die mir gezeigt wurden , waren folgende : 1. ein Tierkopf von Bronze ( wahrscheinlich Ornament an dem Wagen eines Opferpriesters ) ; 2. ein Sandalensporn von Bronze , gefunden bei Frankfurt a. O. ; 3. ein goldener Fingerring , blank , gefunden in der Priegnitz ; 4. ein goldener Halsring , blank , fünf Zoll im Lichten , gefunden bei Walchow auf einer Torfwiese des vorgenannten Schulzen Hölsche ( seltenes Exemplar ; Goldwert 42 Taler ; leider bald nach dem Funde von einem » Untersucher « zerbrochen ) ; 5. ein römischer Dukaten aus dem fünften Jahrhundert mit dem Bilde des Kaisers Zeno ; im Sande der Uckermark gefunden ; 6. eine Spindel von Bein ; sie lag neben einem sieben Fuß langen Gerippe zwischen drei Eichenbohlen . ( Spinnwirtel findet man oft , Spindeln selbst aber sehr selten . ) Neben diesen Prachtstücken interessierte mich noch eine nicht geringe Zahl von Armringen , Broschen , Kelten , Paalstäben usw. , die zwar in sich selbst keinen außergewöhnlichen Wert darstellten , diesen Mangel aber durch das Interesse , das der Fundort einflößte , mehr als ausglichen . Alle diese Gegenstände nämlich , einige vierzig , waren bei Templin in einem ausgetrockneten Wasserloche , elf Fuß tief , und zwar unter fünf horizontal liegenden Eichen , gefunden worden . Einerseits die verhältnismäßig große Zahl , andererseits der Umstand , daß sie bunt durcheinander gewürfelt an einer und derselben Stelle lagen , gibt ein Rätsel auf . Von einem Begräbnisplatze kann keine Rede sein . Superintendent Kirchner nimmt an , es sei hier ein römischer Händler mit seinem Karren voll Bronzeschmuck verunglückt . Diese Hypothese führt mich auf die schriftstellerische Tätigkeit Kirchners . Sie geht in erster Reihe nach der märkisch-historischen Seite hin , und hat in der Familiengeschichte der Arnims , sowie namentlich auch in dem großen vierbändigen Werke : » Die Kurfürstinnen und Königinnen von Brandenburg und Preußen « allgemein Anerkanntes geleistet . Was an dieser Stelle jedoch , und zwar weit über jene historischen Arbeiten hinaus , Erwähnung verdient – Erwähnung deshalb , weil es vielleicht bestimmt ist , dermal einst epochemachend aufzutreten – , das ist Kirchners vor etwa zwanzig Jahren erschienenes Buch : » Thors Donnerkeil und die steinernen Opfergeräthe des nordgermanischen Heidenthums . « Der Titel fügt hinzu : » zur Rechtfertigung der Volksüberlieferung gegen neuere Ansichten . « Kirchner geht in diesem seinem Buche davon aus , daß die berühmte , zuerst von Nilsson in Stockholm aufgestellte , demnächst aber nicht bloß in Skandinavien , sondern in der gesamten wissenschaftlichen Welt akzeptierte Drei-Zeitalter-Einteilung ( Stein- , Bronze- und Eisenepoche ) das mindeste zu sagen sehr anfechtbar sei . Worin er mit Ledebur übereinstimmt , der ebenfalls ausgesprochen hat , » daß das häufige Vorkommen von Steingerätschaften in gleichzeitig auch mit bronzenen und eisernen Gerätschaften ausgestatteten Gräbern unverkennbar auf die Mißlichkeit dieser Drei-Zeitalter-Einteilung hindeute . « Kirchner sucht in weiterem nachzuweisen , daß der Gebrauch der Steinwerkzeuge , nachdem diese durch Bronze und Eisen längst abgelöst gewesen seien , im germanischen Kultus noch lange fortbestanden habe , » etwa wie jetzt der Akt der Beschneidung seitens der Juden immer noch mit einem Steinmesser vollzogen werde « . Dieser Vergleich ist geistvoll und dient seinem Zwecke vorzüglich . Wieweit er zugleich das Richtige trifft , entzieht sich meinem Urteile , denn es würde gewagt sein , in dieser überaus schwierigen Frage vom Laienstandpunkt aus Partei nehmen zu wollen . Nur ein unbestimmtes Gefühl , das ich schon vor Jahren bei meinem ersten Besuche des nordischen Museums in Kopenhagen hatte , mag auch heute wieder seinen Ausdruck finden . Es richtete sich ebenfalls gegen das vorerwähnte Dreiteilungsprinzip . Ich sagte mir : alle diese kostbaren und kunstgerechten Bronzegegenstände können doch unmöglich als die Hervorbringungen eines barbarischen , in Künsten unerfahrenen Volkes angesehen werden , müssen vielmehr von den Küsten des Mittelmeeres oder von Gallien oder aber von den angrenzenden römischen Kolonien her in die germanischen Länder importiert worden sein . Ist dem aber so , sind es wirklich Importartikel , stehen sie mithin zu dem Kulturleben des sich ihrer bedienenden Volkes in keiner andern als einer rein äußerlichen und zufälligen Beziehung , so können sie kein eigentliches Einteilungsmotiv bilden und lassen es unstatthaft erscheinen , auf sie hin von einem Bronzezeitalter zu sprechen , dem ein Steinzeitalter vorausging und ein Eisenzeitalter folgte . Solche Rubrizierungen haben nur dann einen Sinn , wenn die Dinge , nach denen die Wissenschaft ihren Scheidungsprozeß veranstaltet , auf dem betreffenden Boden auch wirklich gewachsen und Ausdruck eines bestimmten höheren oder niederen Kulturgrades sind . Und so wie damals , stehe ich auch heute noch zu dieser Frage , weil ich nach wie vor ( wie auch Kirchner ) alle diese kunstvolleren Gold- und Bronzegegenstände als Importartikel ansehe . 60 Hat aber umgekehrt die skandinavische Forschung recht , die diese Bronzen als reguläre Schöpfungen der damaligen germanischen Kultur anzusehen scheint , so würde sich danach das Dreiteilungsprinzip als allerdings in größerem oder geringerem Maße gerechtfertigt herausstellen , aber doch zugleich auch bewiesen sein , daß wir uns das Sueven- und Semnonentum des dritten bis fünften Jahrhunderts abweichend von den Schilderungen des Tacitus und unseren darauf erwachsenen Anschauungen vorzustellen hätten . Die Germanen würden danach allermindestens ein Halbkulturvolk und in ihrer späteren Epoche mit einem künstlerischen Können ausgerüstet gewesen sein , das auch heute noch von Durchschnittsleistungen unseres deutschen Kunsthandwerkes nicht überflügelt wird . Das letzte Schubfach war zugeschoben , die Brakteaten und römischen Münzen hatten wieder Ruh und das Familienzimmer nahm uns auf zu Mahl und Geplauder . Über nah und fern ging es hin , in immer munter werdender Rede , denn ich befand mich in einem » gereisten Hause « , darin nun die gemeinschaftlichen Erinnerungen an Skandinavien und Schottland , an die Belte , den Sund und den kaledonischen Kanal frisch aufblühten . Das Boot glitt weiter über den Loch Lomond hin , Abbotsford und Melrose-Abbey stiegen wieder vor uns auf und im Gleichtakt zitierten wir aus Scotts herrlicher