mit gelbem Haar und dunklem Auge - so sagt die Magd , die sie gesehen . « Ich zuckte und wandte mich an Segebodo . Er war gleich mir bestürzt und raunete : » Berthulde war ' s ! « - » Heuchler ! « schrie Zetteritz , » du hast dich verraten . Hast sie entführen lassen ! Und möchtest den Unschuldigen spielen ! Gib sie heraus ! Wo ist sie ? Ich erwürge dich ! « Schäumend vor Wut wollte er mich packen , ward aber von Segebodo zurückgestoßen . Nun zog der Soldat seinen Degen und wollte einen Hieb auf Segebodo tun . Ich fiel ihm in den Arm und rang mit ihm . Da packte mich eine Faust im Genick und riß mich , daß ich taumelte . Gleich darauf blitzte die Klinge mir vor den Augen , und an der Schläfe getroffen , stürzte ich . Von dem , was weiter geschehen , ist mir kein deutlich Empfinden worden - nur daß mir zuweilen wie durch dunkle Hülle Gesichte kamen und wirre Reden . Es war , als schwebe ich zwischen Rossen und Reitern . Das Trappen der Pferde durchrüttelte mich , brennend schmerzte mein Haupt . Dann wieder lag ich still , mit Wasser kühlte jemand meine Schläfe . Eine Zeit voll Angst und Stöhnen durchlebte ich , weiß aber nicht , was mir begegnete . Kein Fiebertraum war ' s , daß ich in meiner Balkenklause lag . Was ist mit mir ? Ach ja , verwundet bin ich , habe eins über den Schädel bekommen . Thekla wollte ich heimholen . Wo ist Thekla ? Entführt ? Von Berthulden entführt ! - Da fühl ich einen Kuß auf meiner Hand . Wer ist das ? Thekla ? - Mühsam richt ich mich empor . Nicht Thekla , Berthulde ist bei mir . Über mich gebeugt starrt sie ängstlich . Im todblassen Angesicht lodern die schwarzen Augen , schmerzlich sind die dichten Brauen emporgezogen . » Du , Berthulde ? « Wehmütig lächelnd flüstert sie : » Johannes , erkennest mich ? « Und abermals drückt sie die Lippen auf meine Hand . Ich aber zucke zurück : » Laß mich , Tückische ! « In meinem Herzen kocht es , jäh aufgerichtet pack ich ihren Arm : » Wo hast du Thekla ? Gib sie heraus ! Sie ist mein ehelich Weib ! « Versteinert schweigt Berthulde , nun pack ich auch den andern Arm . Sie wehrt sich nicht , die Lippen zusammengepreßt . » Antwort ! « - » Von Thekla weiß ich nichts . « - » Lügnerin ! Hast sie entführt . Zetteritz hat es gesagt . Wo ist Thekla ? Was hast du ihr angetan ? O wehe , Leides hast du ihr angetan ! « Da entwindet sich Berthulde mir , ich sinke zurück und liege ächzend . Und wieder beugt sie sich über mich . » Still doch , Johannes ! Sei lieb zu mir ! Ich bin ja dein ! Bin deine Magd ! « In meiner Hilflosigkeit kommen mir Tränen , und ich wimmre : » So gib doch Thekla heraus ! Gib mir mein Weib heraus ! « - » Das kann ich nicht ! « zischelt sie ; » es geht nicht mehr . Fort ist sie , ganz fort , kehrt nie wieder , gib sie auf ! Mich hast du ja , ich bin dein ! « Zuckend windet sich mein Herz , nicht fassen kann ich das Entsetzliche . » Nie kehrt sie wieder ? O Berthulde , warum denn nicht ? Ist sie tot ? Ach tot ! ermordet ! « Und auf einmal seh ich Berthulden wie in jener Mondnacht , da ich vom Festin heimkehrte . Sehe das mondbeglänzte Messer in der erhobenen Faust , die rollenden Augen , die fletschenden Zähne . Entsetzen schüttelt mich , abermals fahr ich empor und klammere mich an Berthulden : » Du hast sie umgebracht ! Leugne nicht ! Offenbar ist deine Tücke ! « Die Hexenbrauen hochgezogen , starrt sie mich an , den Mund weit offen vom erstickten Angstruf . Sie schweigt , aus ihrem stechenden Auge lugt das Böse , nicht verhehlen läßt sich ihre Untat . » Mörderin ! « kreische ich und kralle nach ihrer Kehle . Sie stößt mich zurück , schwarz wird es mir vor den Augen , ich sinke hin und ächze : » Teufelin ! Mir aus den Augen ! Fluch dir , Fluch ! « Da lacht es gräßlich : » Mein Messer traf sie gut , Viktoria ! Sie ist in ihrem Pfaffenhimmel , du bist mein , wir kommen mitsammen in Lichtvaters Halle . Der soll uns trauen ! Bist mein , du spröder Bräutigam ! Dich küsset deine Königin ! « Und auf meinem Munde fühl ich ihre Lippen . Schwindel packt mich , ich sinke und sinke ... Dann toset es dumpf , als weile ich beim unterirdischen Bache . Ach ja , das ist die Höhle , das sind Tropfsteinzacken , von Fackelschein beleuchtet , und da hält der steinerne König sein Schwert erhoben . Grausiger Götze , was hast du mir getan ? Willst mich richten mit deinem Schwert ? Soll ich büßen , daß ich dir die Ruhe gestört und dein Gold entwendet ? Schritte kommen gestampft , ein Schuß fällt , noch einer . Vergebens tracht ich , mich aufzurichten . Und finster wird ' s , der Fackelschein erstirbt , es toset das Höhlenwasser und toset . Dann kommt ein Stöhnen , und wieder ein Stöhnen . Wer ist das ? Ich selber bin ' s wohl ! Meine Lippen brennen , am Gaumen klebt die Zunge . » Wasser ! « So ächzete jemand . Wer war ' s ? Kam dies Wort aus meinem Munde ? Oder liegt hier noch einer ? Ich lausche gespannt . Und abermals ächzt es : » Wasser ! « Ich richte