mit Anstand über seine Schwelle . « » Zur Thür hinaus mit den anständigen Freunden ! « » Sage das nicht , Louis . O wenn ich Freunde gehabt hätte , damals , einen nur wie Dich , ich wäre jetzt nicht , was ich bin . - Mein alter Vater , der blinde Konrektor , der war so gut , er hätte sich meiner erbarmt , wenn Einer ihm nur zugesprochen . Aber die Leute und die Stiefmutter ! - Ach mein Herz brannte , mehr von dem Schimpf als von der Schande ! - Wie sie mich in den Korbwagen packten , und die halbe Stadt darum - die höhnischen Gesichter , die Finger und die spitzen Reden : Nun kann sie mit seidenen Kleidern gehen , - nun kann sie Romane lesen ! Als es zum Thor hinausrollte , wie schnitt mir ' s ins Herz ! « » Kammermädchenphantasieen . « » Die gnädige Frau hätte es auch gut mit mir gemeint - aber - ich war noch stolz wie Du , ich wollte mich nicht ihr zu Füßen werfen . - Aus Scham stürzte ich fort ins Elend . - Louis , glaube mir , es braucht Jeder Freunde , sonst fällt er . « » Ich nicht mehr , « murmelte er zwischen den Lippen . Sie riß die Augen weit auf , sie fasste ihn krampfhaft an der Weste : » Allmächtiger Himmel , ist ' s das ! - Als ich vorgestern in Dein Zimmer kam , - es war unrecht von mir , ich weiß es , und Du thatest recht , daß Du auffuhrst ; Du packtest mich am Arm , und fragtest , so bös hab ich Dich nie sprechen hören , was ich mich unterstehe , Du stießest mich zur Thür hinaus , und schlugst sie mit einem Schimpfwort zu - es war ein hässlich Wort , aber es hat mich nicht beleidigt ; es hatte mich auch nicht beleidigt , als sie mich Geschöpf nannten , nein ich bin stolz darauf , wenn sie mich Dein Geschöpf nennen , ich wollte auf Deiner Schwelle schlafen , wenn Du mich mit Füßen trätest , wenn Du mich todt trätest , und nur dabei sprächest : ich thue es aus Liebe , das wäre ein seliger Tod . Aber ich habe etwas gesehen , Louis , ehe Du mich raus warfst , und warum warfst Du mich raus - Du putztest Pistolen auf dem Tisch . « » Was kümmert ' s Dich ! « » Louis ! Geh ' nicht allein aus der Welt . Wenn Du gehst , nimm mich mit . « » Ich denke Einen mitzunehmen , sprach er vor sich hin . Im Uebrigen sei ruhig , Mädchen , die Pistolen sind nicht für mich geladen . « » Das ist nicht wahr . Für wen denn ? - Ich lasse Dich nicht so fort . Willst Du in den Krieg ? Es ist ja kein Krieg . Sie sagen , wir behalten Frieden . « » Krieg ! Alles ist in Krieg miteinander , Tugend und Vernunft , Wahnsinn und Laster ; Alles betrügt sich , schlägt sich ein Bein , kuppelt , stiehlt , spielt falsch ; nur die Schurken und Memmen leben in Frieden und Eintracht , und wenn sie in der Stille den Sündenbecher der Niedrigkeit geleert , wenn sie satt sind , predigen sie uns Honnetität . « » Sprich nicht so hässlich . Ich kann ' s nicht leiden . Spaße lieber . Sag ' s mir im Spaß , daß Du mich nicht mehr magst , daß ich Dir unausstehlich bin , daß Du das Geld nur giebst , um mich los zu werden , hörst Du , Louis , sag ' s im Spaß , und thu ' s dann im Ernst . Aber sag ' es mir ja nicht vorher . Lache mich aus , nenne mich ein dummes Gänschen , wie Du sonst wohl thatest so geh ' fort , daß ich denken kann , daß ich träumen kann , Du kommst wieder . Und wenn Du dann auch nicht wieder kommst , so erwarte ich Dich noch immer , und wenn ich Dich erwarte , bin ich glücklich - bis , bis - thu ' mir den einzigen Gefallen - « Er fuhr mit der Hand in ihre Haare : » Bist Du so ein verzogenes Kind , das vor dem rauhen Lüftchen Wahrheit zittert ? Das solltest Du den seinen Damen überlassen , die sich überglätten mit der Politur der Tugend . Eine wie Du müsste doch vor dem Nackten nicht erschrecken , nicht vor dem nackten Laster , dem nackten Elend - auch nicht vor dem nackten Tode . « » Wenn Du mich so recht schmähst und schlecht machst , glaube ich zuweilen , daß Du mich doch lieb hast . Wenn ich Dir gleichgültig wäre , thätest Du es nicht . « » Hast recht ! Wen man lieb hat , kann man quälen , martern , man wird ein wildes Thier . Da am letzten Abend bei der Malchen . Nicht wahr ? Und ich bin seitdem nicht besser geworden . Gott bewahre ! Wer Dir das sagt , belügt Dich . « » Kaum daß Du frei kamst , erkundigtest Du Dich nach mir , Du hast für mich gesorgt , daß ich nicht auf die Straße gerieth . « » Einbildung ! Pure Einbildung ! Ich wollte nur ein Geschöpf haben , an das ich mein schwarzes Blut , meine tolle Laune auslasse . Warf ich Dich nicht zur Thür hinaus , schimpfte ich Dich nicht , drückte ich Dir nicht mal die Kehle , daß Du zu ersticken glaubtest , - aus purem Muthwillen ? Und habe ich Dich nicht auch geschlagen ? « » Nein , Louis , das hast Du nicht . Du hast mich nie geschlagen . « » Dann war '