nie wieder lustig . « - » Habt Ihr Schaden gelitten in Eurer Wirtschaft ? « fragte der Graf - » Nicht so eigentlich « , antwortete jener , » mein Vermögen ist nicht groß , aber ich habe mehr , als ich brauche , und doch bin ich ganz arm - seit ich meine Tochter verloren . « - Graf : » Ist sie schon lange tot ? « - Wirt : » Sie lebt noch ; Ihr habt sie auch wohl vorher gesehen , aber sie scheidet so ab , sie ist schändlich betrogen worden ; es ist eine traurige Geschichte , und Ihr werdet sie schon noch erfahren . Seht nur da drüben den Nachbar Walther , der da seine Schafe in die Hürde treibt , dem war sie bestimmt ; ich hatte so lange ich lebe meine Schafe mit den Schafen seines Vaters zusammen getrieben , und dachte gewiß , unsre Kinder würden sich heiraten . Es hat nicht sein sollen ! « - Bei diesen Worten führte er den Grafen in ein Oberzimmer , das er für ihn und für den Geistlichen abgesondert eingerichtet hatte , und schickte ihnen die Tochter zur Bedienung . Die schöne , blasse Hippolita trat sehr beschämt ein , aber der Graf machte ihr Mut ; er fragte nicht nach ihren Begebenheiten , und sprach ihr doch trostreich zu ; sie eilte , so viel das übrige Geschäft im Hause erlaubte , in das Zimmer zurück . Der Geistliche hatte bald durch Nachfrage bei den Gästen ausgemittelt , was es eigentlich mit diesem Mädchen für eine Bewandtnis habe . Ein Oberst , der dort im Quartier gelegen , hatte während der Kriegsunordnungen sich in der nahegelegenen Kirche mit ihr trauen lassen , war den Morgen nach der Hochzeit , ohne ihr davon zu sagen , abgereist , und hatte die Nachricht zurückgelassen , daß er in seinem Lande schon verheiratet sei , diese zweite Ehe also ungültig werde . Ihr Kind war in der Geburt gestorben . In der ganzen Gegend , der sie sonst als ein stolzes Muster bekannt gewesen , wurde sie seitdem verachtet und verspottet . Dem Grafen tat diese Erzählung um so weher , je weniger er irgend einen guten Ausweg für das arme Kind entdecken konnte , doch war ihm zu Mute , als gehöre sie durch ihr Unglück zu seiner eigenen Familie . Sehr früh machte er sich den folgenden Morgen auf , doch war das Mädchen schon auf und brachte das Frühstück ; der Graf bot ihr ein ansehnliches Geschenk , aber sie schlug es aus . Nach einem herzlichen Abschiede von Vater und Tochter , eilte er rasch fort durch die kalte Morgenluft , und bemerkte erst nach einer Viertelstunde , daß er den ihm vom Pater übergebenen Rosenkranz vergessen hatte . Der Rosenkranz war aus Loreto , und der Pater untröstlich ; gleich eilte der Graf zurück , sprang ins Haus nach seiner Kammer , und war sehr verwundert darin singen zu hören . Es war die Tochter , er horchte : sie sang ihr Unglück ; er trat ein , fand seinen Rosenkranz in ihrer Hand , und beredete sie , mit ihm nach der wundertätigen Mutter Gottes zu wandern , was auch ihrem Vater sehr lieb war . Der Pater war hoch erfreut , als er den Grafen mit der schönen Tochter und mit dem Rosenkranze zurückkehren sah ; er betete eifrig auf dem Wege , die Pilgerin stimmte ein , und der Graf folgte . Der lange Weg war ihnen unbemerkt geschwunden , als die heiligen Bilder die Nähe des Wallfahrtortes bezeichneten ; bald waren sie mitten in dem marktlichen Gewimmel , das rings um der alten Kirche wogte , wo man Kerzen einkaufte , und in die weihrauchduftende , hellerleuchtete Kirche trug . Hippolitens Schönheit wirkte da so mächtig , daß ihr jeder Platz machte , als sie nach dem Chore aufstieg , wo sie als Sängerin ihre Stelle verdiente . Sie sang wunderschön , alle sahen auf sie ; ein paar schöne Knaben hielten ihr die Noten , ein paar andere bekränzten sie mit Rosen und blauen Trauben , ein anderer brachte ihr ein Lamm an einem seidnen Bande : es war ein sehr schöner Anblick , wenn gleich diese Zeichen der Verehrung in jenen Gegenden ganz gewöhnlich sind . Der Graf selbst beschrieb diese Verehrung und öffentliche Beruhigung , die sie nach so mancher unverdienten Beschimpfung hier erhielt , in den folgenden leichten Versen : Hippolita SIE singt in der Kammer Nur einen Tag mir dauert Der Ehrenblume Pracht , Das hab ich lang betrauert , Sie haben mich verlacht . Warum so kurz die Freude , Warum so lang das Leid ? Bei meinem Hochzeitkleide Liegt jetzt mein Trauerkleid . Hier war ein herrlich Wesen Von Reitern schön und kühn , Und der mich hat erlesen Vor allen täte ziehn ; Sie folgten ihm doch alle , Wenn er vor ihnen ritt , Bei dem Trompetenschalle Lief auch mein Blut so mit . Ich fuhr in hohem Wagen , Mein Herr , der führte ihn , Die Rappen wiehernd jagten , So hell die Sonne schien , Ich sah noch fern die Hütte , Zum Himmel stieg ihr Rauch ; Aus ihrer stillen Mitte Ich zog , verflog nun auch . Die Kirche , frisch gestreuet Mit buntem , krausen Sand , Vom leisen Tritte schreiet , Ich reiche ihm die Hand . » Nicht , Mutter , weint gebeuget , Der Ring ist golden ganz . « Doch sie den Goldschaum zeiget , Auf manchem Sterbekranz . Der Priester trat zurücke , Mein Mann mich hielt so lieb , Mich grüßten alle Blicke , Das Blut zur Wange trieb ; Mein Glück , wer kann es fassen , Es faßte mich so fest , Und hat mich doch verlassen , Mich so verlassen läßt . Ich träumte keine Sorgen , Mein Aug der Sonne lacht ; Wo bliebst du Lieber im Morgen ,