, Herr ? « setzte er leiser hinzu . » Auf der Brücke werd ' ich dir ' s sagen , um dreiviertel zwölf , Schlag dreiviertel zwölf reiten wir . « - Er bezeichnete ihm einen Platz wo er ihn mit den Pferden erwarten sollte . - » Halt da , den Schlüssel aus meinem Rock . « » Herr , daß Sie die Uhr nicht verhören . « Valerius flog davon , lachend über Magyacs Äußerung , der mit der Schlauheit seiner Nation den Zusammenhang zwischen dem Schlüssel und der Eile erraten zu haben schien . Es war halb elf , als Valerius an der Tür des Gartenhauses stand . Sie hatte gesagt , es sei zu zeitig , er konnte auf einen ihrer Domestiken stoßen , die sie vielleicht noch nicht hatte entfernen können - aber es blieb ihm nur eine starke Stunde , entschlossen öffnete er die Tür , und tappte durch den Gang , die Treppe hinauf . Hier horchte er , wirklich wurde drinnen eben eine Tür zugeschlagen , dann ward es still - er öffnete . Konstantie stand mitten im Zimmer und lauschte nach den vordern Gemächern . Sie winkte ihm mit der Hand , stehen zu bleiben , und schalt mit leiser Stimme : » Unbesonnener ! Ich habe mich nicht können umkleiden lassen , meine Kammerfrau hat noch die nächste Tür in der Hand - endlich , jetzt ist sie fort . « Valerius flog auf sie zu und drückte sie herzend und küssend mit einem Arme an sich , mit dem andern hielt er den Säbel , um kein Geräusch zu machen . Der weiße Schal glitt unter seiner Hand von den Schultern , und während Konstantie seine Liebkosungen erwiderte , schob er ihn unter den Mantel . » Was machst du da ? « Wit den Worten schlug sie ihm den Mantel auseinander . » In Uniform ? Himmel , was soll das bedeuten ? Sprich schnell . « Valerius legte seinen Säbel ab und lachte . Er hatte ihr nichts sagen wollen , aber sie bat so gut , so dringend : » Sei nicht falsch , Valerius , erzähle ! « Er erzählte . Konstantie regte sich nicht , ihre Augen aber verließen die seinen nicht . » Also nur eine Stunde noch ! « sagte sie endlich mit schwacher Stimme , » und ich sehe dich vielleicht nie wieder . « Ein Schauer überflog den ganzen Körper , und sie setzte noch leiser hinzu : » Es wäre entsetzlich ! Ich liebe das Leben über alles ; aber ich weiß nicht , wie ich ohne dich leben soll - bleib ; was gehen dich die Leute an , bleib ' , Geliebter ! « Dabei rollten große Tränen über ihre Wangen . » Konstantie ! « erwiderte Valerius , » wie bist du reizend in dieser Schwäche , laß mich die Tränen hinwegküssen von diesem Gesichte , das nicht für Tränen geschaffen ist , aber wenn sie getrocknet sind , wirst du nicht mehr verlangen , daß ich bleiben soll . Was wolltest du mit einem Manne ohne Mut , der sein Versprechen bräche , den die Umgebungen verachten ? « » Ach , Mann , es ist ein größerer Mut , seine Umgebungen und ihr Geschwätz zu ignorieren , es ist eine Schwäche , den hergebrachten Formen nachzulaufen und das Glück zu verlassen , es ist eine eingebildete Phantasterei , eine veraltete Ritterkoketterie mit eurem Mut und eurer sogenannten Ehre , und ich hätte dich stärker geglaubt . Rinald war der gewaltigste Ritter vor Jerusalem , und der schwärmerisch-romantische Tasso läßt gerade ihn mit Armida Jerusalem und Schlacht vergessen . « » Aber Rinald war verzaubert . « » Und du bist es leider nicht - ja , ja , das ist der Unterschied . « Mit diesen Worten nahm sie ein Umschlagetuch vom Stuhle , hüllte sich darein und setzte sich in einen Winkel des Zimmers . » Du tust mir unrecht , Konstantie , hu wirst dich besinnen ; tu ' es schnell , die Minuten sind uns gezählt . Die Ehre mag ein zufälliges Übereinkommen sein , aber unsere ganze Gesellschaft ist ein solches ; wenn wir in ihr bestehen wollen , müssen wir uns in die wesentlichsten Pflichten gegen dieselbe fügen . Du weißt , ich bin nicht der Mann ängstlicher Formen , ich hätte wohl auch die Kraft , diesem gemachten Phantom der Ehre entgegenzutreten ; aber was bliebe in einer Zeit übrig , wo nur dies lose Band noch die Verhältnisse zusammenhält , wo alle sonstigen höheren Elemente der Gesellschaft längst entwichen sind , und Konstantie , weißt du auch , wer mich zuerst anklagen würde , weißt du ' s ? Du schweigst ; ich will dir ' s sagen : die Fürstin Konstantie , die stolze Konstantie . Besinne dich , ach die schönen Augenblicke , in denen wir uns lieben könnten , verstreichen unter spitzfindigen Worten . « Es entstand eine Pause . Valerius ging einigemal im Zimmer auf und ab und blieb endlich vor ihr stehen . Ihr Kopf war auf die Brust gesunken , das Auge niedergeschlagen , sie regte sich nicht . Valerius legte seine Hand auf ihr Haupt und betrachtete sie schweigend . Bei der Berührung bebte sie zusammen , schlug die Augen auf , streckte ihm die Hand entgegen und sprach schnell : » Es ist vorüber , du hast recht wie immer , komm ' , vergib ! « Und dabei sprang sie auf und zog ihn ans Herz . Das alte Spiel der Liebkosungen begann , das einzige Spiel , im welchem beide Parteien gewinnen . Sie glaubten sich einer um so größeren Heftigkeit hingeben zu müssen , je unsicherer die Aussicht war , daß ähnliche Freuden bald wiederkehren dürften . Die süßesten Worte und Schmeichelreden schmiegten sich in das feste Umarmen , das brennende Küssen ; der Mantel fiel von seinen Schultern , das Tuch von den ihren