, Daß sie die Freude hör , Er sieht zu ihr hinüber Und findet sie nicht mehr . Und legt sich in den Nachen Und schlummert weinend ein , Und treibet weiter weiter Bis in die See hinein . Die Meereswellen brausen Und schleudern ab und auf Den kleinen Fischernachen , Der Knabe wacht nicht auf . Doch fahren große Schiffe In stiller Nacht einher , So sehen sie die beiden Im Kahne auf dem Meer . Die Tränen standen ihm dabei in den Augen , und als ich ihn fragte , warum er so traurig sei und das Lied ihn so bewege , sagte er : » Die Weise ist von des einen Pächters Tochter ; sie sang es oft , ich war dem Mädchen gut , und sie ist nun gestorben ; es ist mir nur immer , als trieb ich auch in die weite See . « Ich spielte ihm einige naive lustige Lieder , um ihn zu trösten , denn das Naive ist der Trost einfacher Seelen . Dann gab ich ihm einiges , was er lernen sollte , und ging nach Godwi . Ich fand Flametta bei ihm : es schien uns in ihrer Gegenwart allen wohlzusein . Das Mädchen ist so fest , so rein und kalt wie Marmor , und dabei doch so unendlich beweglich und lebendig . Ihre Figur ist vollkommen die der Atalanta , und ich habe eine große Liebe für diese Figur . Es ist mir , als könne man sie noch erbitten , und als habe sie in dem Charakter ihrer Gestalt einen überwindlichen Gegensatz . Sie kam , um Godwi eine kleine dramatische Arbeit vorzulegen , und um seine Erlaubnis und Unterstützung bei der Aufführung zu bitten ; auch bat sie uns , an allen männlichen Rollen zu ändern , wo es uns gut dünke , weil sie , so sagte sie lächelnd , dies Geschlecht täglich weniger begreife . Godwi sagte scherzend : » Das ist doch schon ein Beweis , daß Sie über dieses Geschlecht studieren , und Sie werden es vielleicht einstens wohl gar umfassen . « Wir nahmen uns dann vor , ihr Gedicht zu lesen , und Godwi gab ihr die Erlaubnis , eine kleine Summe für die Aufführung anzuwenden . Sie bat sehr um unser Mitspielen , wir konnten es ihr nicht versagen , und versprachen , bald zu kommen , sie möge nur einstweilen die Zubereitungen vollenden . Das Gedicht hieß : Vertumnus und Pomona . Fünfundzwanzigstes Kapitel Fortsetzung der Geschichte der beiden Schwestern Die Gesellschaft fuhr fröhlich nach dem Gute hinaus ; der Italiäner war vergnügt , sang scherzhafte Lieder , und schnitt den Bauernmädchen Gesichter aus dem Wagen ; als sie aber den Schloßhof hineinfuhren , ward Wallpurgens Sarg in den Leichenwagen geschoben , die schwarzen Männer bewegten sich , und stille , wie das Geschäft einer andern Welt , ging der Zug an ihnen vorüber . Sie konnten alle kein Wort sprechen , Joseph und Marie hatten sich angesehen , da der Wagen vorüberging , und dann nicht wieder . Nach dieser Pause sprang der Italiäner aus der Kutsche mit den Worten : » Das war dumm . « - Dann folgten die andern . Joseph erkundigte sich im Hause , und brachte die Nachricht , daß die Gräfin mit Annonciaten , gleich nach dem Tode ihrer Tochter , auf ihr anderes Gut gereist sei . Sie entschlossen sich daher , sogleich zurückzukehren , nachdem sie einige Erfrischungen eingenommen hätten , für welche der Hausmeister sorgte . Sie waren in den Garten gegangen : Wellner und den Italiäner reizten einige Statuen , einen andern Weg einzuschlagen , und die beiden Liebenden setzten sich in eine Laube . Anfangs sprachen sie nicht ; es war , als seien sie ganz fremd geworden , und müßten sich ihre Liebe von neuem gestehen , so war der Tod der armen Wallpurgis zwischen ihnen durchgefahren . Morgen war nun der Tag , an dem Josephs Abreise festgesetzt war , und wie traurig der Abend vorher . Er war herausgefahren , um Annonciaten noch manches zu sagen , was ihm das Herz schwer machte , denn er hatte in der letzten Zeit vieles verstehen lernen . Er wollte die Beiden heute in der weihenden Abschiedsstunde sich und einander fester verbinden , damit sie sich in seiner Abwesenheit gegenseitig unterstützen könnten , und nun mußte er sie in solcher Zerrüttung verlassen . Der Hausmeister deckte zwei Tische im Garten , welche nur eine Taxuswand trennte ; an den einen setzte sich unsre Gesellschaft , ohne zu wissen , wer den andern einnehmen werde . Es war schon dunkel , und man aß mit brennenden Lichtern ; doch blieben sie nicht lange ungestört , und Wellner , Joseph und Marie verließen den Tisch , als sie die Leichenträger Wallpurgens sich an der andern Tafel versammeln sahen , ihren herkömmlichen Schmaus zu halten ; der Italiäner allein blieb zurück . Die ganze Begebenheit mit dem Leichenwagen und dem Schmaus war ihm äußerst fatal ; er nahm sich daher ganz allein für sich vor , sich an den schwarzen Männern zu rächen . Um dieses zu bewerkstelligen , ging er nach dem Tore , einen der Gesellschaft , der noch kommen sollte , zu erwarten und zu seiner Absicht zu gebrauchen . Er hatte die übrigen sehnlichst nach diesem verlangen hören , weil er der vierzehnte war , und sie nach einem alten Aberglauben , daß einer von dreizehnen , welche miteinander essen , sterben müsse , diesen Retter von Tod und Hunger wie den Messias erwarteten . Der Italiäner empfing diesen am Tor , und bezahlte ihn so gut für einen Botengang , den er ihn eine halbe Stunde weit machen ließ , daß er ihm seinen schwarzen Mantel hingab , und sich sogleich auf den Weg machte . Er aber hüllte sich in den Mantel , und ging zu den übrigen hin . Diese machten ihm Vorwürfe über sein Ausbleiben , er schwieg ; sie