, er lächelnd erklärte , wie er schon längst alles wisse und hoffe , daß sich vielleicht in ganzer kurzer Zeit aufklären werde , wo Angela geblieben . - Mancher Trug würde dann vernichtet werden , manche Täuschung zerrinnen . « » Das , « sprach die Benzon mit bebenden Lippen , » das sagte der Meister ? « » Sur mon honneur , « erwiderte der Fürst , » das sprach er . - Tausend sapperment - pardonnieren Sie , Benzon , aber ich bin im Zorn - wenn der Alte es mir nachtragen sollte ? - Benzon , que faire ? « Beide , der Fürst und die Benzon , starrten sich sprachlos an . » Durchlauchtigster Herr , « lispelte leise ein Kammerlakei , indem er dem Fürsten Tee präsentierte . » Bête ! « schrie aber der Fürst , im hastigen Aufspringen dem Lakei Präsentierteller samt der Tasse aus den Händen schleudernd ; alles fuhr entsetzt von den Spieltischen in die Höhe , das Spiel war geendet , der Fürst , sich mit Macht bezwingend , lächelte ein freundliches » Adieu « den Erschrockenen zu und begab sich mit der Fürstin in die inneren Gemächer . Auf jedem Gesicht las man aber ganz deutlich : » Gott , was ist das , was bedeutet das ? - Der Fürst spielte nicht , sprach so lange , so ungelegentlich mit der Rätin und geriet dann in solch entsetzlichen Zorn ! « - Unmöglich konnte die Benzon auch nur entfernt ahnen , was sie in ihrer Wohnung , die in einem Seitengebäude dicht neben dem Schlosse belegen , für ein Auftritt erwartete . - Kaum eingetreten , stürzte ihr nämlich ganz außer sich Julia entgegen und - Doch ! gegenwärtiger Biograph ist sehr zufrieden , daß er diesmal das , was sich mit Julia während des fürstlichen Tees begeben , viel besser und deutlicher zu erzählen vermag als manches andere Faktum der bis jetzt wenigstens etwas verworrenen Geschichte ! - Also ! - Wir wissen , daß Julien erlaubt wurde , früher nach Hause zurückzukehren . Ein Leibjäger leuchtete ihr mit einer Fackel vor . Kaum waren sie aber einige Schritte von dem Schlosse entfernt , als der Leibjäger plötzlich stillstand und die Fackel hoch emporhob . » Was gibt es ? « fragte Julia . » Ei , « erwiderte der Leibjäger , » ei , Fräulein Julia , haben Sie wohl die Gestalt bemerkt , die dort vor uns so schnell forthuschte ? Ich weiß gar nicht , was ich davon denken soll , seit mehreren Abend schleicht hier ein Mensch umher , der bei seiner Heimlichkeit was Böses im Schilde führen muß . Wir haben ihm schon nachgestellt auf alle nur mögliche Weise , aber er entwischt uns unter den Händen , ja , er wird vor unsern Augen unsichtbar wie ein Gespenst oder wie der Gottseibeiuns selbst . « Julia dachte an die Erscheinung im Giebelfenster des Pavillons und fühlte sich von unheimlichen Schauern durchbebt . » Fort , ach nur schnell fort , « rief sie dem Jäger zu , der meinte aber lachend , das liebe Fräulein möge sich nur nicht fürchten , denn ehe ihr etwas geschehe , müsse ihm erst das Gespenst den Hals umdrehen , überdem habe aber wohl das unbekannte Ding , was sich in der Gegend des Schlosses blicken lasse , Fleisch und Bein wie andere ehrliche Leute und sei ein furchtsamer lichtscheuer Hase . Julia schickte ihr Mädchen , das über Kopfschmerz und Fieberfrost klagte , zu Bette und legte ohne ihre Beihilfe die Nachtkleider an . Nun , als sie einsam auf ihrem Zimmer , ging noch einmal alles in ihrer Seele auf , was Hedwiga in einem Zustande zu ihr gesprochen , den sie nur krankhafter Überspannung zuschreiben wollte . Und doch war es gewiß , daß eben jene krankhafte Überspannung nur eine psychische Ursache haben konnte . - Mädchen von solch unbefangenem reinem Gemüt , wie Julia , erraten in derlei intrikaten Fällen wohl selten das Richtige . So glaubte auch Julia , als sie sich alles nochmals in den Sinn gerufen , nichts anderes , als daß Hedwiga von jener entsetzlichen Leidenschaft ergriffen , die sie selbst ihr so furchtbar , als die Ahnung davon in ihrer eignen Seele lag , geschildert , und daß Prinz Hektor der Mann sei , dem sie ihr eignes Selbst geopfert . - Nun , schloß sie ferner , sei , der Himmel wisse wie , der Wahn in Hedwiga aufgestiegen , daß der Prinz in anderer Liebe befangen , und habe sie gequält wie ein fürchterliches , rastlos sie verfolgendes Gespenst , so daß daraus sich die heillose Zerrüttung im Innern erzeugt . » Ach , « sprach Julia zu sich selbst , » ach , du gute liebe Hedwiga , kehrte Prinz Hektor zurück , wie bald würdest du dich überzeugen , daß du von deiner Freundin nichts zu befürchten ! « - Doch in dem Augenblick , als Julia diese Worte sprach , trat der Gedanke , daß der Prinz sie liebe , so aus dem Innersten hervor , daß sie vor seiner Macht und Lebendigkeit erschrak , daß sie sich von unnennbarer Angst erfaßt fühlte , es könne doch wahr , was die Prinzessin glaube , und ihr Verderben gewiß sein . Jener seltsame fremdartige Eindruck , den des Prinzen Blick , sein ganzes Wesen auf sie gemacht , kam ihr wieder zu Sinn , jenes Entsetzen durchbebte aufs neue ihre Glieder . Sie gedachte jenes Moments auf der Brücke , als der Prinz , sie umschlingend , den Schwan fütterte , all der verfänglichen Worte , die er damals sprach , und die , so harmlos ihr damals alles vorgekommen , ihr jetzt von tieferer Bedeutung schienen . Aber auch des verhängnisvollen Traums gedachte sie , als sie sich von eisernen Armen fest umschlungen gefühlt und es der Prinz gewesen , der sie festgehalten , als sie dann erwacht , den