüsterte die runde Frau , und neigte sich tief . » Jetzt wellet mer uf da Junker bassa . « Das Mädchen schien diesen Rat nicht erst zu bedürfen , denn sie blickte längst hinüber nach jener Seite , woher er kommen mußte . » Er kommt , er kommt « , hörte sie ihre Nachbarn flüstern , » der ist ' s in dem weißen Kleid , mit dem blauen Mantel , er geht gerade vor dem Herzog . « Sie sah ihn , nur einen Blick warf sie nach ihm hin , und wagte dann nicht mehr aufzublicken ; die tiefe Röte ihrer Wangen verschwand , als er vorüberging , sie zitterte , eine Träne fiel herab auf das rote Mieder ; - jetzt war er vorüber , jetzt hob sie das Köpfchen wieder ein wenig auf , und sandte ihm einen Blick nach , der mehr auszudrücken schien , als die reine Bewunderung oder das Staunen der Neugierde . Als der Zug vorüber war , drängten sich die Zuschauer mit Ungestüm zu den Kirchtüren , und in einem Augenblick war der Platz , der noch kurz zuvor den Anblick einer bunten wogenden Menge dargeboten hatte , wie ausgestorben . Die runde Frau blickte noch immer staunend den schönen geputzten Stadtjungfern nach , welche mit ihren brokatenen Hauben und goldgestickten Miedern , mit ihren feinen langen Röcken , an welchen man nur um Hals und Busen den Zeug allzusehr gespart zu haben schien , in der Bauersfrau mächtige Sehnsucht nach solcher Pracht und Herrlichkeit erweckt hatten . Als sie sich umwandte , erschrak sie nicht wenig , denn ihr holdes Kind hatte das blühende Gesichtchen in die Hände verborgen und weinte . Sie konnte nicht begreifen was dem Mädchen begegnet sein könne , sie faßte ihre Hand , zog sie herab von den Augen - sie weinte bitterlich . » Was hoscht denn , Bärbele « , fragte sie halb unmutig , doch nicht ohne Teilnahme , » was heulscht denn ? Hoscht