sich an . Es war gelungen . » Auch das ! « dachte Frau Brigitte , als sie den Degen des Ritters an der Wand sah ; aber Eva griff ihr in den Arm : » Mutter , Du wirst doch nicht dem Vater sein Schwert nehmen ! « Nein , ein freier Mann durfte nicht ohne sein Schwert sein , auch auf die Gefahr , daß er es gegen seinen Fürsten zog . Das war jedem damals klar , auch dem Fürsten , und die gute Frau von Bredow erröthete , daß es ihr nur auf einen Augenblick aus dem Sinne gekommen . Die Wagen rollten schon auf dem Damme , und die letzten Reiter harrten der Nachzügler , als die Edelfrau und ihre Tochter über den dunklen Hof kamen . Noch einmal schaute Frau Brigitte auf die großen Schatten der Thürme und Mauern , und die starke Frau zitterte etwas , als die lange , dunkle Gestalt des Knechtes Ruprecht stumm vorüberschritt , und , ihrer wartend , an das Fallgitter sich stellte . Da gelobte sie , wenn Alles gut abginge , der Mutter Gottes in Zehdenik ein neues Kleid mit Goldfranzen , und Eva sagte : » Und Schwester Agnes wird für uns beten , wenn es nicht recht war . « Der Knecht ließ das Fallgitter sanft fallen und schloß das Thor von außen . Auf ihren Knien , unter dem Mantel , hielt sie das gestohlene Gut . Nachts im Walde umschleichen uns unheimliche Gedanken . Die Natur verlangte ihr Recht , sie nickte ein . Da fuhr sie plötzlich auf , wenn der Wagen über eine Wurzel fuhr , und preßte das Kleid fest an sich . Hatte es ihr entgleiten wollen , wie eine Schlange , oder hatte ein langer , schwarzer Arm aus den entlaubten Bäumen danach gegriffen ? - Wenn er nun erwachte vor der Zeit , über die Mauer sprang , ihr nachsetzte ! Wie sollte sie ihn ansehen ! Oder wenn die bösen Gesellen ihn abholen kamen , wenn sie ihnen jetzt begegneten ! Wenn - hundert Wenn ' s ängsteten die arme Frau . Wenn sie nur erst die Hunde in Golzow anschlagen gehört , wenn ein guter Mann des Weges gekommen wäre , dem sie das Gut in sichere Hände anvertrauen dürfen ! Es drückte sie wie Blei ; sie mochte es nicht länger halten . Zuweilen dachte sie daran , es dem Knecht Ruprecht zu geben , daß er damit nach Golzow vorauf ritte . Aber was hätten die in Golzow dazu gesagt , wenn die Hosen des Herrn von Bredow angekommen wären , und nichts weiter ! Da hörte man durch den stillen Wald Hufschläge . Ein einzelner Reiter galoppirte vorbei . Gott sei Dank ! dachte Frau von Bredow , er reitet vorüber . Er reitet gewiß nach Ziatz . Wenn er nur nicht umkehrt ! - Was bog sich Eva nach dem Reiter um ? » Hans Jürgen ! « rief sie plötzlich in die Nacht hinein mit ihrer hellen , fröhlichen Silberstimme . Hans Jürgen war umgekehrt , der liebe , gute Hans Jürgen . » Das Kind kann doch durch die Nacht sehn . « Wer hätte an den Hans Jürgen gedacht , der damals am Fließ Wache stehen mußte , wenn er jetzt sah , wie die Frau mit ihm Hände schüttelte , und so mußte er sich über die Leiter biegen , daß sie ihm beim Kopf fassen und ihm einen herzhaften Kuß geben konnte . Und da er einmal sich über die Leiter gebogen , hielt er ' s für artig und anständig , auch seiner Muhme Eva einen Kuß zu geben , und nachdem er ihr einen Kuß gegeben , meinte sie , es schicke sich , daß sie ihm wieder einen Kuß gebe . Ein Freund in der Nacht und im Walde ist beinah wie ein Freund in der Noth . Da war es , als schiene plötzlich ein helles Licht in dem dunklen Wald , während Hans Jürgen , der Kehrt gemacht , langsam neben dem Wagen ritt , und ihnen erzählte , was er wußte , und sie erzählten ihm , was sie wußten . Hans Jürgen war nicht mehr Hans Jürgen , den man in die Schwemme schicken konnte ; sein Kurfürst hatte ihn nach Pommern , und dann nach Mecklenburg geschickt in besonderen Aufträgen , und jetzt kam er vom Schloß des Brandenburger Bischofs in Ziesar , um in die Lausitz zu reiten , und von da nach Berlin zurück , und alles , was ihm aufgetragen , hatte er gut verrichtet . Unterwegs hatte er ansprechen wollen bei seinen Blutsfreunden in Ziatz . » Das kannst Du nun jetzt nicht , Hans Jürgen , « sagte nachdenklich die Frau , aber plötzlich blitzte in ihr ein Gedanke auf . Sie ließ den Ruprecht halten , sie stieg vom Wagen , und der Reiter vom Pferde , dann ging sie mit ihm ein Paar Schritte auf und ab , und sie sprachen , und schienen einig , und die Frau sehr vergnügt . Gleich darauf packte sie die Lederbüchsen in einen Sack , und Hans Jürgen steckte noch da hinein das Kettenhemde und die Büffelhaube seines Ohms , schnürte alles fest zu , und legte es und band es auf sein Roß . Dann sprach sie zu ihm : » So also sprichst Du zum gnädigsten Kurfürsten , nämlich ich meine , die rechten Worte wirst Du schon unterwegs finden . Wenn böse Leute , wie dazumal , sagen sollten . Dein Ohm wäre mit ausgeritten , wo er nicht reiten soll , so kannst Du schwören , er ist nicht dabei . Du hast seine Haube und sein Hemde , und was er sonst nie vom Leibe thut . Das schicke ich alles Seiner Kurfürstlichen Gnaden , zum Zeichen , daß mein Herr unschuldig und verredet ist , und damit kein anderer böse Bube es anzieht , und mein Götz